Deutschlandweit leere Regale 

Aldi-Mitarbeiter nehmen Hamsterkäufe mit Humor - Toilettenpapier-Schild soll helfen: „Wie Sie sehen ...“

Viele Supermarkt-Regale bleiben leer, es ist kein Nachschub in Sicht. Aldi-Mitarbeiter versuchen die Situation mit Humor zu nehmen und stellen Toilettenpapier-Schild auf 

  • Das Coronavirus breitet sich weiter aus und die Sorge wächst 
  • Die Angst vor der Isolation führt deutschlandweit zu Hamsterkäufen 
  • Viele Supermarkt-Regale stehen leer und die Märkte bekommenzu wenig Nachschub

München: Überall sind derzeit die Regale leer. Die Ausbreitung des Coronavirus* sorgt vielerorts für Hamsterkäufe. Panisch kaufen die Kunden massenhaft Desinfektionsmittel, Nudeln und Toilettenpapier. Die Verbraucher versuchen vorzusorgen angesichts der steigenden gemeldeten Coronavirus-Infektionen*. Es wird befürchtet, dass auch bald Deutschland zur Sperrzone werden könnte, wie bereits Italien. Doch in dieser ungewissen Zeit haben nicht alle ihren Humor verloren. Eine Aldi-Süd-Filiale in Neubrandenburg hat sich etwas Neues ausgedacht, um seine Kunden über den aktuellen Lagerbestand aufzuklären. 

Lesen Sie auch: Das Coronavirus hat überall Einfluss, nicht nur bei der Gesundheit. Viele Menschen tätigen jetzt Coronavirus-Hamsterkäufe. Im Internet wird vor allem Klopapier danach oft überteuert angeboten. Ein Edeka-Chef greift jetzt hart dagegen durch - mit Vor- und Nachteilen.

Aldi-Mitarbeiter stellen Toilettenpapier-Schild auf 

Am Dienstag postete eine Mitarbeiterin von Aldi-Süd* auf Facebook ein Foto von der derzeitigen Situation in ihrer Filiale. Die Mitarbeiter des Marktes in Neubrandenburg hatten aufgrund der Lieferschwierigkeiten von Toilettenpapier zu unkonventionellen Maßnahmen gegriffen. Sie stellten ein Pappschild auf, um ihre Kunden darauf hinzuweisen, dass das Toilettenpapier derzeit leider nicht lieferbar ist. „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts“, steht in großen Buchstaben auf dem Schild: 

Aldi-Süd* kommentierte unter den Post der Mitarbeiterin: „aufgrund der aktuellen Situation haben wir die erhöhte Nachfrage in einzelnen Warengruppen natürlich auch registriert. Trotz unserer Bemühungen die Bestellmengen zu erhöhen, können wir leider kurzfristige Lieferengpässe nicht immer vermeiden. Ich gehe aber davon aus, dass das Toilettenpapier in Kürze wieder verfügbar ist.“ 

Ebenfalls ein Grund zum Schmunzeln und laut Vertreiber bald wieder vorrätig, ist, was in einer Wuppertaler Lidl-Filiale plötzlich ausverkauft war. Das Kondom-Regal war leer geräumt

Wie die Mitarbeiterin des Neubrandenburg-Marktes auf Facebook schreibt, haben sie das Schild in ihrer Filiale aufgestellt, damit nicht jeder Kunde nachfragt. Seitdem würden auch weniger Nachfragen kommen und das Pappschild würde zu viel schmunzeln bei den Kunden führen. Auch Aldi-Süd* sagt: „Ein wenig Humor kann ja im Moment auch nicht schaden. Machen wir alle das Beste daraus.“ 

Aldi-Süd nimmt Hamsterkäufe mit Humor, die sozialen Netzwerke auch

Aldi-Süd* versucht die leeren Regale mit Humor zu nehmen, dem Supermarkt-Riesen bleibt auch nicht viel anderes übrig. Wie der Psychologe und Geschäftsführer des Markt- und Medienforschungsinstituts rheingold, Stephan Grünewald, im Gespräch mit tagesschau.de sagt: „Die Menschen sind beim Coronavirus* mit einer Bedrohung konfrontiert, die sie nicht sehen, riechen, schmecken können - mit einem unsichtbaren Feind. [...] Die Hamsterkäufe sind ein Versuch, dem etwas entgegenzusetzen und sich wieder handlungsfähig zu fühlen". Aus dem Ohnmachtsgefühl heraus versuchten die einen sich mit haltbaren Lebensmitteln und Toilettenpapier einzudecken, die anderen versuchten die Situation mit Humor zu nehmen. 

Aldi-Süd ist nicht die einzige Supermarkt-Kette die das aktuelle Konsumverhalten der Kunden mit Ironie behandelt. Auch Das Marketing-Team einer Rewe-Filiale in Mannheim dachte sich einen Corona-Gag aus, der ging jedoch nach hinten los. Bei Aldi Süd und Aldi Nord bahnt sich eine Revolution an.

Weniger ironisch konnte Aldi auf die wütende Beschwerde eines Kunden reagieren. Der Discounter will kein Bargeld mehr und musste sich dafür rechtfertigen.

agf

Der Keks-Hersteller Bahlsen hat aktuell mit Rassismus-Vorwürfen zu kämpfen. Jetzt kündigt das Unternehmen eine Reaktion an, die zu Zwiespalt führt.

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks. 

Rubriklistenbild: © dpa / Rene Traut

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