Viel kritisierte App

Wird die Corona-Warn-App doch noch wichtig? Neues Update gilt - es soll gegen zweite Welle helfen

Die Corona-Warn-App mit der Seite zur Risiko-Ermittlung ist im Display eines Smartphone zu sehen.
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Die Corona-Warn-App mit der Seite zur Risiko-Ermittlung ist im Display eines Smartphone zu sehen.

Die Corona-Warn-App wurde lange kritisiert. Mit einem neuen Update soll sie wieder besser funktionieren.

Berlin - Die Corona-Warn-App des Bundes ab Montag, den 19. Oktober um neue zwei Funktionen erweitert. Erstens können Positiv-Getestete freiwillig in einer Art Tagebuch Krankheitssymptome eintragen, um die Warnung von Kontakten noch präziser umsetzen zu können. Zweitens wird die App über die Grenzen Deutschlands hinaus in etlichen europäischen Ländern funktionieren.

Corona-Warn-App: Update bringt bessere Kontaktnachverfolgung mit sich

Dadurch soll die Risikoberechnung der App verbessert werden. Diese ermittelt für Kontaktpersonen von Infizierten und wie hoch ihr Ansteckungsrisiko ist. Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, sagte gegenüber der dpa: „Je mehr wir über die Symptome* wissen und den Zeitraum der Symptome kennen*, desto genauer können wir die Warnungen in der App einstellen.“ Infizierte Personen seien nur eine bestimmte Zeit lang infektiös. Diese Zeitspanne beginne typischerweise zwei Tage vor Symptombeginn und dauere bis etwa eine Woche bis zehn Tage nach Symptombeginn.

Wieler betonte außerdem den Ernst der aktuellen Lage*. Es gebe inzwischen einige Gesundheitsämter, die nicht mehr die Kontrolle über die Ausbrüche hätten. Und je unübersichtlicher das Infektionsgeschehen werde, desto wichtiger werde es, auch ein Mittel wie die Corona-Warn-App zu nutzen, die auch Kontakte nachvollziehen könne, die die Gesundheitsämter nicht ermitteln könnten. Dazu gehörten beispielsweise Kontakte in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Corona-Warn-App kein Allheilmittel, aber ein „kleines Werkzeug“

Die App sei kein Allheilmittel zur Bekämpfung der Corona-Pandemie*. Sie ersetze nicht die Regeln zum räumlichen Abstand, zur Hygiene, den Alltagsmasken und zum Lüften. „Aber je mehr die Pandemie an Dynamik gewinnt, desto wichtiger wird die Corona-Warn-App als ein kleines Werkzeug, das eben auch einen Beitrag dazu liefert, dass wir die Pandemie besser beherrschen können.“

Die App ist mittlerweile rund 19,6 Millionen Mal heruntergeladen worden. Experten gehen davon aus, dass die Anwendung von rund 16 Millionen Menschen in Deutschland aktiv genutzt wird. Zuletzt hatten sich die täglichen Download-Zahlen auf rund 100.000 verdreifacht. Die neue Version 1.5 wird am Montagmittag in den App-Stores von Apple und Google erwartet.

Corona-Warn-App: Technische Probleme mittlerweile behoben

Ein Sprecher des Softwarekonzerns SAP betonte, anfängliche technische Probleme seien inzwischen „weitgehend gelöst“. Auf dem iPhone von Apple habe es ohnehin keine Probleme mit einer signifikanten Verkürzung der Batterielaufzeit gegeben. Dafür spreche auch die gute Bewertung durch die Anwender im App Store. Aber auch unter Android habe man die Probleme auch dank der Hinweise aus der Community „weitgehend im Griff“. Das betreffe auch weniger leistungsstarke Android-Smartphones, die Schwierigkeiten beim Öffnen der Datenbank der Kontaktdaten hatten.

Die SAP hat die App und die dazugehörige Infrastruktur zusammen mit der Telekom-Tochter T-Systems entwickelt. Die Anwendung aus Deutschland werde inzwischen von Google und Apple als Referenz-Anwendung für Corona-Warn-Apps angesehen und habe damit auch über Europa hinaus Auswirkungen. (dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes

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