Veränderung der Zustellungstage

Deutsche Post enthüllt massive Änderung - Empfänger haben nichts davon

Deutsche Post Briefe Zustellung Streik
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Deutsche Post Briefe Zustellung Streik

Die Deutsche Post hat vor, Briefe und Pakete schon bald an weniger Tagen als bisher auszuliefern. Für private Empfänger bedeutet dies jedoch keinen positiven Effekt.

  • Die Deutsche Post will die Anzahl ihrer Zustellungstage ändern.
  • Bislang liefern Boten Briefe und Pakete an sechs Tagen in der Woche aus.
  • Montags soll die Zustellung von privaten Paketen und Briefen bald nicht mehr erfolgen.

München - Bereits bevor das Coronavirus* in Bayern und Deutschland grassierte, kam es immer wieder zu Lieferverzögerungen, wie eine ehrliche Bemerkung eines DHL-Boten zeigte. Aktuell liefert die Deutsche Post an sechs Tagen Briefe und Pakete aus - von Montag bis Samstag. Für private Empfänger könnte sich das jedoch schon bald ändern.

Das Unternehmen arbeitet derzeit nämlich an einer Erneuerung seines Gesetzes zur Universaldienstverordnung. In dieser sind unter anderem die Zustellungstage definiert. „Für uns stellt sich [...] die Frage, ob wir in Deutschland am Montag eine flächendeckende Briefzustellung brauchen“, erklärte Tobias Meyer, Vorstandsmitglied der Deutschen Post, in einem Interview mit Die Welt. „Eine Firmenzustellung mit Briefpost ist an dem Wochentag sicher sinnvoll, aber bei privater Post ist das fraglich“.

Deutsche Post plant, Briefe und Pakete bald nur noch von Dienstag bis Samstag zuzustellen

Positive Auswirkungen im Sinne von günstigeren Portokosten können Verbraucher jedoch vermutlich nicht erwarten. Zwar würde der Universaldienst durch den wegfallenden Montag etwas von Kosten entlastet werden, aber „dieser Einfluss ist allein nicht groß genug, um andere Effekte zu kompensieren und damit den Preis zu drücken“, so Tobias Meyer von der Deutschen Post. Die Portohöhe richte sich nach mehreren festen Kriterien und werde von der Bundesnetzagentur genehmigt.

Aktuell sind bei dem Konzern 140.000 Arbeitnehmer beschäftigt, von denen sich eine Vielzahl in der vergangenen Woche an bundesweiten Warnstreiks beteiligt haben. Der Grund: Die Deutsche Post und ihre Tarifbeschäftigten kommen in den aktuellen Tarifverhandlungen nicht auf einen Nenner - die Angebote liegen zu weit auseinander.

Zuletzt erklärte sich die Deutsche Post laut ver.di-Angaben dazu bereit, die Löhne ihrer Beschäftigten um 1,5 Prozent für einen Zeitraum von zwölf Monaten zu erhöhen. Dem steht eine Forderung von 5,5 Prozent entgegen. „Zudem sollen Azubis und Dualstudierende eine monatliche Erhöhung von 90 Euro erhalten“, heißt es in einer Mitteilung der Gewerkschaft.

Aufgrund des Coronavirus* und seiner Auswirkungen bewegen sich die Zahlen an Paketzustellungen im Jahr 2020 im Rekordbereich. Während des Lockdowns, als viele Menschen ihre Häuser und Wohnungen nur noch im Notfall verlassen konnten, kam es zeitweise sogar zu massiven Verzögerungen bei der Lieferung. Das führte gleichzeitig zu einer großen Arbeitsauslastung der Angestellten der Deutschen Post*.

Paketzustellung: Deutsche Post hat vor, an wenigeren Tagen Briefe und Pakete auszuliefern

„Es ist nicht so, dass wir unseren Beschäftigten höhere Löhne nicht gönnen“, antwortet Tobias Meyer auf die Frage von Die Welt, ob die Mitarbeiter des Unternehmens keine höheren Löhne verdient hätten. Das Vorstandsmitglied der Deutschen Post erwähnt in diesem Zusammenhang, dass man sich entschieden habe, „allen Mitarbeitern für ihren Einsatz eine Prämie zu zahlen“.

Dennoch dürfe man nicht ausblenden, dass das Unternehmen im ersten Halbjahr in der Briefmenge mit elf Prozent den stärksten Einbruch seit jeher hatte. Die um zwischen zehn und 20 Prozent gestiegene Paketmenge könne „den Rückgang bei den Briefen aber nur zum Teil ausgleichen“, so Tobias Meyer von der Deutschen Post.

Auch in Österreich hatte die Post mit den Auswirkungen des Coronavirus* und einem damit verbundenen Skandal zu kämpfen. Corona-Infizierte Post-Mitarbeiter hatten die Quarantäne ignoriert, was gravierende Folgen hatte. *tz.de und Merkur.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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