„Just-in-Time“-Konzept

Paket-Revolution bei DHL: Müssen wir jetzt nie mehr vergeblich warten?

Bald den DHL-Boten nicht mehr verpassen? DHL plant neuen Service.
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Bald den DHL-Boten nicht mehr verpassen? DHL plant neuen Service.

DHL hat einen Plan ausgearbeitet, durch den sich Kunden und Paketboten seltener „verpassen“. Diese Änderungen könnten eine kleine Revolution sein und das Warten verhindern.

Warten oder nicht warten? Jeder hat bestimmt schon einmal online etwas bestellt – ohne zu wissen, ob er überhaupt zu Hause sein wird. Andererseits ist es oft wirklich schwer, den Paketboten “abzupassen”. Die Anbieter schicken zwar eine Nachricht, dass der Bote „bald“ käme. Doch was heißt „bald“? Die Deutsche Post DHL will diese Frage künftig präzise beantworten: „Bald“ heißt „in spätestens 15 Minuten“.

„Unsere Kunden sollen zuerst per E-Mail eine ungefähre Zeit erhalten, zu der der Zusteller kommt. Und zum Beispiel 15 Minuten vor Ankunft gibt es dann eine erneute Mail mit der genauen Zeit, die wir anhand der per GPS erfassten Position des Lieferwagens berechnen“, sagte DHL-Vorstandschef Frank Appel der Rheinischen Post.

DHL-Revolution: Benachrichtigung 15 Minuten vor Lieferung

Der neue Service kommt zunächst nicht deutschlandweit, sondern werde in einigen Gegenden getestet. Welche genau das sein sollen, sagte er noch nicht. Im Laufe des Jahres 2020 soll es den neuen Service aber bundesweit geben. „Just-in-Time-Pakete“, nannte Appel das Projekt.

Es ist eine Reaktion auf massive Kritik der Kunden. Der Postchef rechtfertigte sich im Gespräch mit der Rheinischen Post damit, dass die Zwischenlagerung von Sendungen für die Verspätungen gesorgt haben und man schon lange an dem Problem arbeite.

DHL-Paketboten in Deutschland: Etwa 20 Pakete pro Stunde

Die Anbieter in der Paketbranche stehen unter Druck. Der Onlinehandel wächst stark und allein 2018 sind dem Bundesverband Paket & Expresslogistik mehr als 3,5 Milliarden Sendungen in Deutschland verschickt worden. Fast fünf Prozent mehr als 2017.

Die schiere Anzahl an Paketen drückt nicht nur die Portokosten (wobei einige Anbieter wie Hermes inzwischen einen Aufpreis für die Lieferung an die Haustür verlangen), sondern belastet auch die ohnehin stark befahrenen Innenstadt-Straßen.

Und nicht zuletzt leiden die Mitarbeiter: Sie müssen in der gleichen Zeit mehr Pakete zustellen, was - vielleicht auch verständlich - zu Fehlern beim Einwurf in den richtigen Briefkasten führt. Oder dazu, dass der Bote wegen Zeitdrucks nicht mehr in den fünften Stock geht, sondern das Paket gleich zur Packstation bringt. Allein in den letzten fünf Jahren ist das Sendungsvolumen für Pakete und Co. um etwa ein Drittel gestiegen: Paketboten von DHL, Hermes & Co. müssen 20 Pakete pro Stunde ausliefern.

DHL: Social-Media-Manager verliert Nerven, Fahrer fällt in Sekundenschlaf

Es sind nicht nur die Paketboten, die offenbar ihr Limit erreichen. Vor kurzem fiel ein DHL-Fahrer in einen verheerenden Sekundenschlaf auf der Autobahn. Außerdem ist vor wenigen Wochen ein Social-Media-Manager von DHL öffentlich ausgerastet, weil sich ein Kunde über ein angeblich nicht geliefertes Paket beschwerte – vermutlich in einem unangemessenen Tonfall. Für den DHL-Mitarbeiter wird der Vorfall Konsequenzen haben.

Die deutsche Paketbranche hat etwa 238.000 Mitarbeiter – der mit Abstand größte Arbeitgeber ist hier die Deutsche Post DHL. 2018 stellte das einstige Staatsunternehmen bundesweit etwa 1,5 Milliarden Sendungen zu.

Mit Material der dpa

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