„Nicht ganz Sinn der Sache“

Edeka: Drastischer Werbespot sorgt für Aufregung

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Edeka sorgt mit seinem neuesten Werbespot für Aufregung. 

Edeka polarisiert immer wieder mit seinen Werbespots. Jetzt hat die Supermarkt-Kette mit einem drastischen Video nachgelegt.

Hamburg - Für die meisten Menschen ist die Geburt eines Kindes der schönste Tag im Leben - im neuesten Werbespot des Lebensmittel-Riesen Edeka wird sie allerdings zum Albtraum. Der Spot beginnt mit einer wilden Fahrt ins Krankenhaus. Dort angekommen wird die Frau sofort in den Kreißsaal gebracht. Nach wenigen Momenten ist es soweit - und das junge Paar darf gleich sein Neugeborenes in die Arme schließen. Doch dann folgen entsetzte Blicke: als der Arzt das Baby hochhebt, ist es komplett in Plastikfolie eingepackt. 

Edeka wirbt mit drastischem Werbespot - Meinung der User geht weit auseinander

In der nächsten Szene löst sich die Situation auf - und Edekas eigentliche Absicht hinter dem Werbespot wird klar: die Mutter liegt mit dem - diesmal ganz plastikfreien - Baby auf der Couch, dafür kämpft der Papa in der Küche mit in Folie verpackter Paprika. Die Botschaft am Ende des Videos: „Natur kommt unverpackt.“ Edeka ruft seine Kunden damit dazu auf, sich für unverpacktes Gemüse und Obst im Supermarktregal zu entscheiden. 

Erst kürzlich hatte Edeka mit einem Werbespot zum Muttertag einen enormen Shitstorm ausgelöst. Dieses Mal ist die Botschaft des Videos jedoch gänzlich anders. Und das Thema, das Edeka auf drastische Art und Weise in seinem Video aufgreift, ist aktueller denn je: Denn eine Studie zeigt, dass nahezu alle Kinder und Jugendliche in Deutschland Plastik-Weichmacher im Körper haben.

Drastischer Werbespot: Edeka ist beim Plastikverzicht Spitzenreiter

Die Wahl liege beim Kunden, teilt das Unternehmen auf seiner Website mit. Bereits über die Hälfte des angebotenen Gemüses und Obstes werde ohne Plastikverpackung angeboten. Edeka bezeichnet sich damit selbst als „die Nr. 1 im Lebensmitteleinzelhandel“. Und tatsächlich: Bei einer Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg zum Thema Plastikverzicht in Supermärkten und Discountern liegt Edeka im Vergleich zu Aldi, Lidl und anderen vorne.

Hintergrund des Umdenkens ist, dass die EU-Komission den Einweg-Müll, der die Meere verschmutzt, bis 2020 um 30 Prozent reduzieren will. Auch über eine Plastik-Steuer wird derzeit diskutiert.

„Schamlos“ bis „tolles Video“: User reagieren auf Edeka-Video

Auch wenn die Bemühungen für weniger Plastik groß sind, der Edeka-Spot stößt bei den Usern auf geteilte Meinungen. Eine Nutzerin schreibt etwa unter das Youtube-Video: „Grundlegend eine tolle Sache. Als ich das letzte Mal allerdings Äpfel im Edeka kaufen wollte, waren alle regionalen in Plastik verpackt und alles Unverpackte kam aus Chile oder Neuseeland. Auch nicht ganz Sinn der Sache“. 

Ein weiterer Nutzer fragt: „Und was ist mit 99,9% der restlichen Dinge, die Edeka in Plastikverpackungen verkauft? Es scheint ein bisschen schamlos, dass ein Supermarkt, der nur Plastik verkauft, diese Art von Videos macht.“ Andere fordern von Edeka nun Taten statt nur einem Werbe-Video. Oder zumindest etwas mehr Fingerspitzengefühl: „Das hätte man auch anders ,verpacken‘ können!“, meint ein User. 

Doch es gibt auch zahlreiche positive Kommentare. „Danke für das tolle Video. So kann das eben nur Edeka - wir lieben Edeka“, schreibt ein Kommentator. 

Über Facebook hat sich eine Frau über Aldi, Lidl, Rewe, Edeka und Co beschwert. Sie findet, dass sie zu wenig für den Umweltschutz unternehmen. Bei Aldi haben die Kunden noch mehr zu bemängeln: Ein Kunde beschwerte sich wegen zu schneller Kassen

trk

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