Gesetze und Regelungen

Kindergeld, Grundrente, Mindestlohn: Zehn Änderungen ab 2021 – diese fünf bringen mehr Geld

Im neuen Jahr 2021 ändern sich zahlreiche Gesetze und Regelungen. Betroffen sind Arbeitnehmer, Autofahrer und Familien. Während viele mehr Geld im Portemonnaie haben werden, wird es für manche teurer.

Neues Jahr, neue Regelungen: Ab dem 1. Januar 2021 treten einige Änderungen in Kraft, die viele Verbraucher betreffen werden. Bei den gesetzlichen Neuerungen geht es unter anderem um Kindergeld, Mindestlohn und Soli. Für die meisten Menschen bedeuten die Änderungen wohl mehr Geld im Portemonnaie, für einige wird es aber teurer, wie echo24.de* berichtet. Neben dem Kampf gegen das Coronavirus sind diese zehn Änderungen im Jahr 2021 wichtig. Manche Regelungen ändern sich erst im Laufe des Jahres, andere sind bereits ab dem Neujahrstag gültig.

Gesetzliche Änderungen ab 1. Januar 2021: Mehrwertsteuer wieder regulär

Zunächst werden die Kosten bei sämtlichen Einkäufen aber steigen, denn ab Januar gilt wieder der reguläre Mehrwertsteuersatz. So wird die Mehrwertsteuer in ganz Deutschland wieder auf 19 Prozent bei den meisten Gütern und auf sieben Prozent bei Waren des täglichen Bedarfs angehoben. Die Bundesregierung hatte die Mehrwertsteuer im zweiten Halbjahr von 2020 auf 16 beziehungsweise fünf Prozent gesenkt, um die unter der Corona-Krise leidende Wirtschaft anzukurbeln. Diese zeitlich befristete Steuersenkung endet nun ab Beginn des Jahres 2021.

Das ändert sich im Jahr 2021 für Arbeitnehmer: Mindestlohn wird erhöht

Außerdem ändert sich ab Januar 2021 der gesetzliche Mindestlohn. Er steigt um 15 Cent von 9,35 Euro brutto pro Stunde auf nun 9,50 Euro Minimum. Aber in Zukunft wird es noch weitere Erhöhungen geben. In mehreren Schritten soll der Mindestlohn nach Angaben der Bundesregierung bis zum 1. Juli 2022 auf 10,45 Euro erhöht werden. Bereits ab dem 1. Juli 2021 wird die gesetzliche Lohnuntergrenze dann 9,60 Euro betragen. Keinen Mindestlohn gibt es laut Verbraucherzentrale weiterhin für Auszubildende, Selbstständige, Langzeitarbeitslose und Ehrenamtliche. Aber auch Azubis können sich freuen: Die Mindestausbildungsvergütung pro Monat steigt ab Januar 2021 ebenfalls, und zwar auf 550 Euro.

Soli entfällt für Normalverdiener ab 2021: Solidaritätszuschlag für fast alle abgeschafft

Gute Nachrichten: Der Solidaritätszuschlag (Soli) fällt ab 2021 nach 30 Jahren für die meisten Bürger weg! 90 Prozent der Steuerzahler können sich also über eine Entlastung freuen. Wer den Soli in Höhe von 5,5 Prozent der jeweiligen Einkommenssteuer bisher zahlen musste, hing vom Einkommen ab: Alle Steuerzahler, deren Einkommensteuer über der Freigrenze von bisher 972 Euro lag, mussten einen Solidaritätszuschlag entrichten.

Diese Freigrenze wird ab 1. Januar 2021 aber so stark angehoben, dass der Soli-Zuschlag für die meisten wegfällt. Künftig müssen dann nur noch diejenigen Steuerzahler einen Solidaritätszuschlag leisten, die mehr als 16.956 Euro (Einzelveranlagung) beziehungsweise 33.912 Euro (Zusammenveranlagung) Einkommenssteuer abführen müssen. Soli zahlen müssen ab 2021 also nur noch Spitzenverdiener.

Das ändert sich ab 2021 für Familien: Kindergeld und Kinderfreibetrag steigen

Ab dem 1. Januar 2021 erhalten Eltern mehr Kindergeld. Konkret gibt es monatlich 15 Euro mehr pro Kind. Das heißt: 219 Euro für die ersten beiden Kinder, 225 Euro für Kind drei und 250 Euro für weiteren Nachwuchs. Der Kinderzuschlag, der zusätzlich zum Kindergeld an Familien mit geringem Einkommen gezahlt wird, erhöht sich ebenfalls zum 1. Januar 2021. Er beträgt dann bis zu 205 Euro pro Kind im Monat – 20 Euro mehr als bisher.

Auch der steuerliche Kinderfreibetrag wird ab Januar 2021 um mehr als 500 Euro auf 8388 Euro angehoben. Diese Freigrenze regelt, wie viel Geld Eltern im Jahr verdienen dürfen, ohne dafür Steuern zahlen zu müssen. Diese Erhöhungen und finanziellen Erleichterungen helfen vor allem Familien mit geringem Einkommen.

Kindergeld seit dem 1. Juli 2019Kindergeld ab 2021
1. Kind: 204 Euro1. Kind: 219 Euro
2. Kind: 204 Euro2. Kind: 219 Euro
3. Kind: 210 Euro3. Kind: 225 Euro
ab dem 4. Kind: 235 Euroab dem 4. Kind: 250 Euro

Das ändert sich für Rentner: Grundrente tritt 2021 in Kraft

Ab dem 1. Januar 2021 tritt auch die lang diskutierte Grundrente für Geringverdiener in Kraft. Damit will die Bundesregierung die Altersrente aufbessern. So sollen rund 1,3 Millionen Menschen mit kleiner Rente einen Aufschlag bekommen. Es profitieren diejenigen, die mindestens 33 Jahre Rentenbeiträge aufweisen. Rentner in Deutschland sollen durch die Grundrente monatlich so viel Geld hinzubekommen, dass sie keine Grundsicherung mehr beantragen müssen. Im Schnitt gibt es einen Zuschlag von 75 Euro.

Die Grundrente startet zwar offiziell zum 1. Januar – die Auszahlung wird sich wegen des Verwaltungsaufwands aber voraussichtlich um mehrere Monate verzögern und dann rückwirkend erfolgen. Wer einen Anspruch auf die Grundrente hat, wird automatisch geprüft.

Schlechte Nachrichten für Autofahrer: Sprit wird ab 2021 teurer

Heizen und Autofahren können 2021 teurer werden, denn es gibt dann einen nationalen CO2-Preis für Verkehr und Heizen. Ab Januar 2021 wird eine CO2-Steuer unter anderem auf Benzin, Diesel, Heizöl und Gas fällig. Ziel ist es, durch die CO2-Steuer klimafreundlichere Alternativen attraktiver zu machen. So soll der Preis für eine Tonne CO2 ab 2021 zunächst 25 Euro betragen. Konsequenzen treffen auch die Autofahrer, denn der Sprit wird teurer. Die Preise für Benzin und Diesel erhöhen sich pro Liter um sieben bis acht Cent.

Auch für Autobesitzer wird sich im Jahr 2021 etwas ändern. Wer ein Neu-Fahrzeug mit hohem Spritverbrauch und CO2-Ausstoß von mehr als 195 Gramm pro Kilometer hat, muss künftig einen doppelt so hohen Kfz-Steuer-Aufschlag zahlen. Das soll Bürger dazu bringen, sparsamere Fahrzeuge zu kaufen. Bereits zugelassene Autos sind allerdings nicht betroffen. Gute Nachrichten für Pendler: Sie sollen ab 2021 weniger zahlen, denn die Pendlerpauschale wurde ab dem 21. Kilometer auf 35 Cent erhöht.

Der CO2-Preis verteuert 2021 Öl und Diesel um rund 8 Cent pro Liter, Benzin um 7 Cent und Erdgas um 0,6 Cent pro Kilowattstunde.

Das ändert sich für Arbeitnehmer ab 2021: Krankmeldung auf digitalem Weg

Der „gelbe Schein“ ist bald Geschichte! Während der Corona-Krise war sie bereits Alltag, jetzt wird sie ab 2021 Gesetz: die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU). Krankschreibungen gibt es zukünftig nur noch auf digitalem Weg. Ab dem Jahr 2021 übermittelt der behandelnde Arzt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung elektronisch an die Krankenkasse. Aber aufgepasst: Zum Jahreswechsel müssen noch nicht alle Ärzte daran teilnehmen! Ab 2022 können Arbeitgeber dann direkt bei den Krankenkassen abrufen, bis wann die Krankschreibung gilt und so sehen, wann die Entgeltfortzahlung ausläuft.

Ab Juli 2021: Einweg-Plastik-Verbot – Schluss mit Trinkhalmen und Co.

Zwar nicht ab dem 1. Januar, dafür aber ab dem 3. Juli 2021 soll es weniger Plastik in der EU geben. Dann ist es nämlich eine Ordnungswidrigkeit, bestimmte Artikel aus Einweg-Plastik zu verkaufen. Grund dafür ist der Schutz der Meere und der Umwelt. Konkret vom Verbot betroffen sind Plastik- und Styroporgegenstände, für die es bereits Alternativen gibt: unter anderem Plastikbesteck, Plastikgeschirr, Strohhalme, Styropor-Verpackungen für warme Speisen und Wattestäbchen aus Plastik. Außerdem sollen Einmal-Essensverpackungen und Einmal-Becher aus Plastik sowie deren Zubehör erheblich reduziert werden.

Das ändert sich ab 2021: Höhere Preise für neuen Personalausweis

Wer 2021 einen neuen Personalausweis braucht, muss ab Jahresbeginn mehr zahlen. Die Gebühr für die Ausstellung wird 2021 von 28,80 Euro auf 37 Euro – also um fast 30 Prozent – erhöht. Dieser Preis gilt für Bürger, die mindestens 24 Jahre alt sind. Sie brauchen erst nach zehn Jahren einen neuen Personalausweis. Jüngere Antragsteller zahlen 22,80 Euro. Ihr Ausweis ist aber nur für sechs Jahre gültig. Wer nachträglich die Onlinefunktionen für seinen Personalausweis aktivieren oder seinen PIN ändern möchte, muss hierfür ab 2021 aber keine zusätzlichen Gebühren mehr zahlen.

Änderungen für Schwangere beim Arzt: „Baby-TV“ ab 2021 verboten

Ultraschall-Untersuchungen bei Babys im Mutterleib, die medizinisch nicht notwendig sind, sind ab 2021 verboten. Ungeborene sollen so vor unnötigen Strahlendosen geschützt werden. Umgangssprachlich werden solche 3D- und 4D-Ultraschall-Untersuchungen auch „Baby-TV“ oder „Baby-Kino“ genannt. Nur bei Entwicklungsstörungen oder einer Risikoschwangerschaft sind in Zukunft derartige Untersuchungen noch erlaubt. Die drei 2D-Ultraschalluntersuchungen in der 10., 20. Und 30. Schwangerschaftswoche bleiben weiterhin erhalten. Sie sind wichtig, damit der Arzt feststellen kann, ob sich das Baby gesund entwickelt.

Weitere gesetzliche Änderungen im Jahr 2021* wie das Verbot von Werkverträgen in Schlachthöfen hat Merkur.de* zusammengefasst.*echo24.de und Merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Rubriklistenbild: © Felix Kästle/dpa/Archivbild

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