Krise beim Möbelriesen

Ikea: Kuriose Kunden-Aufforderung – „Kommt nicht einfach zu uns“

Leere Regale bei Ikea: Der Möbelriese steckt mitten in einer großen Krise. Den Kunden empfiehlt das schwedische Unternehmen nun, nicht einfach zum Einkaufen zum nächsten Ikea zu fahren.

Delft/Niederlande – Ikea steckt in einer Krise. Die Lager sind leer, viele Produkte nicht verfügbar. Um das Problem in den Griff zu bekommen, greift der Möbelriese nun auf ungewöhnliche Maßnahmen zurück. Gecharterte Schiffe und eine ungewöhnliche Bitte an die Kunden sollen das Unternehmen retten. Was das für die Kunden bedeutet, weiß RUHR24.de*.

UnternehmenIkea
Gründung28. Juli 1943, Älmhult, Schweden
HauptsitzDelft, Niederlande

Leere Regale bei Ikea: Möbelriese bittet Kunden vor dem Einkaufen den Lagerbestand zu checken

„Wir empfehlen Ihnen, uns nicht telefonisch zu kontaktieren oder mit Fragen zum Lagerstatus zu chatten“ – die Bitte auf der schwedischen Homepage klingt kurios. Doch Ikea geht noch weiter: Kunden sollen zudem nicht einfach zum Einkaufen in das nächste Möbelhaus fahren. Stattdessen sollen sie vorab überprüfen, ob es überhaupt Sinn macht, zum nächsten Ikea zu fahren.

Denn die Regale bei dem Möbelriesen sind aktuell ungewöhnlich leer. Viele Produkte sind nicht auf Lager. Das Problem: Lieferengpässe machen es Ikea aktuell unmöglich, das gewohnte Shopping-Erlebnis im Möbelhaus selbst zu bieten. Stattdessen sollen Kunden vor dem Einkaufsbummel online checken, ob das gewünschte Produkt überhaupt verfügbar ist (mehr Service-News* auf RUHR24.de).

Gründe für die Lieferengpässe gibt es mehrere. Wie auch in Teilen der Lebensmittelbranche, welche bereits mit heftigen Preissteigerungen im Supermarkt auf die problematische Lage reagierte*, sind knappe Rohstoffe, erhöhte Frachtkosten und eine laut eurotransport.de aus dem Lot geratene Seeschifffahrt infolge der Corona-Pandemie die größten Probleme. Zusätzlich steigt die Nachfrage, das Weihnachtsgeschäft naht.

Lieferengpässe bei Ikea: Corona-Pandemie brachte weltweiten Handel aus dem Lot

Und so heißt es von Ikea Schweden: „Aufgrund der anhaltenden Pandemie haben wir sowohl bei der Herstellung als auch bei der Lieferung unserer Produkte gewisse Einschränkungen. Dies wirkt sich auf den Lagerbestand in unseren Kaufhäusern aus“. Doch man arbeite an Lösungen, um alle Produkte so schnell wie möglich wieder auf Lager zu haben.

Ikea kämpft aktuell mit Lieferproblemen. Viele Lagerregale bleiben leer.

Tatsächlich greift Ikea nun zu drastischen Maßnahmen. Neben der Bitte an die Kunden nachsichtig zu sein, sollen eigens für Ikea gecharterte Schiffe und eigene Container helfen, das Lieferproblem noch vor dem Weihnachtsgeschäft in den Griff zu bekommen, berichtet eurotransport.de. Preissteigerungen, wie sie derzeit bei Benzin und Bier zu befürchten sind*, müssen Kunden bei Ikea erstmal nicht erwarten. Wie das Magazin berichtet, wolle Ikea alles dafür tun, damit sich die derzeitige Lage nicht auf die Preise niederschlage.

Ikea kauft eigene Container: Nachfrage übersteigt Angebot und führt zu Lieferproblemen

Denn die Nachfrage nach Containertransporten übersteigt das Angebot laut Deutscher Welle aktuell deutlich. Grund dafür ist, dass während des Lockdowns und der andauernden Reisebeschränkungen viele Menschen mehr Geld für Warenbestellungen wie Möbel ausgegeben hätten.

Zwar hat sich die Lage in Deutschland bisher offenbar noch nicht so sehr zugespitzt wie in anderen Ländern, doch die Problematik entspringt dem weltweiten Handel und könnte sich bald auch stärker auf Ikea-Deutschland auswirken. Besonders die Teilsperrungen zweier großer Häfen in China im August aufgrund der wieder aufflammenden Corona-Pandemie führte zu Verzögerungen im internationalen Lieferverkehr. Wie die Tagesschau berichtet, hatte der erneute Corona-Ausbruch Potenzial, die globalen Lieferketten erneut ernsthaft in Gefahr zu bringen.

Besonders dramatisch scheint die Lage bereits in Großbritannien zu sein. Das Land kämpft auch wegen des Brexits gegen leere Supermarktregale. Nun scheinen auch bei Ikea viele Artikel nicht mehr verfügbar zu sein: laut BBC fehlen derzeit bis zu 1.000 Artikel. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © JONATHAN NACKSTRAND/afp

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