Gemüse kann gefährlich sein

Kartoffeln und Co.: Vorsicht giftig – Diese Gemüse sollten Sie auf keine Fall roh essen

Viele Verbraucher wissen nicht, dass beliebtes Gemüse giftig sein kann, wenn es roh gegessen wird. Dazu zählen auch Kartoffeln. Diese Gemüsesorten sollten Sie unbedingt kochen.

  • Viele Gemüsesorten sind roh gesundheitsschädlich.
  • Gut gekocht verliert dieses Gemüse zumeist sein Gift und kann bedenkenlos verzehrt werden.
  • Was Verbraucher* beachten sollten.

Offenbach - Nicht jedes Gemüse kann man auch roh essen. Denn in bestimmter Rohkost sind Giftstoffe enthalten, die erst dann ungefährlich werden, wenn das Gemüse gekocht wird. Auch wenn klar ist, dass frisches Gemüse gesund ist, kann der Verzehr mancher Rohkost in größeren Mengen sogar lebensgefährlich sein.

Damit in der Küche alles rund läuft und gesundheitliche Gefahren vermieden werden, erklären wir, welche neun Gemüsesorten unbedingt gekocht werden sollten. Was nämliche viele Menschen nicht wissen: Zu den als Rohkost nicht geeigneten und roh giftigen Gemüsesorten gehören auch alltägliche Leckereien wie Kartoffeln, Auberginen und Wildpilze.

1. Kartoffeln immer gut kochen - Solanin ist giftig

Hätten Sie es gewusst? Kartoffeln sind roh verzehrt giftig. Auch wenn einige Verbraucher gerne mal die eine oder andere rohe Kartoffelscheibe im Mund verschwinden lassen, sollte auf diesen vermeintlich gesunden „Snack“ unbedingt verzichtet werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) preist zwar einen Kartoffelverzehr grundsätzlich als gesund an, da die Knollen aus der Familie der Nachtschattengewächse bei einem nur geringen Fettgehalt reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen sind.

Andererseits warnt die DGE ausdrücklich vor dem in rohen Kartoffeln reichlich enthaltenen Giftstoff Solanin. Dieser Bitterstoff schützt die Kartoffeln im Pflanzenreich vor Fraßfeinden, Pilzbefall und Insekten. Das verleiht der Kartoffel einen natürlich Schutz vor Schädlingen und Krankheiten, ist für Menschen allerdings giftig. Beim Kochen verlieren die Kartoffeln größte Teile des Solanins und werden nicht nur noch leckerer, sondern auch völlig ungefährlich für Verbraucher.

Vorsicht beim Verzehr: Einige Gemüse-Sorten können roh giftig sein. (Symbolbild)

2. Auberginen enthalten ebenfalls Solanin und sollten besser nicht roh verzehrt werden

Genau wie Kartoffeln enthalten auch Auberginen giftiges Solanin. Das liegt daran, dass die Aubergine wie die Kartoffel ein Nachtschattengewächs ist und solche in der Regel Solanin enthalten. Die Agrar- und Lebensmittelindustrie geht das Problem zwar an, indem inzwischen Züchtungen erhältlich sind, die kaum noch Solanin enthalten. Trotzdem bleibt der Giftstoff gesundheitsschädigend und sollte nicht verzehrt werden.

Auch bei der Aubergine gilt, dass sie gekocht einfach besser schmeckt; roh gilt sie den meisten Verbrauchern als völlig ungenießbar. Trotzdem sollte noch vor dem Geschmack die Gesundheit im Vordergrund stehen und hier ist die Sache klar: Der Giftstoff Solanin wird beim Kochen unschädlich gemacht.

3. Grüne Bohnen: Schon weniger als zehn rohe Stangen können zu Vergiftungen führen

In grünen Bohnen ist Phasin enthalten. Dieses Lektin ist eine giftige Eiweisverbindung, die beim Kochen abgetötet und unschädlich gemacht wird. Werden Bohnen jedoch roh genascht, können schon drei bis zehn Bohnenstangen zu einer fiesen Vergiftung und zu Symptomen wie Fieber, Durchfall, Bauchschmerzen, Erbrechen und Krämpfen führen. Werden die Bohnen mindestens 20 Minuten gekocht, ist der Verzehr absolut unbedenklich.

4. Hülsenfrüchte enthalten natürliche Gifte: Besser nicht roh essen

Doch nicht nur Bohnen sind Träger natürlicher Giftstoffe. Wie die DGE aufführt, enthalten auch andere Hülsenfrüchte wie Kichererbsen, Linsen, Sojabohnen Lektine und sollten ausschließlich gut gegart oder gekocht konsumiert werden. Das liegt daran, dass diese Lektine zu einer Verklumpung roter Blutkörperchen führen können. Auch Mungobohnen können roh giftige Keime enthalten und sollten unbedingt vor dem Verzehr gekocht werden.

5. Waldpilze sind keine Champignons, also besser gut kochen

Während Kulturpilze wie Champignons in der Regel roh absolut unbedenklich sind, sollten gerade Waldpilze ausreichend gekocht werden, um Vergiftungen zu vermeiden. Die deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) nennt explizit die Pilzsorten Kahler Kempling, Hallimasch, Perlpilz und Riesenschirmlinge als Pilze, die gut gekocht als Speisepilze gelten, roh verzehrt aber giftig sind. Empfohlen wird ein gründliches Erhitzen von mindestens 15 Minuten. Pilze, die unbedingt gekocht werden sollten sind unter anderem:

  • Hallimasch
  • Hexenröhrling
  • Perlpilz
  • Rottkappen
  • Morcheln
  • Hammimasch
  • Riesenschirmlinge
  • Mischbratling
  • Kahler Kempling

7. Holunderbeeren sind lecker - roh aber giftig

Tatsächlich sind auch Holunderbeeren roh giftig. Wie das Bundeszentrum für Ernährung erklärt, enthalten die Beeren und ihre Blüten das giftige Glycosid Sambunigrin. Dieses Gift kann zur Übelkeit, Durchfall und Erbrechen führen. Auch hier gilt: Gut erhitzt wird das Gift absolut unschädlich, wodurch gekochte Holunderbeeren nicht nur lecker, sondern auch gesundheitlich unbedenklich verzehrbar sind.

8. Rhabarber ist roh eigentlich ungefährlich: doch eine Personengruppe sollte ihn unbedingt kochen

Rhabarber enthält Oxalsäure. In den Mengen, in der diese Säure im Rhabarber enthalten ist, ist der Genuss auch roh für die meisten Menschen ungefährlich. Nicht zu spaßen ist mit rohem Rhabarber für Personen, die an Nierenerkrankungen oder Gicht leiden, wie die DGE erklärt. Sie empfiehlt in diesem, auf den Genuss oxalsäurereicher Lebensmittel zu verzichten. Zumindest aber sollten diese Lebensmittel wie eben Rhabarber gekocht werden, da das Kochen den Oxalsäure-Gehalt um bis zu rund 90 Prozent reduziert.

Die in Rhabarber enthaltene Oxalsäure ist gefährlich für Menschen mit Nierenleiden. Gekocht verliert er den größten Teil der Säure.

9. Die „Tropenkartoffel“ Maniok ist roh absolut giftig

Gerade in Asien und Afrika ist die Maniokknolle das, was in unseren Gefilden die Kartoffel ist - ein weit verbreitetes Hauptnahrungsmittel. Was viele nicht wissen: Maniok enthält Blausäure, die zu einer hoch gefährlichen Cyanidvergiftung führen kann. Deswegen sollte das Wolfsmilchgewächs niemals roh verzehrt werden. Die giftige Blausäure wird beim kochen unschädlich gemacht, allerdings sollte das Kochwasser anschließend nicht wiederverwendet werden. (Von Mirko Schmid) *op-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Ernährungsexperten raten zu mindestens drei Portionen Gemüse täglich. Mit ein paar einfachen Tricks gelingt es jedem, sich gesund zu ernähren.

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