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Kaufland reduziert Zucker und Fett – doch nicht nur für die Gesundheit der Kunden

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Von: Julian Kaiser

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Kaufland will seiner Kundschaft zahlreiche Artikel der Eigenmarken schmackhafter machen. Davon profitieren in Krisenzeiten aber nicht nur die Kunden.

NRW – Wer beim Einkauf Geld sparen will, greift häufig zu Eigenmarken, schließlich sind diese deutlich preiswerter als Markenprodukte. Dieses scheinbar unumstößliche Marktgesetz ist in Zeiten der Inflation und der Energiekrise zuletzt allerdings deutlich ins Wanken geraten. Wie RUHR24 berichtet, will die Schwarz-Tochter Kaufland ihre „K-“ Eigenmarken wie „K-Classic“ oder „K-Favourites“ nun attraktiver machen – mit einer einfachen Strategie.

KauflandLebensmitteleinzelhändler und Tochterunternehmen der Schwarz-Gruppe
Gründung1984
SitzNeckarsulm

Schwarz-Tochter Kaufland will Eigenmarken attraktiver machen und mehr Geld verdienen

Die gegenüber Markenprodukten höheren Gewinnmargen durch den Verkauf von Eigenmarken scheinen für Handelsketten wie Aldi, Lidl und Rewe in Zeiten deutlich höherer Gas- und Stromkosten nur allzu verlockend zu sein. Wenig überraschend sind die Preise in den vergangenen Wochen bei Produkten der Handelsmarken, darunter auch bei Kaufland, spürbar angestiegen.

Dennoch will die Handelskette seine Kundschaft diese Produkte schmackhafter machen und beim Kauf für ein besseres Gewissen sorgen. Wie die Lebensmittelzeitung (LZ) berichtet, forciere Kaufland „die Umstellung der Eigenmarken auf gesündere Rezepturen“.

Kaufland reduziert bei zahlreichen Produkten der Eigenmarken den Fett-, Zucker und Salzgehalt

Nach Angaben von Kaufland sollen im Rahmen einer Reduktionsstrategie seit 2018 bei 300 Produkten der Gehalt an Salz, Fett und Zucker bereits „deutlich reduziert“ worden seien, berichtet die LZ. Geht es nach den Vorstellungen des Handelskonzerns, so sollen durch die gesünderen Rezepturen die immer teurer werdenden Eigenmarken häufiger in den Einkaufswägen der Kundschaft landen – und der Händler von der Marge profitieren.

Wie das Unternehmen stolz verkündet, sei somit „ein wichtiges Zwischenziel erreicht“ worden. Die Reduzierung von Fett, Salz und Zucker sei mit dem Anspruch verbunden, „möglichst keine Ersatzstoffe zu verwenden“, erklärt Kaufland in seiner Pressemitteilung.

Kaufland prüft bei Zutaten von Eigenmarken „fortlaufend weitere Reduktionsmöglichkeiten“

Bis 2025 wolle das Unternehmen zudem bei 200 weiteren Handelsmarken, die in zahlreichen Fällen in den Fabriken der großen Marken hergestellt werden, den Gehalt der drei genannten Zutaten reduzieren. Laut Kaufland würden außerdem „fortlaufend weitere Reduktionsmöglichkeiten“ geprüft werden.

Bereits im Jahr 2020 hatte Kaufland nach Angaben der LZ als eines der ersten Unternehmen in Deutschland den weiterhin umstrittenen Nutri-Score freiwillig eingeführt. Bei den Eigenmarken K-take it veggie und K-Bio sei dies geschehen, bei den Eigenmarken K-Classic, K-Favourites, K-Wertschätze, K-free und K-to go soll der Nutri-Score bis Ende 2023 eingeführt werden, sofern die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind.

Kaufland reduziert den Fett- und Zuckergehalt von Eigenmarken-Artikeln.
Kaufland reduziert den Fett- und Zuckergehalt von Eigenmarken-Artikeln. © Michael Gstettenbauer/Imago

Kaufland spart Produktionskosten und verdient dank hoher Margen gutes Geld an Eigenmarken

Ganz selbstlos ist die Aktion aber natürlich nicht. Hinter der Reduzierung steckt wohl nicht nur der Wunsch, den Kunden gesündere Ware anzubieten. Schließlich spart Kaufland in Zeiten der Energiekrise wohl auch deutlich an Produktionskosten, wenn der Fett- oder Zuckeranteil in zahlreichen Produkten verringert wird – bei teils gleichbleibend hohen Margen.

Wie Lebensmittelverarbeitung-online berichtet, sei zuletzt beispielsweise der Zuckerpreis infolge von Corona und des Ukraine-Kriegs deutlich angestiegen. Zu den höheren Kosten bei der Herstellung gesellen sich dadurch auch Lieferschwierigkeiten.

Kaufland will dank Niedrigpreisen den Discountern Konkurrenz machen

Womöglich ist die Reduzierung der Zutaten ein elementarer Bestandteil, um zusammen mit anderen Supermärkten den Billigdiscountern, wie Aldi oder Lidl, mit den Eigenmarken in diesen schwierigen Zeiten weiter Konkurrenz machen zu können. Im Rahmen der „Jetzt erst recht“-Kampagne, in der jede Woche 300 Sonderangebote auf die Kundschaft warten, will man mit den Discount-Preisen mithalten und den Discountern die Kundschaft streitig machen.

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