Regeln im Straßenverkehr

Kopfhörer auf dem Fahrrad erlaubt? Diese Regel kennen viele Radler nicht

Egal ob per Kopfhörer oder Bluetooth-Lautsprecher – Musik hören, während man auf dem Fahrrad sitzt, macht Spaß. Aber ist das überhaupt erlaubt? Es hängt von der Lautstärke ab.

Dortmund – Ein knackiger Beat, der einen den Berg hochtreibt, ein interessanter Podcast, der den Nachhauseweg wie im Flug vergehen lässt: Musik, Podcasts hören oder telefonieren gehört für viele auf dem Fahrrad inzwischen dazu. RUHR24* klärt auf, ob das überhaupt erlaubt ist und welche Bußgelder drohen.

Gesetz in DeutschlandStraßenverkehrs-Ordnung (StVO)
ZweckRechtsverordnung, die Regeln für sämtliche Teilnehmer am Straßenverkehr festlegt.
Inkrafttreten der letzten Neufassung am1. April 2013

Musik hören und telefonieren auf dem Fahrrad: Was erlaubt ist und was nicht

Die gute Nachricht vorweg: Prinzipiell ist Musik hören während des Fahrradfahrens erlaubt – egal ob mit Kopfhörern oder via Bluetooth-Lautsprecher*. Auch das Telefonieren mit Kopfhörern, während man munter daher radelt, ist kein Problem. Entscheidend ist aber ein anderer Faktor. Und wer den nicht beachtet, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Gemeint ist die Lautstärke. So heißt es im Paragraf 23 Absatz 1 der Straßenverkehrsordnung, dass das Gehör nicht beeinträchtigt werden darf. Hierbei ist es egal, ob man im Auto, auf dem Fahrrad oder E-Bike sitzt. Hält man sich nicht an die Regel, droht ein Bußgeld von 10 Euro, gefährdet man durch sein Verhalten andere Verkehrsteilnehmer kostet das 25 Euro und kommt es zu einem Unfall bedeutet das ein Bußgeld in Höhe von 35 Euro.

Verursacht man außerdem einen Unfall, während man Musik beim Fahrradfahren hört, kann es passieren, dass der Anspruch auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld entfällt.

Kopfhörer tragen und Fahrrad fahren: Wann ein Bußgeld droht

Allerdings ist die gesetzliche Regelung ziemlich schwammig dargestellt. So ist nicht festgelegt, ab welcher Lautstärke generell von einer Beeinträchtigung des Gehörs gesprochen werden kann. Das ist aber auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Einige Indizien sprechen allerdings deutlich dafür, dass die Musik eindeutig zu laut war, während man auf dem Fahrrad saß – unabhängig von der persönlichen Hörleistung.

So sollte man auf jeden Fall hören, wenn ein Auto hupt oder das Martinshorn eines Rettungsdienstes erklingt. Ist das nicht der Fall, war die Musik deutlich zu weit aufgedreht. Passiert dann noch etwas, ist mit einer Strafe zu rechnen. Auch wenn man angesprochen wird – beispielsweise von einem Polizisten – und nimmt das nicht wahr, kann es teuer werden.

Deshalb gilt: Auf sogenannte Noise-Cancelling-Kopfhörer*, also Kopfhörer mit einer Funktion, die Umgebungsgeräusche aktiv unterdrücken, sollte man besser verzichten, wenn man gerade mit dem Fahrrad unterwegs ist. Laut Bussgeldkatalog.org ist es also vor allem wichtig, dass akustische Warnzeichen wie Klingeln oder Sirenen immer noch wahrgenommen werden können.

Musik hören und dabei Fahrradfahren: Auf die Lautstärke kommt es an

Inzwischen sieht man auch immer häufiger Menschen, die mit einer Bluetooth-Box auf dem Gepäckträger geschnallt, fröhlich mit ihrem Fahrrad oder E-Bike durch die Gegen radeln und sich dabei lautstark beschallen lassen. Das mag zwar für andere Personen nervig sein, verboten ist es aber prinzipiell ebenfalls nicht.

Der ADFC rät: Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte alle Sinne nutzen.

Allerdings gilt auch hier: Es ist in der Straßenverkehrsordnung zwar keine genaue Dezibelgrenze festgesetzt, die Warnzeichen im Verkehr müssen aber trotzdem von dem Fahrer wahrgenommen werden können. Überhört man die Sirene von Polizei, Feuerwehr oder Krankenwagen und macht keinen Platz, droht ein Bußgeld von rund 20 Euro. Kommt es zum Unfall, wird es nochmal teurer.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) rät daher: Egal ob beim Auto-, Fahrrad- oder E-Bikefahren, wer am Verkehr teilnimmt und weder sich noch andere gefährden will, sollte alle Sinne vollumfänglich nutzen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Robert Guenther/dpa

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