„Es explodierte“

Thermomix-Horror: Frau schwer verletzt, und sie ist nicht alleine - Jetzt muss die Firma zahlen

“Es explodierte“ - 45 Menschen wurden von Thermomix verletzt, jetzt muss eine australische Firma zahlen (Symbolbild)

Für viele ist es das Traum-Küchengerät. doch für einige wurde es zum Albtraum. Der Thermomix wird jeden Tag von Millionen Menschen benutzt, um Essen zu kochen. Doch wegen einer Fehlfunktion muss jetzt eine australische Firma eine teure Strafe zahlen.

Sydney - Für Danika Jones, Hausfrau aus der australischen Großstadt Perth, war es ein ganz normaler Tag. Wie immer wollte sie Abendessen für ihre Familie kochen, als etwas Schlimmes passierte, von dem der Sydney Morning Herald berichtet.

Wie Millionen von Frauen weltweit benutzte Danika auch das beliebte Küchengerät Thermomix, um Nudelsauce vorzubereiten. Doch an diesem Abend passierte plötzlich etwas, womit die junge Frau nicht gerechnet hatte: der Deckel des Geräts flog weg, und die ganze heiße Flüssigkeit wurde über ihren Körper bespritzt. Dabei erlitt Danika Verbrennungen zweiten Grades an Brust, Armen und Bauch und musste im Krankenhaus behandelt werden. 

45 Verletzte

Der Vorfall geschah im Januar 2016 und war leider nur einer von vielen. Im Zeitraum 2014-2016 wurden in Australien mindestens 45 Menschen durch die Benutzung des Küchenallrounders verletzt*. Betroffen war das Modell TM31. Alle Verletzte erlitten Verbrennungen wegen eines fehlerhaften Dichtungsrings am Deckel der Maschine. 

Jetzt muss der australische Ableger des deutschen Haushaltsgeräteherstellers Vorwerk eine Strafe von 4,6 Millionen australischen Dollar (ungefähr 2,6 Millionen Euro) an die Brandopfer zahlen. Das entschied ein Gericht in Australien, nachdem die australische Verbraucherschutzbehörde Ermittlungen gegen den australischen Distributor aufgenommen hatte. 

Eine „potenzielle Gefahr“

Der Richter begründete seinen Urteil damit, dass vom Thermomix eine „potenzielle Gefahr“ ausgehe. Er warf außerdem dem Unternehmen einen schweren Verstoß gegen das Verbraucherschutzgesetz vor, wie der Sydney Morning Herald berichtete. Offenbar hätte die Firma von der Fehlfunktion am Versiegelungsring des Deckels gewusst und das den Kunden verschwiegen. Nach australischem Gesetz ist aber ein Unternehmen dazu verpflichtet, die Regierung binnen 48 Stunden zu informieren, wenn von einem seiner Produkte eine Gefahr ausgeht.

Teure Konsequenzen

Jetzt muss der australische Ableger des deutschen Haushaltsgeräteherstellers Vorwerk die Konsequenzen ziehen und zahlen. Mittlerweile wurde den Dichtungsring des betroffenen Thermomix-Modells ausgetauscht, für die Nutzer besteht also keine Gefahr mehr. 

Thermomix ist eine Multifunktions-Küchenmaschine des Wuppentaler Unternehmens Vorwerk, mit der man Lebensmittel zerkleinern, mixen und kochen kann. Verkauft wird er auch in anderen Ländern wie Australien, allerdings von unabhängigen Distributoren, wie Michael Weber, Leiter Unternehmenskommunikation bei Vorwerk, unserer Onlineredaktion berichtete.

Mehrere Jahre lang war in Deutschland der Hype um die Küchenmaschine ungebrochen, doch Anfang Juli 2019 gab Vorwerk bekannt, dass die Nachfrage hierzulande sinkt. Wie merkur.de* berichtet, soll der Thermomix voraussichtlich ab Dezember 2019 nicht länger am Stammsitz in Wuppertal gefertigt werden.

Lesen Sie auch: Brandgefahr! Aldi Süd startet Rückrufaktion in ganz Deutschland.

*merkur.de gehört zur deutschlandweiten Ippen-Digital-Nachrichtenredaktion


fm

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