Es geht um viel Geld

Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche nach Kauf über Kleinanzeigen

Auf Kleinanzeigenportalen wie Ebay machen sich Betrüger breit, die mit Paypal Geld abzocken wollen.
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Auf Kleinanzeigenportalen wie Ebay machen sich Betrüger breit, die mit Paypal Geld abzocken wollen.

Paypal gehört zu den beliebtesten Zahlungsdienstleistern der Welt. Jetzt warnt die Polizei vor einer neuen Betrugsmasche bei Kleinanzeigen.

  • Wer sich ein bisschen Geld dazu verdienen möchte, räumt zu Hause auf und verkauft den alten Plunder.
  • Das geht wunderbar über diverse Kleinanzeigenportale, oft wird die Zahlung über Paypal unkompliziert abgewickelt.
  • Doch Vorsicht: Die Polizei warnt derzeit vor Betrügern, die es auf das Geld der Verkäufer abgesehen haben.

Düsseldorf - Wer gerne seine ausrangierten Schätze aus dem Keller über Kleinanzeigen verkauft, sollte besonders aufmerksam sein. Die Polizei warnt derzeit vor Betrügern, die ihre Opfer mit angeblichen Paypal-Zahlungen ausnehmen wollen, wie RUHR24.de* berichtet.

Unternehmen

Paypal

Gründung

Dezember 1998, Palo Alto, Kalifornien, Vereinigte Staaten

CEO

Dan Schulman (Juli 2015–)

Zentrale

San José, Kalifornien, Vereinigte Staaten

Gründer

Elon Musk, Peter Thiel, Max Levchin, Ken Howery, Luke Nosek, Yu Pan

Warnung der Polizei: Paypal-Betrüger auf Kleinanzeigenportalen unterwegs

Die Masche ist zwar keine neue, dennoch warnt die Polizei derzeit vor Betrügern, die es in den letzten Monaten verstärkt auf Kleinanzeigenverkäufer abgesehen haben. Bei dieser Masche können dem Verkäufer gleich einige hundert Euro flöten gehen.

Dabei bekundet der Betrüger reges Interesse an der Ware, die das Opfer im Internet zum Verkauf anbietet. Worum es sich dabei handelt, spielt am Ende keine Rolle, wie das Landeskriminalamt Niedersachsen mitteilt.

Paypal-Falle: So kann die Nachricht der Betrüger aussehen

Ob der Betrüger nun angebliches Interesse für die antike Standuhr, die wertvolle E-Gitarre oder eine alte Couch hat, eine Anfrage kann laut Polizei zunächst so aussehen:

"Hallo Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich interessiere mich wirklich für den sofortigen Erwerb des Produktes. Ich werde gerne wissen, wie lange Sie es besessen haben. Können Sie mir versichern, es ist in ausgezeichnetem Zustand? Und kann ich mehr Bilder dafür bekommen? Was ist der Endpreis? Ich werde diese Informationen gerne bald erhalten, damit wir diese Transaktion so bald wie möglich abschließen können. Grüße. Julia" [Namen und Mailadressen können variieren]

Paypal-Betrug: Käufer geben vor im Ausland zu leben

Auffällig ist zunächst die fehlerhafte Grammatik, die aus einem Übersetzungsprogramm stammen könnte, und dass nicht näher auf das eigentliche Produkt eingegangen wird. Laut Polizei kann dieser Abschnitt als Textbaustein gesehen werden, den Betrüger an mögliche Opfer versenden (mehr Service-News auf RUHR24.de*).

Antwortet der Verkäufer und Opfer des Betruges auf diese Nachricht, folgt recht schnell eine Antwort der Betrüger. Darin heißt es, dass der Artikel auf jeden Fall gekauft und per Paypal bezahlt wird. Außerdem wird erklärt, dass der Käufer aufgrund seines Berufs im Ausland nicht in der Lage ist, die Ware vor Ort zu begutachten.

Paypal ist ein beliebtes und eigentlich auch ziemlich sicheres Zahlungsmittel, gerade bei Kleinanzeigenverkäufern.

Paypal-Betrüger wollen angeblich eine Reederei engagieren

Die Betrüger geben vor, eine Schifffahrtsgesellschaft zu engagieren, um die Ware zum Wohnsitz im Ausland liefern zu lassen. Außerdem wird in der Mail nach dem Paypal-Namen, der Mail-Adresse des Opfers, der Handynummer und den Gesamtkosten gefragt.

Die Polizei weist darauf hin, dass die Worte Reederei und Schifffahrtsgesellschaft typisch für diese mittels Übersetzer generierten Schreiben seien. Zudem handelt es sich wieder um einen allgemeinen Text, der sich nicht auf das konkrete Produkt bezieht.

Betrug mit gefälschter Mail von Paypal - Geld wird nie ankommen

Sobald das Opfer des Betrugs seine Daten an die Betrüger verschickt hat, greift die eigentliche Betrugsmasche. In einer weiteren Mail machen die Betrüger auf die erforderliche Bezahlung des Transportdienstes aufmerksam. Aus diesem Grund hätte der Käufer/Betrüger mehr Geld per Paypal überwiesen.

Zwar bekommt das Opfer dieser Betrugsmasche eine vermeintliche Mail von Paypal, in der der Zahlungseingang bestätigt wird, doch das Geld wird nie auf dem Paypal-Konto eingehen. In der angeblichen Mail von Paypal steht außerdem, dass die Überweisung auf das Konto des Verkäufers erst erfolgt, wenn der Transportdienst bezahlt ist.

Paypal-Betrug - Verkäufer können mehrere hundert Euro verlieren

Fällt ein Verkäufer auf diese Betrugsmasche herein, verliert er oftmals mehrere hundert Euro. In einem Beispiel des Landeskriminalamtes Niedersachsen handelte es sich um einen Betrag von 390 Euro. Wer einmal auf die Masche hereingefallen ist, hat nur wenig Chancen, sein Geld jemals wiederzusehen.

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist das Geld zurückzubekommen, sollte auf jeden Fall die eigene Bank benachrichtigt werden. Außerdem sollten Opfer eine Anzeige bei der örtlichen Polizei stellen. Dazu sollte der Geschädigte sämtliche Unterlagen zu dem Fall mitbringen (Mailverkehr, Überweisungsbelege etc.).

Anhaltspunkte für einen Paypal-Betrug

Um gar nicht erst auf den miesen Trick hereinzufallen, ist auf einige Anhaltspunkte zu achten, die auf einen Betrug hinweisen können: 

  • Betrüger nutzen Textbausteine, die universell eingesetzt werden können und die sich nicht auf das konkrete Produkt beziehen.
  • Täter behaupten im Ausland zu wohnen oder zu arbeiten und dass sie die Ware nicht selbst begutachten und abholen könnten. Daher sei ein Versand notwendig.
  • Die Betrüger sind oft sofort mit dem Produkt zufrieden (ohne es gesehen zu haben) und wollen den Versand mittels Schifffahrt oder Reederei.
  • Die Sprache klingt nach einem Übersetzungsprogramm, auch wenn der Name deutsch klingt.
  • Für den Versand wurde angeblich mehr Geld mittels Paypal geschickt.

Video: Polizei warnt vor dreister Betrugsmaschen

Diese Betrugsmasche wird nicht zum ersten Mal eingesetzt, doch laut Polizei kommt es in den letzten Wochen häufiger zu Anzeigen in solchen Fällen. Besonders bei der Verkaufsplattform Ebay versuchen Betrüger immer wieder ihr Glück und nutzen dazu Paypal*.

Betrüger versuchen aber auch mit anderen Tricks an das Geld von Verkäufern im Internet zu kommen. In einer Abwandlung des Paypal-Betrugs sind die Betrüger auf einen SMS-Code scharf, mit dem sie im Internet auf Kosten des Opfers bezahlen können. *RUHR24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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