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Aldi, Edeka und Kaufland schmeißen zahlreiche Produkte wegen Ukraine-Krieg raus

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Von: Malin Schneider-Pluppins

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Der Ukraine-Krieg hat für Verbraucher in Deutschland Folgen. Supermärkte verbannen nicht nur Wodka.

Deutschland – Der Krieg in der Ukraine zeigt in Deutschland erste Auswirkungen. Verbraucher bekommen das vor allem durch Preiserhöhungen und fehlende Produkte zu spüren. Einige Supermärkte wie Aldi, Lidl und Edeka listen außerdem bewusst Produkte aus Russland aus. Wie RUHR24* berichtet, könnte zudem eine Kettenreaktion ausgelöst werden.

Konfliktrussisch-ukrainischer Krieg
russische Invasion in die Ukraine24. Februar 2022
Verantwortlicher MachthaberWladimir Putin (russischer Präsident)

Aldi, Lidl und Edeka reagieren auf Krieg in der Ukraine: russische Produkte fliegen aus Verkauf

Der Discounter* Netto hat laut Tagesschau bereits sämtliche Produkte russischer Erzeuger aus dem Verkauf genommen. Darunter Süßwaren, Fertiggerichte, Wurst und Spirituosen wie Wodka. Und auch Aldi, Rewe und der zugehörige Discounter Penny wollen keine russischen Produkte mehr verkaufen. Verbrauchern droht jedoch nicht nur durch den Boykott eine böse Überraschung, sondern auch durch Preissteigerungen bei vielen anderen Produkten.

Dem Boykott folgt auch Edeka, Deutschlands größter Lebensmittelhändler: Der Händler-Verbund will prüfen, welche Produkte aus Russland und von Unternehmen, die in Händen russischer Oligarchen sind, aus dem Sortiment fliegen sollen. Für alle Supermärkte gilt: Die noch in den Regalen und Lagern befindlichen Artikel sollen nicht vernichtet werden. Stattdessen sollen sie an die Tafel und ähnliche Organisationen gespendet werden.

In den meisten Supermärkten und Discountern finden sich nicht viele Waren russischer Herkunft. Von dem Boykott sind daher nur wenige Produkte betroffen. Bei Netto sind es 15, bei Aldi sogar nur ein einziger: Wodka. Doch die Händler setzten mit der Auslistung russischer Produkte ein Zeichen gegen den Krieg, den Russland in der Ukraine führt.

Auswirkungen des Ukraine-Krieges in Deutschland: Preissteigerungen bei Aldi, Lidl und Edeka und Co.

Verbraucher bekommen die Auswirkungen des Krieges aber auch auf anderer Ebene zu spüren: sie müssen bei vielen Produkten mit Preissteigerungen rechnen. Bereits vor der Invasion der russischen Armee in der Ukraine, hatten viele Unternehmen eine Preissteigerung für die kommenden Monate geplant, berichtet Focus Online.

Möbelhändler, Elektronikfachmärkte oder auch Textilhändler – sie alle geben gestiegen Energie- und Frachtkosten für die nötigen Preissteigerungen als Hauptgrund an. Ikea hatte viele Preise erst vor wenigen Wochen erhöht.* Und selbst Bier ist von der Preissteigerung nicht ausgenommen: Eine große Brauerei im Ruhrgebiet erhöhte erst jüngst die Preise für Bier*.

Mit dem Krieg in der Ukraine drohen die Kosten für Öl und Gas nun weiter zu steigen – und damit auch die Kosten für die Verbraucher, so Timo Wollmershäuser, Leiters der ifo Konjunkturprognosen (Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e. V.) gegenüber Focus Online.

Lebensmittel und Energiekosten steigen: nicht nur Auswirkungen des Ukraine-Kriegs

Das gilt nicht nur für die Strom- und Gasrechnung von Mietern und Hauseigentümern an sich. Auch andere Produkte könnten teurer werden. Anhaltende coronabedingte Logistikprobleme* und klimabedingte Ernteausfälle koppeln sich nun mit steigenden Energiekosten – was nahezu jede Branche belasten könnte.

Corona-Party in Frankfurt
Als Reaktion auf den Ukraine-Krieg verbannen Supermärkte nicht nur Wodka aus dem Sortiment (Symbolbild). © Robert Poorten/Imago Images

Zudem gilt die Ukraine als wichtiger Exporteur von Sonnenblumenöl, Mais und Weizen – auch hier könnte es nun laut 24garten* Engpässe geben. Erste Supermärkte und Discounter hätten die Abgabemengen für Sonnenblumen- oder Rapsöl bereits begrenzt, so das Onlinemagazin. Darüber berichtete auch BW24*. So soll der Discounter-Riese Aldi Süd bereits die Abgabe der Öl-Eigenmarke „Bellasan“ auf vier Flaschen pro Kunde begrenzt haben.

Im weiteren Verlauf müssten Verbraucher zudem bei Produkten wie Butter, Milch, Käse oder Joghurt, aber auch bei Brot- und Backwaren mit einer Preissteigerung rechnen. Auch die Preise für Obst und Gemüse könnten in den nächsten Wochen weiter steigen. Eine Kettenreaktion der Preissteigerungen ist offenbar bereits in vollem Gange. *RUHR24 ist wie BW24 und 24garten ein Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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