Haushaltstipps

Wäsche in der Wohnung trocknen kann teuer werden – und gefährlich: So geht‘s problemlos

Wer Wäsche einfach so in der Wohnung aufhängt, macht einen schweren Fehler. Denn es kann gefährlich und teuer werden.

  • In vielen Haushalten müssen Menschen ihre Wäsche in der Wohnung trocknen.
  • Wäschetrocknen drinnen bringt aber Probleme mit sich – und sogar Gesundheitsgefahren.
  • Wie Sie sich beim Wäschetrocknen viel Stress ersparen.

Offenbach – 250 Euro, 380 Euro oder 500 Euro: Wäschetrockner sind nicht billig und fressen oft mächtig Strom. Piept die Waschmaschine, bleibt vielen Haushalten mit der frisch gewaschenen Kleidung deshalb nur eines zu tun: Ab damit auf den Wäscheständer zum Trocknen. Wer aber weder Balkon, noch Terrasse, noch Keller sein Eigen nennt, steht vor einem Dilemma: Denn Wäsche in der Wohnung zu trocknen, ist nicht nur platzraubend, sondern kann auch teuer werden, wenn es schiefgeht – und im Zweifel sogar gefährlich für die eigene Gesundheit. Wer keine Vorkehrungen trifft, sollte sich das lieber zweimal überlegen. Zu beachten gibt es also einiges, insbesondere als Mieterin oder Mieter.

Wäsche trocknen in der Wohnung: Die Luftfeuchtigkeit ist das Hauptproblem

Die Energie der Morgensonne lässt an einem Wäscheständer das Wasser aus einer frisch gewaschenen Hose verdampfen.

Das Hauptproblem ist schnell erklärt: „Luftfeuchtigkeit“ heißt das böse Wort. In einem vollen Wäschekorb stecken etwa zwei Liter Wasser. Beim Trocknen gibt die Wäsche ihre Nässe an die Raumluft ab. In der Wohnung steigt dann die Luftfeuchtigkeit um durchschnittlich 30 Prozent an. Wer nicht aufpasst, sieht die Folgen schnell an den Wänden. Plötzlich kriechen hinter den Möbeln und in den Ecken schwarze Flecken hervor. Klarer Fall: Es ist Schimmel.

Die Sporen des Pilzes sind giftig, können Atemwegsbeschwerden auslösen, Allergien verursachen und auf Dauer gar zu Asthma führen. Neben diesen gesundheitlichen Gefahren sind feuchte, schmutzige Wände aber auch möglichen Vermietern ein Dorn im Auge. Rechtlich verbieten können sie ihren Mietern zwar nicht, Wäsche in der Wohnung zu trocknen. Richtet die Feuchtigkeit aber Schaden an, muss der Verursacher dafür aufkommen. Eine professionelle Schimmelbeseitigung kostet oft mehr als 1000 Euro. Sind umfangreiche Sanierungen nötig, wird es nochmal deutlich kostspieliger.

Wäsche trocknen in der Wohnung: So geht‘s problemlos

Solche Streitpunkte sind aber mit kleinem Aufwand leicht zu vermeiden. Wer seine frischgewaschene Wäsche in der Wohnung trocknen will, muss schlicht einige simple Grundlagen befolgen – und kann sich mit ein paar Kniffen das Leben leichter machen.

  • Das Wichtigste beim Wäsche trocknen in der Wohnung: Regelmäßig Lüften, damit die feuchte Luft nach draußen abziehen kann. Im Sommer darf die Wäsche gern am geöffneten Fenster stehen, sonst empfiehlt es sich, regelmäßig zehn Minuten stoßzulüften. Auch Durchzug dank geöffneter Türen oder Fenster – auch in anderen Räumen – hilft. Das Fenster einfach nur zu kippen, bringt aber wenig: Die Luft tauscht sich nicht effektiv aus.
  • Vorbereitung ist alles. Das gilt auch für einen simplen Vorgang wie das Wäschetrocknen. Mieter sollten die Thematik vorab mit ihrem Vermieter klären. Vielleicht hat er oder sie ja bereits Erfahrungen damit gemacht – oder sogar noch einen bislang ungenutzten Abstellraum übrig?
  • Vor dem ersten Waschgang kann es außerdem nicht schaden zu wissen, wie es um die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung bestellt ist. Messbar ist das mit einem Hygrometer, das es für gut 15 Euro online oder in der Drogerie zu kaufen gibt. Damit lässt sich testen, wie sich die Luftfeuchtigkeit verändert hat, wenn die Wäsche erstmal hängt.
  • Lässt die Art der Wäsche es zu, empfiehlt sich, an der Waschmaschine eine möglichst hohe Schleuderdrehzahl einzustellen. So kommt die Kleidung weniger triefend auf dem Wäscheständer an und gibt letztlich weniger Nässe in die Luft ab.
  • Den richtigen Raum der Wohnung zu wählen, ist entscheidend: Eines oder mehrere Fenster sind quasi unabdingbar. Ein wenig genutzter Raum ist ideal, das Badezimmer tut es aber auch, ist es doch auf Feuchtigkeit ausgelegt. Wo geduscht wird, wird die Wäsche aber auch langsamer trocken. Das Schlafzimmer bietet sich wegen der niedrigen Temperaturen meist nicht an, in der Küche gibt es zu viele Gerüche, im Wohnbereich ist oft viel los und die Wäsche steht im Weg.
  • Wer kann, lässt beim Aufhängen der trocknenden Wäsche ausreichend Platz zwischen den Kleidungsstücken. So zirkuliert die Luft besser. Zusätzlicher Tipp: Wer Hemden oder Blusen auf Bügel hängt, spart ein paar Zentimeter.

Wäsche trocknen in der Wohnung: Luftentfeuchter können bei Feuchtigkeit helfen

Wer diese Tipps befolgt, sollte beim Wäsche trocknen in der Wohnung eigentlich kaum Probleme bekommen. Bleibt die Luft aber trotz allem weiter nass und stickig, hilft vielleicht ein Luftentfeuchter. Die elektronische Variante gibt's zwar oft erst ab 100 Euro aufwärts, die einfache Version mit Granulat jedoch steht im Drogerie-Regal schon für unter zehn Euro. Günstiger als ein Wäschetrockner sind beide allemal – und absurde Irrungen beim Wäschetrocknen spart man sich auch. Obendrein drohen auch keine Gesundheitsschäden.

Auch die Bettwäsche zu waschen ist oft gar nicht so einfach wie gedacht – was das Waschmittel und das Waschprogramm betrifft, müssen Sie auf einiges achten. (ag)

Rubriklistenbild: © Christin Klose/dpa

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