Stiftung Warentest

Nina und Katwarn im Test: Gefahren-Meldung funktioniert bei einigen Smartphones nicht

Die Warn-App Nina ist seit 2015 in Deutschland verfügbar. Auch sie kommt beim bundesweiten Warntag im September zum Einsatz.
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Die Warn-App Nina ist seit 2015 in Deutschland verfügbar. Auch sie kommt beim bundesweiten Warntag im September zum Einsatz.

Warn-Apps werden wegen der Unwetter in Deutschland immer wichtiger. Doch Apple-Nutzer stehen vor einem Problem.

NRW - Der Klimawandel hat in vielen Teilen Deutschlands, auch in NRW*, in den letzten Wochen für starke Unwetter mit Hochwasser gesorgt.* Das Problem vielerorts: Die Leute konnten sich nicht rechtzeitig darauf vorbereiten. Durch Warn-Apps für Smartphones soll sich das künftig ändern, berichtet RUHR24*. Jetzt Stiftung Warentest diese Apps unter die Lupe genommen.

VerbraucherorganisationStiftung Warentest
Gründung4. Dezember 1964, Berlin
RechtsformSelbständige rechtsfähige Stiftung
HauptsitzBerlin

Warn-Apps bei Stiftung Warentest: „Nina“-App soll vor Hochwasser und Unwettern warnen

Das Angebot an Apps, die vor Extrem-Wetter warnen, scheint mittlerweile zu wachsen. Wichtig sind die Programme aber nicht nur bei Unwettern, sondern auch bei anderen Warnungen.

Bombenfunde gibt es im Ruhrgebiet immer wieder. Über das Smartphone können sich Bewohner benachrichtigen lassen und schauen, inwiefern sie von Evakuierungen aufgrund von Bombenentschärfungen* betroffen sind. Auch im Nachhinein können solche Apps wichtig sein, wie nach der Explosion in Leverkusen.* Wann welche Anwendungen wirklich sinnvoll sind, hat Stiftung Warentest jetzt untersucht.

Eine der bekanntesten Warn-Apps ist „Nina“. Seit 2015 bietet das Bundes­amt für Bevölkerungs­schutz und Katastrophen­hilfe (BBK) die Anwendung zur Warnung vor Katastrophen an. Mittlerweile sollen etwa zehn Millionen Menschen die App installiert haben. Ein möglicher Grund: Die App bietet quasi ein Rundum-Paket an Gefahren-Meldungen.

Warn-Apps fürs Smartphone: iPhone-Nutzer haben entscheidenden Nachteil

Das liegt daran, dass die Anwendung mit dem sogenannten Modularen Warn­system (MoWaS) arbeitet. So können nicht nur Kreise und Kreisfreie Städte dort Warnungen veröffentlichen, sondern auch „andere Behörden und Hilfs­organisationen“, so Stiftung Warentest.

Auch die Benachrichtigungen von anderen Programmen, wie „Katwarn“ und „Biwapp“ sind in der „Nina-App“ integriert. Unwetter-Warnungen vom Deutschen Wetterdienst (DWD)* werden zudem ab einer gewissen Warnstufe dort angezeigt werden. Zudem gibt es die aktuellen Corona-Regeln und Verhaltenstipps für den Katastrophenfall. Allerdings gibt es auch einen Haken, den es auch bei anderen Warn-Apps gibt.

Die Warn-App „Nina“ verschickt Warnungen vor Unwetter und anderen Katastrophen.

So haben bei der Verwendung der App „Nina“ Apple-Nutzer einen großen Nachteil: Wer sein iPhone oder seine Smart Watch auf „Bitte nicht stören“ gestellt hat, soll nach Angaben von Stiftung Warentest keine lauten Benachrichtigungen der Warn-Apps erhalten. Das liege daran, dass die Betreiber der Anwendungen erst bei Apple die Freischaltung der Funktion „Critical Alerts“ beantragen müssen.

Warnung vor Hochwasser und Unwetter: Betreiber von „Katwarn“-App reagieren überraschend

Die Betreiber der „Nina-App“ wollen dieses Problem nun beheben und die Funktion „im nächsten Release veröffent­lichen“. Auch bei den Apps „Biwap“ und „Warnwetter“ soll dieses Problem in Kürze durch Updates behoben werden.

Bei „Katwarn“ sei dies allerdings nicht geplant. Wer die Anwendung trotzdem in vollem Umfang mit dem Apple-Betriebssystem in iOS nutzen möchte, dem empfiehlt Stiftung Warentest, das iPhone auf „laut“ zu stellen und dafür andere Apps stumm zu schalten.

Die „Katwarn-App“ verspricht zu den Katastrophen-Warnungen auch „weniger zeitkritische Informationen“, wie Schulschließungen. Zudem sollen laut Stiftung Warentest die Veranstalter von Konzerten und Festivals die Anwendung nutzen, um die Besucher über aktuelle Geschehnisse zu informieren. Allerdings soll das Programm auch für Android-Nutzer einige Tücken haben. So beschwert sich ein Nutzer im Google Play Store, dass er zu spät über die Hochwasser-Katastrophe* in der App informiert worden sei.

Video: Warnung vor Unwetter und Hochwasser - Welche Warn-Apps helfen können

Warn-Apps bei Stiftung Warentest: Anwendungen versagen bei Hochwasser in NRW

Ähnliche Funktionen wie „Katwarn“ hat die Anwendung „Biwapp“. Sie hat einen lokalen Schwerpunkt und informiert die Nutzer neben geschlossenen Schulen auch über gesperrte Straßen. Zudem werden Nutzer über aktuelle Fahndungen der Polizei informiert.

Zwischen den Programmen „Nina“, „Katwarn“ und „Biwap“ gibt es eigentlich eine Kooperation, sodass Nutzer der „Nina-App“ die Warnungen aller Anwendungen erhalten sollen. Allerdings soll dies beim Hochwasser in Ahrweiler* nicht funktioniert haben. Nach Informationen von Stiftung Warentest habe der Datenaustausch zwischen den Apps nicht korrekt funktioniert.

Wo der Fehler lag, ist bislang allerdings ungeklärt. Wo die Kommunen lokale Warn-Apps verwenden, hält Stiftung Warentest es daher für sinnvoll, dass zu der „Nina-App“ eine der anderen lokalen Apps installiert ist.

Unwetter-Warnungen für Deutschland: „WarnWetter“ vom DWD mit einem Nachteil

Zur rechtzeitigen Information von Unwettern mit Hochwasser gibt es aber noch eine Alternative. Die App „WarnWetter“ wird vom Deutschen Wetterdienst (DWD) angeboten. Diese Anwendung bietet den Nutzern genaue Informationen zu „Stark­regen, Orkanen und Sturm­fluten“.

Dazu gibt es sämtliche Wetter-Warnungen für NRW* und alle anderen Teile von Deutschland. Zudem können sich die Nutzer durch die Vorhersagen und Berichte über das stundengenaue Wetter informieren. Wer aktuell in den Küstenregionen von Deutschland seinen Sommer-Urlaub verbringt, erhält für die Orte dort spezielle Prognosen. Allerdings gibt es auch hier einen Haken, denn die Warnungen sind zwar kostenlos, doch für die anderen Funktionen müssen Nutzer einmalig 1,99 Euro zahlen. *RUHR24 ist Teil des Redaktionsnetzwerks von IPPEN.MEDIA.

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