Arbeitsrecht

Wann der Chef die Überstunden bezahlen muss

+
Überstunden müssen manchmal sein. Der Vorgesetzte darf diese unter gewissen Bedingungen auch anordnen. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn

Viele Berufstätige kennen das: Man muss wegen eines neuen Projekts länger im Büro bleiben. Oder man lässt die Pause sausen, weil zu viel zu tun ist. In Deutschland fallen viele Überstunden an. Alles müssen sich Arbeitnehmer aber nicht gefallen lassen.

Berlin (dpa/tmn) - Wer mehr arbeitet, bekommt auch mehr Geld - das ist die Grundregel bei Überstunden. Auch dann, wenn es in Arbeits- oder Tarifvertrag keinen entsprechenden Eintrag gibt, muss der Arbeitgeber Überstunden vergüten.

Zuschläge obendrauf für Mehrarbeit oder einen Anspruch auf Freizeitausgleich als Alternative zur Bezahlung gibt es dagegen nur, wenn es eine entsprechende vertragliche Regelung gibt. Darauf weist der Rechtsschutz des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hin.

Manche Arbeitgeber versuchen, die Bezahlung mit einem Passus wie "Überstunden sind pauschal mit dem Entgelt abgegolten" im Arbeitsvertrag zu umgehen. Zulässig ist eine solche Formulierung nur, wenn sie begrenzt ist, also eine konkrete Stundenzahl enthält: Bis zu zehn Prozent der wöchentlichen Arbeitszeit seien dabei in etwa angemessen, so der DGB-Rechtsschutz. Eine unbegrenzte Inklusiv-Vergütung von Überstunden ist nur bei Beschäftigten in leitender Position oder mit überdurchschnittlich hoher Bezahlung zulässig.

Arbeitgeber dürfen Überstunden grundsätzlich anordnen - und Arbeitnehmer müssen dem zunächst folgen. Auch hier gibt es aber Grenzen, vor allem das Arbeitszeitgesetz: Demnach darf der Chef keine Mehrarbeit anordnen, mit der die tägliche Arbeitszeit zehn Stunden übersteigt. Es kann aber auch sein, dass Arbeitnehmer einfach so mehr arbeiten - weil das Pensum sonst nicht zu schaffen ist. Schreitet der Arbeitgeber dagegen nicht ein, ist das eine stillschweigende Duldung von Überstunden, die dann auch bezahlt werden müssen.

Nach Daten des Statistischen Bundesamtes arbeitet mehr als jeder zehnte Vollzeiterwerbstätige (11 Prozent) gewöhnlich mehr als 48 Stunden pro Woche - dies gilt als überlange Arbeitszeit.

Ratgeber bei DGB-Rechtsschutz

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

So brav? Sophia Thomalla überrascht mit intimen Vorlieben  

Passt das öffentliche Image von Sophia Thomalla gar nicht mit dem überein, was im heimischen Schlafzimmer passiert? Ein Interview erweckt jedenfalls diesen Eindruck. 
So brav? Sophia Thomalla überrascht mit intimen Vorlieben  

Fußballstar Özil mit Liebeserklärung an seine neue Promi-Freundin 

Der Fußballstar vom FC Arsenal präsentiert nun ganz offiziell seine neue Liebe auf Instagram.
Fußballstar Özil mit Liebeserklärung an seine neue Promi-Freundin 

Ed Sheeran diente früher als Zielscheibe

Im Ausweichen vor Flaschenwürfen war ich immer gut. Sagt Ed Sheeran über seine Anfänge.
Ed Sheeran diente früher als Zielscheibe

Zehnjährige wird das "Supertalent 2017"

Das Finale der Castingshow "Das Supertalent" auf RTL im XL-Format sahen 3,36 Millionen Zuschauer. Gewonnen hat die zehnjährige "Hundeflüsterin" Alexa Lauenburger.
Zehnjährige wird das "Supertalent 2017"

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.