Weserflößer fahren in sechs Tagen von Vaake nach Minden

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Am Sonntagmorgen legte das Floß in Vaake ab. Foto: Piekatz

Zur 1150-Jahrfeier Vaakes haben sich die Weserflößer etwas Besonderes einfallen lassen: In sechs Tagen fahren sie auf der Weser von Vaake nach Minden.

Von Helga Piekatz

Vaake. 40 Meter lang, 7 Meter breit, ca. 100 Tonnen schwer - so lag das Floß am Sonntagmorgen startbereit am Weserufer. 100 Festmeter Holz hatten die Reinhardshäger Weserflößer verbaut. Das waren 66 Stämme, jeder 20 Meter lang. Zwei Lagen Stämme unten, zwei Lagen quer darüber und die dritte Lage acht Meter nach hinten versetzt. Mit dem Hauptruder, dem "Kuhlbaum", hinten fährt man in die Kurve rein, mit den zwei "Schneppern" vorn wieder raus. Die Steuerung bei vier Stundenkilometern Fließgeschwindigkeit der Weser ist eine gekonnte Teamarbeit.

16 Flößer und ungefähr 30 Gäste fahren auf den einzelnen Etappen mit. Ziel ist das 201 Flusskilometer entfernte Minden, das sie am Freitag nach sechs Tagen erreichen möchten. Das erste Ziel ist Bodenfelde. Weiter geht es nach Höxter, Bodenwerder, Hameln und Rinteln. Kapitän ist Thomas Hiddersen aus Gieselwerder, ein erfahrener Binnenschiffer des Wasserschiffartsamtes. Der Smutje Martin Schmidt sorgt für die Verpflegung. Begleitet werden sie vom DLRG Minden.

Weserflößer wollen den Fokus auf die Region lenken

20.000 Euro kostete das Projekt zur 1150-Jahrfeier von Vaake. Mit Hilfe von Sponsoren haben es die Weserflößer selbst finanziert. Sie wollen "den Fokus der Öffentlichkeit auf ihre Region lenken, auf deren Stärken, Probleme und Gefahren – sowohl wirtschaftlich als auch mit Blick auf die Umwelt". Deshalb lautet ihr Motto "Regional ist nicht egal!" Dafür dankte Dr. Ingrid Beitzen-Heunicke vom Niedersächsischen Landesforsten den Flößern: "Sie tun es für den Rohstoff Holz und die wunderschöne Landschaft Weser".

Schirmherr ist Reinhardshagens Bürgermeister und Flößer Fred Dettmar. Die stellvertretende Landrätin des Kreises Kassel, Susanne Selbert, betonte: Tradition aufleben zu lassen und aufrechtzuerhalten, wirke auch nach außen. Sie wünschte "immer eine Handbreit Wasser unterm Stamm".

Auf Weser und Werra war die Flößerei bis 1964 von großer Bedeutung, danach rechnete sie sich nicht mehr. 2014 wurde die Flößerei in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Bereits seit mehr als 20 Jahren befahren die Weserflößer in ihrer Freizeit per Kleinfloß die Weser.

Vor dem Start versorgte Christa Schmidt Flößer und Besucher mit Brötchen und Kaffee, "Graf Reinhard und der Bischof von Paderborn" erzählten kurz die Geschichte von der Entstehung des Reinhardswaldes, und Friedegard Bete, Chorleiterin des Volkschors Veckerhagen, hatte ein Flößerlied zum Mitsingen gedichtet. Zahlreiche Besucher applaudierten und winkten zur Abfahrt der Flößer.

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