Achtung!

Was genau bedeuten eigentlich die Warnhinweise auf Putzmitteln?

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Reiniger enthalten viele Gefahrensymbole - doch was bedeuten sie?

Seit zwei Jahren sind Symbole wie das Ausrufezeichen auf Putzmitteln Pflicht. Sie sollen es Verbrauchern leichter machen, Gefahren auf den ersten Blick zu erkennen.

Es sind nur kleine Zeichen auf der Rückseite einer Flasche, aber sie können Leben retten: Ausrufezeichen auf dem Putzmittel, ein toter Fisch auf einem Spray - es gibt sie schon, aber noch versteht nicht jeder diese Symbole. 

Laut einer Umfrage des Online-Elternforums der Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder" weiß nur ein Drittel der Befragten Bescheid. Die Gefahren- oder Warnzeichen waren früher orange. Seit zwei Jahren sind allerdings neue Symbole bei den Herstellern Pflicht.

Wofür stehen die Gefahrensymbole?

Sie informieren über Gefahren, die von dem Umgang mit den Produkten ausgehen können, etwa dass sie ätzend, leicht entzündlich oder reizend sind. So kann ein Imprägnierspray für Schuhe ein entzündliches Treibmittel enthalten - ersichtlich an dem Flammensymbol.

Warum wurden die Symbole verändert?

Die Vereinten Nationen haben ein System zur Kennzeichnung chemischer Stoffe und Gemische festgelegt. Durch das Global Harmonisierte System (GHS) sollten diese Symbole weltweit vereinheitlicht werden. Darüber hinaus sollten die zuvor unterschiedlichen Systeme zur Kennzeichnung beim Transport und der Lagerung einander angenähert werden. Daher haben die neuen Symbole auch eine Rautenform - man kennt sie von Zügen oder Transportern, erklärt Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel.

Putzmittel: Was bedeuten die Symbole?

So sehen die Gefahrensymbole aus. Darunter ist auch ein Ausrufezeichen. Es bedeutet etwa: Achtung, das Mittel kann die Augen reizen.

Alle Piktogramme sind schwarz mit einem weißen Hintergrund - das Ganze muss rot umrandet werden, erläutert die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin in Dortmund. Und die Symbole stehen auf einer Spitze. Einige Bilder haben sich seit der Vereinheitlichung der Warnhinweise 2015 verändert: Das schwarze X für reizende Stoffe oder für Mittel, die gesundheitsgefährlich sind, wenn man sie verschluckt, ist mittlerweile verschwunden. Dafür gibt es jetzt ein Ausrufezeichen - es bedeutet zum Beispiel: Achtung, das Mittel kann die Augen reizen.

Die Flamme steht für entzündliche Mittel und ein Zeichen mit einer Hand, auf die etwas geschüttet wird, ist ein Hinweis auf ätzende Stoffe. Ein toter Fisch mit Baum steht für Umweltgefahr. Produkte, die einen Totenkopf tragen, darf es in Deutschland nicht frei zugänglich in Regalen geben. Für sie gelten besondere Regelungen, zum Beispiel, dass sie nicht an unter 18-Jährige ausgehändigt werden dürfen.

Lesen Sie hier, mit welchen Putzmitteln Sie Fenster streifenfrei reinigen.

Wie kann ich sichergehen, dass ich die Risiken richtig verstehe?

Es steht immer auch eine Erläuterung neben den Symbolen, erklärt Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel. Etwa: "Verursacht Hautreizungen". Und es gibt ein Signalwort: "Gefahr" für höhere Risiken und "Achtung" für niedrigere Risiken.

Service:

Informationen zu den Angaben auf Reinigungsmitteln finden Verbraucher in dem Faltblatt "Neue Angaben auf Packungen von Wasch-, Pflege- und Reinigungsmitteln", das gemeinsam vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und dem IKW erstellt wurde. Es gibt sie auch zum kostenlosen Herunterladen.

Was ist zu tun, wenn Kinder ein Putzmittel verschlucken?

Die bunten Flaschen sind verlockend und gefährlich: Trinken Kinder vom Putzmittel, sollten Erwachsene den Mund des Kindes öffnen und versuchen, die Reste herauszuholen. Dazu rät die Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder" in Bonn. Das Kind sollte dann vorsichtig etwas Wasser oder Tee trinken, aber keine kohlesäurehaltigen Getränke. Es darf beim Trinken keinen Brechreiz bekommen. Zugleich wird der Notarzt unter 112 gerufen oder das Kind zum nächsten Kinderarzt beziehungsweise in ein Krankenhaus gefahren. Kommen Haut oder Augen in Kontakt mit ätzenden oder reizenden Stoffen, sollten die betroffenen Stellen mindestens 15 Minuten lang mit Wasser gespült werden, rät die Aktion Das Sichere Haus.

Auch interessant: Warum Sie zuhause nur vier einfache Hausmittel zum Putzen benötigen.

dpa

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