Auf Statik achten

Vorsicht: Wenn Sie DAS in der Wohnung herausreißen, droht Ärger

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Wer ein Haus umbaut, will gerne auch mal Wände versetzen - dabei gilt es aber etwas zu beachten.

Geschlossene Räume sind out, eine offene Raumeinteilung beliebt: Doch wer sich in seinem Zuhause an den Wänden zu schaffen machen will, muss eines beachten.

Wer über einen Hausumbau nachdenkt und sich eine offenere Raumeinteilung wünscht, spielt oft mit dem Gedanken ein paar störende Wände herauszureißen. Schon vor der Planung Ihrer neuen Einrichtung sollten Sie allerdings darüber Bescheid wissen, welche Wände im Haus oder in der Wohnung eine tragende Last haben. Diese dürfen auf keinen Fall entfernt werden, da sonst das Gebäude instabil wird. Doch woran erkennt man, welche Wand tragend ist und welche nicht?

1. Wie ist die Wand positioniert?

Oft lässt sich schon an der Position einer Wand erkennen, ob sie tragend ist oder nicht. Dicke Außenwände gehören ohne Frage dazu, schließlich halten sie die gesamte Struktur des Gebäudes zusammen. Bei Innenwänden gestaltet es sich schon schwieriger. Meistens lassen sich tragende Wände daran erkennen, dass über mehrere Etagen hinweg Mauern aufeinander stehen.

Befindet sich also an der gleichen Stelle in allen Etagen eine Wand, könnte diese eine Last tragen. Das trifft besonders bei älteren Gebäuden zu.

2. Wie dick ist die Wand?

Nicht immer, aber in vielen Fällen gibt Ihnen die Wandstärke eine Auskunft darüber, ob Sie sie abreißen dürfen. Bei Neubauten gilt nämlich die Regelung, dass Wände eine Mindeststärke von 11,5 Zentimetern vorweisen müssen. Oft sind diese Wände nicht tragend - besonders, wenn sie an eine Außenwand und eine andere dickere Wand anstoßen. Ganz darauf verlassen sollten Sie sich aber nicht. Bei Wänden ab einer Stärke von 17,5 Zentimetern können Sie meistens davon ausgehen, dass sie tragend ist.

Auch interessant: Sie werden nicht glauben, was eine Frau in ihrer Schlafzimmerwand entdeckte.

Vergessen Sie bei Ihren Bemessungen insbesondere nicht, den Putz und etwaige Tapeten wegzuzählen! Die machen eine Mauer gerne mal beidseitig 1,5 bis 2 Zentimeter dicker. Eine 14,5 Zentimeter breite Wand ist also aller Wahrscheinlichkeit nach ein 11,5 Zentimeter starkes Mauerwerk.

Bei älteren Gebäuden müssen Sie allerdings vorsichtiger sein, weil diese noch nicht nach diesen Regelungen gebaut wurden.

3. Stützen und Balken nicht vergessen

Wie das Wort "Stütze" schon sagt, stützen diese Bauteile die Statik des Gebäudes. Deshalb dürfen auch diese ohne Fachmeinung niemals einfach so entfernt werden.

Besonders bei Fachwerkhäusern dürfen Sie nicht ahnungslos mit der Motorsäge auf die Wand losgehen - sie wurden oft nach einer ganz anderen Statik aufgebaut als normale Häuser. Während sie heute bis ins kleinste Detail durchgeplant wird, verließen sich früher die ortsansässigen Handwerker ganz auf ihre eigenen Erfahrungswerte. Fragen Sie hier auf jeden Fall einen Experten.

Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre Wände wie Profis streichen können.

Diese Wände können Sie wegreißen

Wände, die auf keinen Fall tragend sind, sind Zwischenwände aus Gipsdielen oder Trockenbauwände (Gipskarton auf Metallprofilen oder Holzrahmenschenkeln). Doch auch hier müssen Sie vorsichtig sein, selbst wenn diese Mauern nicht tragend sind, befinden sich darin oft Wasser- oder Elektroleitungen.

Deshalb sollten Sie in der Regel immer einen Fachmann hinzuziehen, bevor Sie sich daran machen, eine Wand herauszureißen. Der entstehende Schaden bei der Entfernung einer tragenden Mauer ist teurer, als die Meinung eines Architekten, Statikers oder Zimmerers einzuholen.

Lesen Sie hier von einem Jungen, der behauptete, dass jemand in seiner Wand lebte und diesem geheimnisvollen eingemauerten Brief von 1995.

Von Franziska Kaindl

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