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Geschirr spülen: Was ist hygienischer – Küchenschwamm oder Spülbürste?

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Von: Andrea Stettner

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Auf Spülschwämmen und -bürsten tummeln sich Milliarden Bakterien, die auch mit Spüli kaum zu reduzieren sind. Dennoch ist eines der beiden deutlich hygienischer.

Wer sein Geschirr per Hand spült, kennt das Problem: Irgendwann fängt der Spülschwamm an zu müffeln – und zwar richtig. Der Grund für die schlechten Gerüche sind Bakterien. Laut Forschern tummeln sich rund 54 Milliarden Bakterien pro Kubikzentimeter auf einem Spülschwamm. Ist es da vielleicht ratsamer, auf eine Spülbürste umzusteigen?

Ein Mann spült eine Pfanne. Auf einem Spülschwamm fühlen sich Bakterien pudelwohl. Hygienischer ist eine Spülbürste.
Auf einem Spülschwamm fühlen sich Bakterien pudelwohl. Hygienischer ist eine Spülbürste. © Westend61/Imago

Was ist hygienischer zum Geschirr spülen – Spülschwamm oder Spülbürste?

Tatsächlich befinden sich auf einer Spülbürste ähnliche Mengen von Keimen, wie auf einem Küchenschwamm, weiß Molekularbiologe Markus Egert von der Hochschule Furtwangen. „Aber die Bürste hat den großen Vorteil, dass sie einfach zwischen der Benutzung viel leichter und intensiver abtrocknet. Und dieses Abtrocknen, das reduziert die Keimzahl sehr deutlich um drei oder vier Zehnerpotenzen, ohne dass ich irgendetwas machen muss“, erklärt er in einem Interview von Deutschlandfunk. Spülbürsten trocknen also schneller und sind deshalb hygienischer als Spülschwämme. Zu diesem Schluss kommt auch eine internationale Studie, die 2021 im International Journal of Food Microbiology veröffentlicht wurde.

Spülschwämme bilden ideale Lebensbedingungen für Bakterien

Der Furtwanger Forscher hat zum Thema Mikroben in Schwämmen zwei Studien durchgeführt. Dass es in der Küche an vielen Orten von Bakterien nur so wimmelt, dürfte den meisten bekannt sein. Laut Egert ist die enorme Keimzahl auf Schwämmen aber sogar mit denen des menschlichen Verdauungstraktes vergleichbar. Das liege vor allem an den optimalen Lebensbedingungen, welche die Mikroben auf gebrauchten Spülschwämmen vorfinden: „Im Schwamm ist es feucht, es hat eine große Oberfläche, es gibt für die Mikroben in der Regel sehr viel zu fressen und es wird auch nicht so häufig gereinigt“, erklärt er weiter. Da richtet selbst Spülmittel kaum etwas dagegen aus.

Kaum Krankheitskeime auf Spülschwämmen

Doch die gute Nachricht lautet: Unter den vorherrschenden Keimen auf einem gebrauchten Spülschwamm, finden sich so gut wie keine Krankheitskeime wie etwa Salmonellen oder Campylobacter. Der überwiegende Teil besteht aus für Menschen harmlosen Wasser- oder Hausbakterien, bestätigt der Forscher. Selbst Pilze oder Viren fanden sich in seinen Studien in nur in sehr geringer Anzahl.

Kann ich den Spülschwamm reinigen?

Spülschwämme lassen sich allerdings relativ problemlos reinigen und so mehrfach wiederverwenden. Um sie hygienisch sauber zu bekommen, reicht einmal pro Woche ein Waschgang bei 60° C aus. Oder Sie reinigen Ihren Küchenschwamm einfach in der Spülmaschine.

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