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Gift im eigenen Garten: Vorsicht vor diesen todbringenden Pflanzen

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Von: Janine Napirca

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Wenn es darum geht, den Garten schön zu gestalten, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Doch Gartenfreunde sollten aufpassen, einige Pflanzen sind giftig.

Um sich selbst zu erhalten und sich vor Angriffen aus der Tierwelt zu schützen, enthalten einige Pflanzen Gift. Das mag aus Sicht des Evolutionsgedankens sinnvoll sein. Für Nutz- und Haustiere und für Menschen, insbesondere für Kinder, können diese Giftpflanzen im Garten jedoch verheerende gesundheitliche Folgen mit sich bringen. Im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen.

Grundsätzlich gilt: Je farbenfroher, desto gefährlicher

Während bei den meisten Pflanzen lediglich der Verzehr gefährlich ist, sollte man mit anderen giftigen Pflanzen jegliche Berührung vermeiden. Zum Beispiel kann bereits das Einpflanzen von Tulpen- und Narzissenzwiebeln ohne Handschuhe zu Hautirritationen führen. Auch Thujahecken sollte man nicht ohne Schutzkleidung schneiden.  

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Keine Vergiftungssymptome? – Stilles Wasser einflößen und Aktivkohle verabreichen!

Was, wenn Kinder oder Hunde unbemerkt giftige Pflanzen gegessen haben? Schnell handeln, denn bei Vergiftungen zählt jede Minute! Wenn noch keine Vergiftungserscheinungen auftreten oder Sie sich nicht ganz sicher sind, ob Giftpflanzen verzehrt wurden, sollten Sie stilles Wasser einflößen. So wird das Gift im Körper verdünnt. Außerdem empfiehlt sich medizinische Kohle. Die sogenannte Aktivkohle bindet Giftstoffe und macht sie für den Körper unschädlich. Gerade wenn Kinder im Haus leben, ist es empfehlenswert, Aktivkohle in Granulat- oder Tablettenform in der Hausapotheke vorrätig zu haben. 

Symptome wie Benommenheit oder Brechreiz? Notarzt konsultieren und Giftpflanze identifizieren!

Treten bereits die ersten Vergiftungserscheinungen auf, sollten Sie unbedingt den Notarzt rufen. Mögliche Symptome können Brechreiz aber auch Benommenheit sein. Es ist hilfreich, wenn Sie angeben können, welche Pflanze verzehrt wurde und auch in welchen Mengen. Sollten Sie gesehen haben, welche Giftpflanze ihr Kind gegessen hat, aber sie wissen nicht, wie diese heißt: Nehmen Sie eine Probe der Pflanze mit in die Notaufnahme.

Diese heimischen Pflanzen sind besonders gefährlich

Das Gift der Herbstzeitlosen, deren Blätter dem Bärlauch zum Verwechseln ähnlich sehen, wirkt schon in geringen Mengen tödlich. Bereits der Verzehr von zwei bis fünf Gramm der Samen führt zum Tod. Nach ungefähr sechs Stunden treten die ersten Vergiftungsanzeichen wie Schluckbeschwerden und brennender Mund- und Halsbereich auf, gefolgt von Erbrechen, Magenkrämpfen, Durchfall und Absinken der Körpertemperatur und des Blutdrucks. Der Tod tritt nach ein bis zwei Tagen durch Atemlähmung ein.

Herbstzeitlose blüht rosafarben.
Die Herbstzeitlose ist eine der gefährlichen heimischen Pflanzen im Garten. © A. Schauhuber/Imago

Den Goldregen findet man in öffentlichen Parks und Gärten, da er gerne als dekorative Zierpflanze verwendet wird. Seine Früchte werden in Schoten ausgebildet, die wie Erbsen oder Bohnen aussehen. Tödlich wird es für kleine Kinder bereits bei drei bis fünf Schoten, das entspricht in etwa fünfzehn Samen. Auch hier sind die ersten Vergiftungssymptome ein Brennen im Mund- und Rachenraum, Erbrechen und Magenkrämpfe, aber auch starker Durst und erhöhte Körpertemperatur. Später können Erregungszustände und Delirium, Pupillenerweiterung und Muskelkrämpfe auftreten. Schließlich enden Körper- und Atemlähmung tödlich.

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Die Christrose, oder auch Schneerose und Schwarze Nieswurz genannt, enthält stark giftige Inhaltsstoffe wie Saponine, Protoanemonin und Helleborin. Obwohl alle Pflanzenteile giftig sind, findet sich die stärkste Konzentration des Giftes im Wurzelstock. Mögliche Vergiftungssymptome sind Schwindel, Durchfall und Kollaps. Die Christrose ist besonders für Haustiere wie Katzen und Hunde, aber auch für Nutztiere wie Rinder, Kühe und Pferde sehr gefährlich.

Ein beliebter heimischer Nadelbaum ist die Eibe. Deren rote Samen sind zwar ungiftig, nicht aber alle übrigen Pflanzenteile. Schon bei Hautkontakt, beispielsweise mit zerriebenen Nadeln, können Vergiftungserscheinungen einsetzen. Eine Stunde später können Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Krämpfe, erweiterte Pupillen und Bewusstlosigkeit auftreten. Nachdem sich die Lippen rot verfärben, die Herzfrequenz stark ansteigt und wieder abfällt, tritt der Tod durch Herzversagen ein. 

Mit Abstand die giftigste Pflanze im europäischen Raum ist der Eisenhut. Tödlich ist schon eine Dosis von zwei bis vier Gramm der Knolle. Verabreicht bekommt man beim Eisenhut nicht nur einen Giftstoff, sondern gleich einen ganzen Giftcocktail, bestehend aus Aconitin, Benzoylnaponin, Lyaconitin, Hypaconitin und Neopellin. Gefährlich ist besonders Aconitin, das über die Haut und Schleimhäute allein durch die Berührung der Wurzelknolle aufgenommen wird. Leichte Vergiftungssymptome reichen von Taubheit der Haut bis hin zu Herzklopfen. Ist eine tödliche Menge erreicht, führen Atemlähmung und Herzversagen nach ungefähr drei Stunden zum Tod.

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