Stiftung Warentest

Herkunft von Grillkohle oft ungewiss

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Holzkohle für den Grill stammt am besten von heimischen Hölzern und aus legaler Waldbewirtschaftung. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn

Der Umwelt zuliebe sollte man keine Grillkohle aus illegalem Raubbau kaufen. Doch so einfach ist das nicht: Eine Stichprobe der Stiftung Warentest zeigt, dass auf Holzkohle-Säcken oft entsprechende Informationen fehlen.

Berlin (dpa/tmn) - Wer mit seinem Einkauf nicht die Umwelt gefährden will, hat es manchmal schwer. Ein Beispiel dafür ist Grillkohle. In 6 von 17 geprüften Holzkohle-Säcken hat die Stiftung Warentest Holz aus den Tropen oder Subtropen gefunden.

Einer der Produkte trägt sogar fälschlicherweise ein Siegel für Holz aus nachhaltiger und heimischer Bewirtschaftung. Und: Auf insgesamt neun Säcken fehlte ein Hinweis auf Herkunft oder Art des Holzes, heißt es in der Zeitschrift "test" (Ausgabe Juni 2019).

Warum ist das ein Problem?

Verbraucher wissen so nicht, ob nicht illegal geschlagenes Holz in den Kohlesäcken steckt - aus massenhafter Vernichtung von Regenwäldern beispielsweise. Allerdings: Die Hersteller von Holzkohle sind nicht verpflichtet, das Herkunftsland zu nennen. Und auch die Einfuhr von Holzkohle aus illegalem Raubbau ist an sich nicht verboten, erläutert die Stiftung Warentest. Eine entsprechende europäische Verordnung gegen illegales Holz auf dem EU-Markt gilt nicht für Grillkohle und Briketts.

Wie kann ich Holzkohle aus legaler Bewirtschaftung erkennen?

Für legale und nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern stehen vor allem zwei freiwillige Siegel: PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) und FSC (Forest Stewardship Council). Die Label befinden sich im Supermarkt auf vielen Produkten: an Zahnstochern, auf Verpackungen von Taschentüchern, Toilettenpapier und Tampons, an Schulheften, auf Kochlöffeln - und eben auch an Grillkohle.

Beide Label gehen mit ihren Vorgaben teilweise über die Regulierungsmaßnahmen der EU-Gesetze hinaus, vor allem aber über die Vorschriften vieler anderer Länder. Die Siegel garantieren auch eine gute Behandlung der Menschen, die mit dem Wald zu tun haben. Die Stiftung Warentest empfiehlt neben diesen beiden Siegeln auch das Naturland-Label.

Wie sicher sind die Siegel?

Betrug ist möglich, wie die Untersuchung der Stiftung zeigt - hier mit dem FSC-Label. In diesem Fall könnte die Falschinformationen auf einen Lieferanten zurückgehen, schreiben die Warentester mit Verweis auf eine FSC-Information. Das zeigt: Eine Garantie gibt es nicht. "Dennoch ist FSC-Holz besser überwacht als anderes", so die Stiftung. Sie empfiehlt darüber hinaus, ein Produkt zu wählen, auf dem Holzart und -herkunft angegeben sind.

Welche Alternativen gibt es zur Holzkohle?

Mittlerweile gibt es Briketts aus Kokosnussschalen oder aus verkokten Resten landwirtschaftlicher Abfälle. Hier entsteht Brennmaterial etwa aus Olivenkernen, Maiskolben oder abgeschnittenen Weinreben. Die Produkte sind vor allem in Bio- oder Ökomärkten und online zu finden. Und natürlich kann man mit Gas grillen.

Wann ist ein Holzkohlegrill besser, wann ein Gasgrill?

Beim reinen Grillergebnis nehmen sich beide Formen nichts. Die Entscheidung ist deshalb eine sehr individuelle, bei der viele Faktoren eine Rolle spielen - zum Beispiel Platz. Wer nur einen kleinen Balkon hat, muss oft Rücksicht auf die Nachbarn nehmen, und greift daher oft zum Gasgrill. Bei einem großen Garten ist ein Holzkohlegrill meist kein Problem. Grills mit Holzkohle sind zudem günstiger, Gasgrills lassen sich dafür leichter und präziser steuern - und sie werden schneller heiß.

Test

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