Kritik an Umweltbilanz

Nabu: Aus Umweltsicht kein Kreuzfahrtschiff zu empfehlen

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Umweltschützer kritisieren die schlechte Umweltbilanz von Schiffen. Foto: Jens Büttner/dpa/Symbolbild

Die Schifffahrt bleibt umweltpolitisch unter Beschuss. Umweltschützer haben die Kreuzfahrt-Reedereien scharf kritisiert. Die weisen das zurück - der Nabu sieht immerhin einen Lichtblick. Auch in der Frachtschifffahrt ist das Problem ungelöst.

Hamburg (dpa) - Schweröl als Treibstoff und kaum Abgasreinigung: Laut dem Naturschutzbund Nabu ist aus Umweltsicht kein einziges Kreuzfahrtschiff in Europa empfehlenswert.

"Die Umweltbilanz der Kreuzfahrtreeder ist insgesamt weiterhin schlecht", sagte Bundesgeschäftsführer Leif Miller bei der Vorstellung des jährlichen Rankings in Hamburg.

Der Nabu verwies daneben auf verdeckte Messungen an Bord von Kreuzfahrtschiffen, die eine hohe Belastung mit krebserregenden Rußpartikeln zeigten. Auch in den großen Häfen gebe es massive Luftbelastungen.

Noch am besten schnitten in dem Ranking die beiden deutschen Reedereien Tui Cruises mit den vier Neubauten "Mein Schiff 3" bis "Mein Schiff 6" und Hapag-Lloyd Cruises mit der "Europa 2" ab. Sie verwenden laut Nabu immerhin einen Stickoxid-Katalysator.

Kritik äußerte der Umweltschutzverband unter anderem an Aida Cruises. Das Unternehmen habe Investitionen in Abgassysteme angekündigt, ohne diese dann aber umzusetzen. Auch über ein Jahr nach der Indienststellung der "Aida Prima" sei dort kein Filter im Einsatz.

Dem widersprach allerdings Aida Cruises: Sechs Schiffe der Flotte - darunter die "Aida Perla" und "Aida Prima" - verfügten über Systeme zur Abgasnachbehandlung. Wo es die Genehmigung zum Betrieb der Systeme gebe, würden diese auch genutzt.

Auch der Kreuzfahrtverband Clia kritisierte die Darstellung des Nabu. Bereits seit 2015 gelte zum Beispiel in der Nord- und Ostsee ein Schwefel-Grenzwert von 0,1 Prozent. Das bedeute, dass dort kein Schiff mehr mit Schweröl fahren darf, ohne eine Filtertechnik an Bord zu haben. Die Behauptung, dass alle Schiffe mit Schweröl fahren, treffe ebenfalls nicht zu. Sämtliche Kreuzfahrtschiffe erfüllten die gesetzlichen Grenzwerte oder gingen darüber hinaus.

Kritik gab es von Clia auch an den Messmethoden des Nabu. Diese entsprächen nicht wissenschaftlichen Standards. Grundsätzlich verfolge man aber das gleiche Ziel: eine Reduzierung der Emissionen und den Schutz der Umwelt.

Eine positive Teilentwicklung sieht der Nabu. Besserung sei ab 2018 in Sicht, wenn die ersten komplett mit Flüssigerdgas (LNG) betriebenen Schiffe in Dienst gestellt werden. Das erste wird die "Aida Nova" sein, die im Dezember 2018 an den Start gehen soll.

Kreuzfahrtschiffe machen jedoch nur einen sehr kleinen Teil der gesamten Schifffahrt aus. Im Hamburger Hafen entfielen zum Beispiel im vergangenen Jahr nur 156 von insgesamt 8719 Schiffsanläufen auf die Passagier-Riesen - ein Anteil von 1,8 Prozent. Containerschiffe brauchen im Hafen in der Regel weniger Strom als Kreuzfahrer, die einen kompletten Hotelbetrieb mit Energie versorgen. Containerschiffe haben aber etwa Kühlcontainer an Bord, die auch Strom benötigen.

"Der Umwelt- und Klimaschutz ist mit erheblichen Kosten verbunden", sagte Alfred Hartmann, der Präsident des Verbandes Deutscher Reeder (VDR), am Dienstag in Hamburg. In der aktuellen Lage, in der viele Handelsschiffe ihre Kapitalkosten nicht erwirtschaften könnten, sei das eine große Herausforderung für die Branche. Nur relativ wenige Häfen würden außerdem bislang Landstrom für den Aufenthalt anbieten.

Auch Hartmann verwies auf Fortschritte in der Vergangenheit und die Ausweisung von speziellen Seegebieten, wo nur ein geringer Ausstoß von Schadstoffen zulässig ist. Dazu zählen auch die Nord- und Ostsee sowie die Häfen ohnehin.

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