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Aufgepasst: Pool-Wasser nicht einfach im Garten entsorgen

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Von: Franziska Kaindl

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Wasser aus einem Schwimmbecken sollte auf keinen Fall im Garten entsorgt werden. Chlor und andere Desinfektionsmittel können dem Grundwasser schaden.
Wasser aus einem Schwimmbecken sollte auf keinen Fall im Garten entsorgt werden. Chlor und andere Desinfektionsmittel können dem Grundwasser schaden. © Ralf Hirschberger

Ein eigener Pool im Garten ist etwas Tolles. Doch nach dem Badespaß darf das Beckenwasser nicht einfach im Garten entsorgt werden.

Sommerzeit ist Badezeit. Doch dieses Jahr hat man wegen Corona weniger Lust ins Freibad zu gehen. Aber man kann auch Zuhause Spaß im Wasser haben, mit einem eigenen Pool* oder Schwimmbecken. Doch wie entsorgt man das Wasser nach dem Badespaß richtig?

Pool-Wasser nach Badesaison entsorgen: Wohin damit?

Bei der Entsorgung von Pool-Wasser sind die rechtlichen Vorgaben und die Anforderungen der Abwassertechnik zu beachten, wie der Naturschutzbund (NABU) Berlin schreibt. Badewasser, das aus der Trinkwasserleitung stammt und frei von Zusätzen ist, kann deshalb problemlos in Oberflächengewässer geleitet werden.

Die Umweltkanzlei Bremen stimmt zu: Badewasser, welches nicht mit Chemikalien versehen wurde, wie zum Beispiel in Planschbecken, kann im Garten entleert werden – oder zum Blumengießen verwendet werden. Man solle aber Rücksicht nehmen, dass das Wasser nicht das Grundstück des Nachbarn flutet.

Falls es sich um eine große Menge Wasser handelt, können Sie es zum Beispiel schrittweise ablaufen lassen, sodass es sich gut verteilt. Besonders bei kleinen Gärten bietet sich diese Methode an.

Auch interessant: Pool aufstellen: So schützen Sie Ihren Rasen vor Fäulnis.

Wie wird Pool-Wasser mit Zusätzen richtig entsorgt?

Komplizierter wird es hingegen bei Wasser aus Schwimmbecken. Denn diese sind in der Regel mit Chlor und anderen Desinfektionsmitteln belastet. Enthaltene Biozide können zudem auch Pilze und Bakterien im Boden abtöten, die wiederum viele Pflanzen mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgen. Die „niederen“ Bodenorganismen sind Nahrungsgrundlage für „höhere Bodenorganismen" wie Asseln oder Regenwürmer. Daher darf das behandelte Wasser auf keinen Fall in den Boden und ins Grundwasser gelangen. Denn das Beckenwasser ist Abwasser, es gilt als belastet und muss über den Schmutz- oder Mischwasserkanal entsorgt werden.

Die Empfehlung der Bremer Umweltsenatskanzlei: Vor der Einleitung in die öffentliche Kanalisation sollte man sich bei der zuständigen Behörde informieren und das weitere Vorgehen absprechen. Falls kein öffentlicher Entsorgungsweg vorliegt, empfiehlt der NABU, das Pool-Wasser von einem Abwasserentsorger mit einem Fahrzeug abpumpen und ordnungsgemäß entsorgen zu lassen. (fk/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Lesen Sie auch: Wie oft muss eigentlich das Wasser im Planschbecken gewechselt werden?

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