Vom Topf in den Garten

So wächst der Weihnachtsbaum weiter

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Ob der Weihnachtsbaum im Topf nach dem Fest im Garten überlebt, hängt von seiner Produktionsweise und seiner Pflege im Haus ab. Foto: Inga Kjer/dpa-tmn/dpa

Bis zu 26 Millionen Weihnachtsbäume gibt es jedes Jahr in deutschen Haushalten. Die meisten landen nach dem Fest im Müll. Nachhaltiger ist es, den Baum im Topf später in den eigenen Garten zu setzen.

Berlin (dpa/tmn) - Der Weihnachtsbaum im Topf kann im Garten überleben. Ob er es schafft, hängt von seiner Produktionsweise und seiner Pflege im Haus ab.

Der Kauf: Auf Wurzelwerk achten

Viele Weihnachtsbäume wachsen ihr Leben lang nur an einem Standort. Ihre Wurzeln werden dann bei der Ernte teils abgestochen und in einen Topf gedrückt, erläutert Niels Reinke, Mitglied im Bund deutscher Baumschulen. "Diese Bäume werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht weiterwachsen."

Daher sollte man beim Kauf hinterfragen, ob der Baum mehrfach umgesetzt wurde. Das ist eine übliche Methode von Gärtnereien, um die Bildung von Feinwurzeln anzuregen. "Damit wachsen die Bäume dann im Garten weiter", erklärt Reinke. Er hat damit Erfahrung: Er verleiht Weihnachtsbäume. Von 100 im vergangenen Jahr vermieteten Gehölzen haben 99 überlebt.

Die Pflege: An die Heizungswärme gewöhnen

Die Gehölze reagieren empfindlich auf die trockenen und warmen Bedingungen im Haus. Daher dürfen sie nicht direkt vor der Heizung oder einem Kamin stehen. "Wir würden es ja auch nicht mögen, 24 Stunden vor dem warmen Ofen zu sitzen", sagt Reinke.

Er empfiehlt auch, den Baum beim Wechseln vom Freien ins Haus zu akklimatisieren. Er kommt für zwei, drei Tage in den "nicht so warmen Flur oder Wintergarten", erst danach in den beheizten Bereich. Insgesamt sollte der Weihnachtsbaum auch nicht zu lange im Haus bleiben. In der Zeit muss er regelmäßig gegossen und mit dem Nebel aus einer Sprühflasche benetzt werden.

Das Einsetzen: Frostfreie Tage nutzen

Beim Auszug aus dem Haus in den Garten muss der Baum sich erneut an die Bedingungen gewöhnen können. "Er kommt wieder für ein paar Tage in den Flur, den Wintergarten oder die Garage", erklärt Reinke.

Ist es draußen dann verhältnismäßig warm, ist das Einpflanzen kein Problem. Bei Temperaturen im einstelligen Bereich sollte man hingegen abwarten. Auch der Boden muss beim Einsetzen frostfrei sein - "mindestens so tief, wie der Topf groß ist", rät der Baumschuler aus Rellingen. Danach muss der Baum regelmäßig an frostfreien Tagen gegossen werden.

Die Wiederverwertung: Im Topf einsetzen

Kann man den Weihnachtsbaum im nächsten Jahr wieder ausgraben? Davon rät der Baumschuler ab. Es sei denn, man setzt ihn mitsamt dem Topf in den Gartenboden. "Die Wurzeln werden zwar aus dem Topf herauswachsen. Aber wenn man ihn rausholt, kann man ein wenig drehen, so dass diese Wurzeln abreißen", erklärt Reinke.

Die Weiternutzung als Weihnachtsbaum ist meist nur einmal möglich - denn Nordmanntannen, der Deutschen liebster Baum - legen pro Jahr 30 bis 40 Zentimeter Höhe zu.

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