Gartenmythen erklärt

Sollen die Samenstände der Stauden entfernt werden?

+
Die Blütenstände der Lupine sollten zum nach der Blütezeit abgeschnitten werden, denn die Samen der Pflanze würde sich sonst stark ausbreiten. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Verblühte Stauden zurückschneiden oder nicht? Das ist Frage, die die Hobbygärtner gerade beschäftigt. Die Profis der Bayerischen Gartenakademie helfen ihnen weiter.

Veitshöchheim (dpa/tmn) - Viele Hobbygärtner schneiden ihre verblühten Stauden zurück. Sie sind braun geworden, vielleicht schlapp. Aber viele Gartenprofis raten dazu, die noch halbwegs gut aussehenden Pflanzen stehen zu lassen - denn sie werden im Winter wieder zu Schönheiten. Was steckt dahinter?

Unter Stauden versteht man höhere Pflanzen, die über viele Jahre wachsen. Zwar sterben in der Regel die oberflächlichen Teile ab, wenn sie verblüht sind. Doch der Wurzelstock bleibt erhalten, überwintert und treibt im Folgejahr wieder aus.

Stauden unterscheidet von Gehölzen auch, dass ihre oberirdischen Teile mit der Zeit nicht zu Holz werden, wie man das von den neuen Trieben von Bäumen und Sträucher kennt. Daher heißt es auch, dass Stauden krautig wachsen.

Es gibt einen häufig genannten Tipp zu Stauden: Die ab Spätsommer und Herbst braun gewordenen Pflanzenteile und darunter besonders die Samenstände sollten erhalten bleiben. Im Raureif und Frost der bitterkalten Tage sehen sie dann hübsch aus - wie von einer weißen Zuckerschicht überzogen. Außerdem ernähren die Samenstände Vögel in der nahrungsarmen Zeit.

Daher sollten, soweit überhaupt erforderlich, Rückschnitte erst im Frühjahr erfolgen, erklärt die Bayerische Gartenakademie. Besonders wertvoll seien die Samenstände von Herbstaster (Aster spec.), Edeldistel (Eryngium spec.), Ballonblume (Physalis franchettii) und Strandflieder (Limonium spec.).

Nun ist es aber auch so, dass manche Stauden sich sehr stark verbreiten und andere Pflanzen verdrängen. Daher gibt es zugleich auch den Rat der Bayerischen Gartenakademie, die Samenständen zum Beispiel dieser Stauden zu entfernen: Goldrute (Solidago-Hybriden), Lupinen (Lupinus polyphyllus), Telekie (Telekia speciosa), Akelei (Aquilegia spec.), Rittersporn (Delphinium-Sorten), Königskerze (Verbascum spec.), Flammenblume (Phlox paniculata), Spornblume (Leutranthus ruber), Staudenglockenblume (Campanula-Arten). Das sollte aber schon so früh wie möglich geschehen, am besten schon zum Ende ihrer Blüte.

Hinweise der Bayerischen Gartenakademie

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Strahlend weiße Fugen - mit diesem genialen Trick

Fast jeder hatte schon mit dreckigen Fugen im Bad zu kämpfen: Oft hilft dann alles Schrubben nichts - dabei gibt es einen ganz einfachen Tipp Fliesenfugen zu reinigen.
Strahlend weiße Fugen - mit diesem genialen Trick

So haben Sie Aspirin noch nie verwendet - sollten es aber tun

Aspirin ist jedem als Kopfschmerzmittel bekannt - doch hätten Sie gedacht, dass sich die Tabletten auch für etwas anderes Geniales verwenden lassen? Lesen Sie mehr.
So haben Sie Aspirin noch nie verwendet - sollten es aber tun

Darum ist Backpulver ein absolutes Wundermittel im Haushalt

Backpulver wird oft zum Reinigen von Toilette, Backofen & Co. empfohlen - doch was ist eigentlich drin und warum funktioniert es so gut? Wir beantworten Ihre Fragen.
Darum ist Backpulver ein absolutes Wundermittel im Haushalt

Diese Tütchen sollten Sie auf keinen Fall wegwerfen

Sie sind in jedem Schuhkarton oder neu gekauften Taschen zu finden: Kleine Tütchen mit durchsichtigen Kügelchen drin. Was hat es mit ihnen auf sich?
Diese Tütchen sollten Sie auf keinen Fall wegwerfen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.