Tierfreunde im Vorteil

Urteil: Vermieter darf Hundehaltung nicht generell verbieten

Köln - Er gilt als bester Freund des Menschen: Über acht Millionen Hunde leben in deutschen Haushalten. Vor allem in Mietwohnungen kann es häufiger Probleme geben - nun gibt es ein neues Urteil, das Haustierliebhabern zugute kommt.

Um Tiere in der Mietwohnung gibt es immer wieder Streit. Vermieter haben oft Angst vor Beschädigungen, und Mieter fühlen sich durch ein Verbot eingeschränkt. Aus diesem Grund haben Hundehalter es vor allem bei der Wohnungssuche häufig nicht leicht und blitzen bei potenziellen Vermietern schnell ab. Ein weiteres Urteil zeigt nun: Gänzlich verbieten dürfen Vermieter bestimmte Tiere nicht.

Pauschales Tierverbot unzulässig

Vermieter dürfen die Tierhaltung nicht pauschal verbieten. Eine Klausel im Mietvertrag, wonach bestimmte Tierarten überhaupt nicht oder nur mit Genehmigung des Vermieters gehalten werden dürfen, ist unwirksam. Das entschied das Amtsgericht Köln (Az.: 210 C 26/15), wie die Zeitschrift „Wohnungswirtschaft und Mietrecht“ in der aktuellen Augabe berichtet . Denn durch diese vorformulierte Vertragsbedingung werden Mieter unangemessen benachteiligt.

Vertrag muss eindeutig formuliert sein

In dem verhandelten Fall enthielt der Mietvertrag eine Klausel, die für Tierhaltung die Zustimmung der Vermieterin verlangte. Ausgenommen hiervon waren Kanarienvögel, Wellensittiche, Schildkröten oder Fische. Hunde, Katzen, Mäuse, Kaninchen, Frettchen oder Schweine durften sich generell nicht in den Mieträumen aufhalten. Auf diesen Passus wurde die Mieterin schon bei der Besichtigung mündlich hingewiesen. Die Mieterin nahm allerdings später doch einen Hund bei sich auf, wogegen die Vermieterin klagte.

Ohne Erfolg: Die Klausel im Mietvertrag sei unwirksam, weil sie durch das Verbot der Hundehaltung unangemessen benachteilige. Die Klausel sei zudem unpräzise formuliert, so dass nicht klar sei, ob es überhaupt möglich sei, eine Genehmigung für die Hundehaltung bekommen zu können. Die Mieterin habe auch nicht, wie von der Vermieterin angenommen, die Pflicht, sie über eine beabsichtigte Hundehaltung zu informieren. Denn die Klausel sei ja unwirksam. Auch sei die Wohnung der Mieterin groß genug, und es gingen keine Störungen von dem Tier aus. Daher könne die Hundehaltung hier nicht untersagt werden.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Was ist ein Fertighaus zum Mitbauen?

Wer ein Haus bauen möchte, wird mit vielen Werbebegriffen konfrontiert - Selbstbauhäuser oder Fertighäuser zum Mitbauen sind so ein Fall. Was steckt dahinter?
Was ist ein Fertighaus zum Mitbauen?

Schluss mit nervigen Fettspritzern im Backofen - dank dieser Hausmittel

Über die Jahre wird der Backofen ganz schön in Mitleidenschaft gezogen: Mit diesen Hausmitteln sorgen Sie dafür, dass er trotzdem immer glänzt.
Schluss mit nervigen Fettspritzern im Backofen - dank dieser Hausmittel

Diese Stelle im Bad ist 70 Mal so schmutzig wie die Toilette

Sie dachten, im Badezimmer wäre die Toilette am meisten mit Keimen belastet? Da haben Sie sich wohl getäuscht. Eine andere Stelle ist 70 Mal schmutziger.
Diese Stelle im Bad ist 70 Mal so schmutzig wie die Toilette

Blühenden Narzissen aus dem Handel droht der Kältetod

Sie sind die Vorboten des nahenden Frühlings: Vorgezogene, teils schon blühende Narzissen, Tulpen und Primeln im Gartenhandel. Doch man sollte sie nur bedingt ins Freie …
Blühenden Narzissen aus dem Handel droht der Kältetod

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.