Mehr Abnutzung

Vermieter kann für Untervermietung Zuschlag erheben

+
Will man als Mieter nur einen Teil seiner Wohnung Dritten überlassen, darf der Vermieter das nicht ablehnen. Jedoch kann er einen Zuschlag verlangen. Foto: Felix Kästle

Die Mieten steigen, Wohnraum ist knapp - so liebäugeln viele damit, Teile der Wohnung an dritte zu vermieten und so die Finanzen etwas aufzustocken. Ohne Erlaubnis des Vermieters geht das jedoch nicht.

Berlin (dpa/tmn) - Einen Untermieter aufnehmen darf nicht jeder Mieter einfach so. Der Vermieter kann seine Zustimmung davon abhängig machen, dass ein Zuschlag gezahlt wird, erklärt der Deutsche Mieterbund (DMB).

Will ein Mieter seine Wohnung vollständig untervermieten, braucht er die Erlaubnis des Vermieters. Einfacher ist es nach Angaben des DMB, wenn der Mieter nur einen Teil seiner Wohnung Dritten überlässt. In diesem Fall darf der Vermieter nicht ablehnen, wenn der Mieter ein berechtigtes Interesse an der Untervermietung hat. Dazu zählt, wenn er so seine Kosten für die Wohnung reduzieren will.

Nach dem Gesetz darf der Vermieter seine Erlaubnis aber von einer Mieterhöhung in Form eines Untermietzuschlags abhängig machen. Voraussetzung ist laut Mieterbund, dass die Untervermietung ohne Mieterhöhung für den Vermieter unzumutbar wäre. Das ist etwa dann der Fall, wenn durch die (teilweise) Überlassung der Wohnung an Dritte die Mietsache in erhöhtem Maße abgenutzt wird oder höhere Betriebskosten anfallen.

Die Höhe ist nicht gesetzlich festgelegt. 25 Euro pro Monat und Untermieter hielt das Landgericht Berlin bei einer Vier-Zimmer-Wohnung für angemessen, wenn die Untervermietung sonst für den Vermieter unzumutbar gewesen wäre (Az.: 63 S 152/14).

Doch die stärkere Belegung der Wohnung rechtfertigt nicht immer einen Untermietzuschlag, wie das Landgericht Berlin in einem anderen Fall entschieden hat (Az.: 64 S 104/18). Und erst recht kann der Vermieter demnach keinen Zuschlag bei einer gleichbleibenden Belegung der Wohnung fordern. Die Höhe der vom Mieter erzielten Untermiete spielt keine Rolle. Eine Klausel im Mietvertrag, die einen pauschalen Untermietzuschlag von 50 Euro vorsieht, ist unwirksam.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

"Halbe Stunde gesucht": Amazon-Kundin kann nicht fassen, wo sie Paket findet

Eine Amazon-Kundin aus Gevelsberg ist geradezu sprachlos, als sie entdeckt, wo der Paketbote ihre Lieferung abgelegt hatte. Wie ist es nur dahin gekommen?
"Halbe Stunde gesucht": Amazon-Kundin kann nicht fassen, wo sie Paket findet

Dieser Trick macht Ihren Abfluss auf jeden Fall frei - ganz ohne Chemie

Wenn der Rohrreiniger nicht mehr die gewünschte Wirkung erzielt, können simple Hausmittel beim Abfluss von Dusche, Wanne oder Spülbecken helfen.
Dieser Trick macht Ihren Abfluss auf jeden Fall frei - ganz ohne Chemie

Putz-Trick für Toiletten: So haben braune Ablagerungen im Klo keine Chance

Ums Kloputzen reißt sich keiner. Doch wenn braune Ablagerungen die Toilette verunreinigen, muss Hand angelegt werden. Welche Hausmittel helfen, lesen Sie hier.
Putz-Trick für Toiletten: So haben braune Ablagerungen im Klo keine Chance

Mehr Keime durch heißes Waschen? Studie offenbart Überraschendes

In der Waschmaschine vermutet man in der Regel nicht viele Keime - die Realität sieht jedoch anders aus. Auch heißes Waschen scheint nicht unbedingt hilfreich zu sein.
Mehr Keime durch heißes Waschen? Studie offenbart Überraschendes

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.