Pflanzen retten

Was tun bei weißen Flecken auf der Blumenerde?

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Daran, dass die Wurzeln weiß sind, lässt sich erkennen, dass es einer Pflanze gut geht. Foto: Kai Remmers/dpa-tmn

Wenn ihre Wurzeln im Wasser stehen, schädigt dies die meisten Topfpflanzen. Bei weißen Flecken auf der Blumenerde sollte man schnell handeln. Häufig gilt dann aber auch: Weniger ist mehr.

Bonn (dpa/tmn) - Wenn auf der Blumenerde von Topfpflanzen weiße Flecken auftauchen, kann dies zwar verschiedene Ursachen haben. Handeln sollten Besitzer einer solchen Pflanze aber in jedem Fall.

Häufig seien weiße Flecken auf der Pflanzerde "ein Hinweis darauf, dass die Erde einen hohen schlechten Kompostanteil hat", erklärt Torsten Höpken vom Zentralverband Gartenbau (ZVG). "Wenn die Struktur im Boden nicht stimmt und der organische Anteil zu fein ist, kann das Wasser nicht richtig ablaufen", sagte Höpken dem dpa-Themendienst. Dann komme es meist zu Staunässe, die die meisten Pflanzen schädigt.

"Wenn Pflanzen trockene Böden gewöhnt sind, reichen zum Teil schon einige Stunden dafür aus", warnte Höpken - zum Beispiel sei dies bei Geranien oder Kakteen der Fall. Durch die Staunässe bildeten sich Schimmelpilze, die sich oft als weiße Flecken zeigen. Ein weiteres klares Indiz dafür, dass die Wurzeln zu wenig Luft bekommen, sei ein muffiger Geruch.

Raus aus der Nässe

Doch was sollten Pflanzenfreunde in solch einem Fall unternehmen? Erstmal das Gewächs aus dem Topf holen und sich die Wurzeln genauer anschauen, rät Höpken. "Da reicht in der Regel ein Blick von außen. Sind die Wurzeln der Gehölze am Rand des Wurzelballens schwarz oder dunkelgrau, sind sie krank oder beschädigt." Gesunde, frische Wurzeln sind hingegen weiß. Bei Gehölzen verfärben sie sich im Laufe der Zeit durch die Verholzung und werden dann hellbraun.

Damit es der Pflanze gut geht, müssen die Wurzeln genug Luft bekommen. "Denn der Sauerstoff fördert das Wachstum, die Nährstoffaufnahme sowie den Stoffwechsel der Pflanze", so Höpken.

Konkret bedeutet das: Der nasse Wurzelballen muss erstmal abtrocknen. Dies kann gerade bei kühleren Temperaturen mehrere Tage dauern. "Lassen Sie die Pflanze dabei in Ruhe", rät der Experte und ergänzt: "Genau das fällt den meisten Menschen am schwersten."

Zurück in den Topf

Wenn der Erdballen wieder trocken ist, kann die Pflanze wieder in den Topf. Stimmt die Struktur im Boden nicht – gemeint ist damit das Verhältnis von Fein-, Mittel- und Grobanteilen -, so kann man der Pflanze mit frischer Erde zusätzlich helfen. Wenn es gut läuft und man sie dann mäßig und zu ihrem Standort passend gießt, kann sie neue, gesunde Wurzeln bilden und sich erholen.

Tauchen die weißen Flecken hingegen auf, wenn die Erde nicht feucht, sondern sehr trocken ist, deutet dies auf Kalk hin. "Dann ist das Wasser zu hart und der pH-Wert im Boden stimmt nicht", sagt Höpken. Dies könne langfristig dazu führen, dass gelbe Flecken auf den Blättern auftauchen. In einem solchen Fall sollte man möglichst weicheres Wasser verwenden sowie die Pflanze in frische Erde setzen.

Zur Person: Torsten Höpken ist Vorsitzender des Umweltausschusses im Landesverband Gartenbau Nordrhein-Westfalen und damit Mitglied im Umweltausschuss des Zentralverbands Gartenbau (ZVG).

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