"Sie leiden wohl an enormen Realitätsverlust!"

Weil der Hund bellt - Mieter liefern sich irrsinnigen Zettelkrieg

Was soll man dazu sagen? In einem Berliner Wohnhaus fliegen die Zettel-Fetzen - alles nur, weil ein Hund bellt.

In diesem Fall eines Nachbarschaftsstreites sind die Bewohner eines Mietshauses wortwörtlich dabei sich zu verzetteln. Anlass ist ein bellender Hund, der für schlaflose Nächte sorgt.

Wegen Hundebellen: Mieterinnen kriegen sich in die Haare

Eine Mieterin im besagten Wohnkomplex brachte den Stein zum Rollen - mit einer wütenden Nachricht an eine Hundehalterin, welche sie öffentlich ans schwarze Brett des Hauses pinnte: "Es reicht! Gehen Sie bitte endlich in eine Hundeschule! Wir Mieter haben das Recht auf einen ruhigen Feierabend!", heißt es auf dem Zettel.

Der Geduldsfaden ist offensichtlich gerissen - doch die Angesprochene ließ das nicht auf sich sitzen und konterte ihrerseits mit einem Aushang.

"Bevor ich meinen Hund in eine Hundeschule schicke, sollten Sie vielleicht erst einmal die Schulbank einer 'BENIMM-SCHULE' drücken, gute Frau. Denn von Anstand haben Sie keinerlei Ahnung. Sich feige hinter einem namenlosen Zettel verbergen, aber sonst hinterfotzig grüßen? Wenn dann doch bitte richtig! Sich über ein kleines Tier sein Schandmaul zerreißen, aber wenn hier jemand um 22 Uhr sich mit einer Bohrmaschine zu schaffen macht, ist das in Ordnung?! Sie leiden wohl an enormen Realitätsverlust! P.S.: Auch ich gehe arbeiten. Die 'lieben' Grüße spare ich mir."

Zettelkrieg geht weiter: Jetzt soll abgestimmt werden

Wer nun gedacht hat, dies wäre das Ende vom Lied, hat sich getäuscht. Es folgte noch eine weiterer Zettel der Hundehalterin, dieses Mal ein wenig kleinlauter: "Hallo liebe Nachbarn! Da abermals eine Beschwerde über meinen Hund eingereicht wurde, bitte ich Sie mir mitzuteilen, wer nachts ein Hundebellen aus unserem Haus hört."

Unter der Nachricht sollen sich die Bewohner mit Namen und Etage in eine Liste eintragen und angeben, ob Sie Tiergeräusche hören.

Die Zettel-Schlacht, die nun ihren Weg ins Internet gefunden hat, wurde auf notesofberlin.com online gestellt. In den Kommentaren auf der Website können die Leser nur mit dem Kopf schütteln: "Hier verlieren alle."

Doch nicht nur bellende Hunde, sondern auch unachtsame Nachbarn, die beim Waschen eine Sauerei hinterlassen, werden per Aushang zur Rede gestellt. Nicht zu vergessen ist diese wortgewandte Nachricht eines Anwohners an eine Nachbarin mit unüberhörbarer "Sexy Time".  

Von Franziska Kaindl

Rubriklistenbild: © Screenshot Notes of Berlin

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