16.000 Gäste am See?

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Jan Bruenjes betreibt in Deutschland und Holland bereits drei Wakeboard- und Wasserskiparks und will 2014 am Werratalsee durchstarten. Foto: Winter

Eschwege/Meinhard. Geht es nach Jan Brünjes, steht einem Wakeboard- und Wasserskipark am Werratalsee kaum noch etwas im Weg. 1,1 Millionen Euro möch

Eschwege/Meinhard. Geht es nach Jan Brünjes, steht einem Wakeboard- und Wasserskipark am Werratalsee kaum noch etwas im Weg. 1,1 Millionen Euro möchte der junge Unternehmer, der bereits drei solcher Parks in Deutschland und den Niederlanden betreibt, am Nordufer investieren. Seine Pläne stellte er am Montagabend den Bau- und Umweltausschüssen der Kreisstadt und der Gemeinde Meinhard vor.

"Wir erwarten pro Saison,von Frühjahr bis Herbst, 16.000 Besucher an der Anlage", so die Prognose von Brünjes. Starten will er übernächstes Jahr mit einer Anlage, für die fünf 13 Meter hohe Masten benötigt werden. Die im Durchmesser vier Zentimeter starken Stahlmasten werden im See auf Betonplatten gestellt und allein durch Seilkonstruktionen gehalten.

In den Folgejahren plant er die Installation einer weiteren Anlage und eines Anfängerlifts. "Für alles zusammen benötigen wir knapp sechs Hektar Wasserfläche", sagt Brünjes. 100 Hektar misst der Werratalsee insgesamt.

Großes Freizeitangebot am See geplant

Sein Konzept sehe vor, am Nordufer eine einzigartige Eventlocation entstehen zu lassen. Beachvolleyball, Mehrfach-Trampolins, Streetballanlage, Sonnenterrasse, Hängematten und Bewirtung mit Speisen und Getränken nannte Brünjes unter anderem. "Allerdings wollen wir dort keine Partymeile errichten, gegen Abend ist bei uns Feierabend", so Brünjes.

Hoffnungen und Bedenken bei den Vereinen

Brünjes stehe in engem Kontakt zur Stadt und zu den Eschweger Vereinen, die den See nutzen. Ruderer, Segler und Angler hatten am Montagabend ebenfalls Gelegenheit, sich zum geplanten Park am See zu äußern. Für Dr. Bernd Heinemann, den Vorsitzenden des Eschweger Rudervereins, bedeute der Wakeboard-Park eine touristische Aufwertung, allerdings befürchte er auch eine Behinderung des vorhandenen Sportbetriebs. "Während unserer Regatten muss der Betrieb eingestellt werden, die durch Wakeboards verusachten Wellen ließen keinen regulären Ruderwettkampf zu", sagt er. Er habe aber die Hoffnung, dass Sport, Natur und Wakeboard nebeneinander möglich seien.

Positiv für Tourismus

Ähnlich sieht es Manfred Westphal, Vorsitzender des Angelsportvereins Eschwege: "Zwei Herzen schlagen in meiner Brust. Einerseits wollen wir die Jugend gerne an den See holen, andererseits muss aber auch alles zusammen passen, damit kein Alt-Eingesessener vergrault wird."

Meinhards Bürgermeister Hans Giller sagte dazu: "Wir werden bei Neuerungen am See immer Kompromisse finden müssen. Deshalb ist es das Beste, immer gemeinsam über große Projekte zu sprechen."

Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe bezeichnete das Vorhaben als spannenden Eingriff mit weitreichenden Folgen im absolut positiven Sinn für Infrastruktur und Tourismus am See.

Tourismus-Chefin Jutta Riedl hielt ein flammendes Plädoyer für den Wakeboard- und Wasserskipark: "Wir locken damit junge Familien an den See, Kaufkraft in die Stadt und werden die Übernachtungszahlen steigern. Das belegen Studien an anderen Orten, wo solche Anlagen enstanden sind."

Fragen zu Lärm, Natur- und Wasserschutz entgegnete Brünjes: "Die elektrisch betriebene Wasserski- und Wakeboard-Seilbahn ist nicht nur TÜV- sondern auch von Gutachtern geprüft, die keine Bedenken bezüglich Lärmschutz haben." Auch werde keine Wasserverschmutzung durch die Anlage verursacht. Und auch gebe es bisher keine negativen Erfahrungen mit Zug- oder Wasservögeln. "Sie nutzen unsere Gerätschaften eher zum übernachten", sagt Brünjes.

Da es sich am Nordufer um ein Vogelbrutgebiet handelt, könnte aber von der Naturschutzbehörde ein Gutachten eingefordert werden, gab Alexander Feiertag, Vorsitzender des Bau- und Planungsauschusses der Kreisstadt zu bedenken.

Die Entscheidung, ob die Anlage kommt, treffen nach weiterer Beratung in den Ausschüssen, die Eschweger Stadtverordneten.

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