„2050 ist das Datum, um das es eigentlich geht“

FDP will den Klimaschutz auf die lange Bank schieben

+
FDP-Generalsekretärin Nicola Beer: Die Liberalen wollen die Klimaschutzbemühungen wirtschaftlichen Interessen unterordnen.

Weil es volkswirtschaftlich nicht sinnvoll sein könne, will die FDP das deutsche Klimaziel 2020 in Frage stellen. Die Liberalen haben bei den CO2-Einsparungen mehr das Jahr 2050 im Blick. 

Berlin - Die FDP plädiert dafür, die deutschen Klimaschutzbemühungen zu verlangsamen. „Wir haben da ja vorgeschlagen, (...) uns mehr Zeit zu lassen, um Klimaziele zu erreichen. 2050 ist ja auch das Datum, um das es da eigentlich geht“, sagte Fraktionsvize Katja Suding am Montag vor einer Sitzung des FDP-Präsidiums in Berlin.

Nach dem Pariser Klimaabkommen müssen die Teilnehmerstaaten unter anderem Einsparziele für Treibhausgase für das Jahr 2050 formulieren. Der Klimaschutz ist ein zentrales Streitthema zwischen Liberalen und Grünen in den Jamaika-Sondierungen mit CDU und CSU. Das deutsche CO2-Sparziel für 2020 gilt nach aktuellem Stand als nur noch schwer erreichbar.

„Möglicherweise volkswirtschaftlich nicht sinnvoll“

Generalsekretärin Nicola Beer erklärte, die FDP wolle die international vereinbarten Klimaziele für die Jahre 2050 und 2030 einhalten, stellte aber das deutsche Ziel für 2020 in Frage. „Möglicherweise ist es auch volkswirtschaftlich nicht sinnvoll, hier linear vorzugehen, weil Innovation, weil neue Technologien, die uns dabei helfen, sich eben nicht linear sondern sprunghaft entwickeln“, sagte Beer. „Und wir sind eben gerade mit Wissenschaftlern im Gespräch, wann solche Innovationssprünge zu erwarten sind. Dann wird man dort den Pfad sogar steiler ansetzen bis dahin, aber keine unnötigen Erschwerungen für Arbeitsplätze und für Bevölkerung.“

Beer sagte, die Grünen hätten bislang nicht nachweisen können, dass ihre Klimaschutzpläne mit der Sicherung der Energieversorgung und bezahlbaren Preisen vereinbar seien. „Man kann sich viel wünschen, aber man muss es nachher tatsächlich auch physikalisch umsetzen können.“

Lesen Sie auch: Weltklimagipfel: Deutschland legt mit 100 Millionen Euro vor
und: Hendricks schockt mit schonungloser Bilanz zur deutschen Klimapolitik

dpa

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

55. Jahrestag des Elysee-Vertrags: Bundestag mit Sondersitzung

Am 55. Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags zwischen Deutschland und Frankreich ist der Bundestag in Berlin zu einer Sondersitzung zusammengekommen.
55. Jahrestag des Elysee-Vertrags: Bundestag mit Sondersitzung

Vermutlich entführtem Mann droht lebenslange Haft in Vietnam

Berlin/Hanoi (dpa) - Nach der Verurteilung des Geschäftsmanns Trinh Xuan Thanh in Vietnam zu lebenslanger Haft hat seine Anwältin Petra Schlagenhauf an die deutsche …
Vermutlich entführtem Mann droht lebenslange Haft in Vietnam

Union vor SPD-Gesprächen: Hart im Grundsatz, offen im Detail

Unter Schmerzen hat die SPD den Weg freigemacht zu ernsthaften Gesprächen über eine Regierungsbildung. Nun erwarten die Genossen Entgegenkommen von CDU und CSU. Ob das …
Union vor SPD-Gesprächen: Hart im Grundsatz, offen im Detail

Herrmann über SPD verärgert: „Keine vernünftige Regierungsarbeit möglich“

Es ist schon jetzt die längste Regierungsbildung in der Geschichte der Bundesrepublik und auch eine sehr teure. Die SPD fällte einen staatstragenden Beschluss - die …
Herrmann über SPD verärgert: „Keine vernünftige Regierungsarbeit möglich“

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.