Korruption mal anders

Abgeordneter soll vier Tonnen Wurst unterschlagen haben

Ein bulgarischer Parlamentsabgeordneter muss sich vor Gericht verantworten, weil er durch korrupte Praktiken vier Tonnen Würste eingeheimst haben soll.

Sofia - Bulgariens Generalstaatsanwalt Sotir Zazarow ließ am Freitag bei Bekanntgabe der Anklage eine gewisse Verwunderung durchblicken: "So lächerlich es scheint", erklärte er - aber der Abgeordnete habe seit 2012 vier Jahre in Folge jeweils eine Tonne Sucuk-Wurst kostenlos von einem Hersteller in seinem Wahlkreis verlangt, um sie angeblich an den Ministerpräsidenten zu liefern. Dieser habe sie nie bekommen.

"Die Wurst wurde nach einem Spezialrezept mit Hirschfleisch produziert", erläuterte Zazarow. Der Abgeordnete Jiwko Martinow habe dem Wursthersteller weiß gemacht, dass dieser mit der Spende die Regierungspartei unterstütze.

Bulgarien gilt als eines der korruptesten Länder in der EU. Seit dem EU-Beitritt 2007 kritisiert Brüssel regelmäßig die unzureichenden Maßnahmen gegen die Korruption in dem Balkanland. Der nächste Fortschrittsbericht zu Bulgarien wird im Dezember fällig.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Konflikt in der AfD eskaliert: Petry geht nicht in Fraktion

Paukenschlag direkt nach der Wahl: Die erfolgreiche AfD macht ihre internen Spannungen für alle offensichtlich. Parteichefin Petry distanziert sich von den …
Konflikt in der AfD eskaliert: Petry geht nicht in Fraktion

CSU stürzt dramatisch ab

Für die CSU und Horst Seehofer ist es ein Fiasko: Ein Jahr vor der Landtagswahl stürzen die Christsozialen bei der Bundestagswahl dramatisch ab. Auch die SPD erlebt ein …
CSU stürzt dramatisch ab

Japan steht vor Neuwahlen

In Japan soll bald neu gewählt werden. Das hat Ministerpräsident Shinzo Abe angekündigt. Bereits Ende Oktober könnte es soweit sein.
Japan steht vor Neuwahlen

Live-Ticker: Seehofer sorgt für Hammer gegen Merkel

Zäsur in der deutschen Politik: Mit der AfD zieht wieder eine Partei rechts der Union in den Bundestag ein. Die SPD stürzt völlig ab. Und Merkel bleibt Kanzlerin - doch …
Live-Ticker: Seehofer sorgt für Hammer gegen Merkel

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.