Länder warnen vor neuem Terror

Ausnahmezustand in Ägypten in Kraft

Menschen versammeln vor der Kirche St. Georg in Tanta. Foto: Nariman El-Mofty
1 von 5
Menschen versammeln vor der Kirche St. Georg in Tanta. Foto: Nariman El-Mofty
Bei dem Anschlag mehr als 40 Menschen getötet und 110 verletzt worden. Foto: Nariman El-Mofty
2 von 5
Bei dem Anschlag mehr als 40 Menschen getötet und 110 verletzt worden. Foto: Nariman El-Mofty
Ein Selbstmordattentäter sprengte sich außerhalb einer Kirche in der Hafenstadt Alexandria in die Luft. Foto: Uncredited
3 von 5
Ein Selbstmordattentäter sprengte sich außerhalb einer Kirche in der Hafenstadt Alexandria in die Luft. Foto: Uncredited
Bilder einer Überwachungskamera zeigen den Moment der Detonation einer Bombe vor der Kirche St. Markus. Foto: Egyptian Interior Ministry
4 von 5
Bilder einer Überwachungskamera zeigen den Moment der Detonation einer Bombe vor der Kirche St. Markus. Foto: Egyptian Interior Ministry
Bei einem Anschlag auf die koptische Kirche St. Georg im ägyptischen Tanta starben viele Menschen. Foto: Ahmed Hatem
5 von 5
Bei einem Anschlag auf die koptische Kirche St. Georg im ägyptischen Tanta starben viele Menschen. Foto: Ahmed Hatem

Nach den schweren Anschlägen in Ägypten drohte die Terrormiliz IS sofort mit neuer Gewalt. Israel sperrte die gemeinsame Grenze. Und die Regierung in Kairo greift zu weitreichenden Maßnahmen.

Kairo (dpa) - Nach den verheerenden Bombenanschlägen auf Christen in Ägypten ist am Nil ein dreimonatiger Ausnahmezustand in Kraft getreten. Auf den Straßen der Hauptstadt Kairo bezogen Panzer Stellung.

Die genauen Auswirkungen der Maßnahmen, die Freiheitsrechte zugunsten der Ermittlungsbehörden einschränken können, blieben am Montag zunächst unklar. Deutschland, Israel und Russland mahnen angesichts neuer Terrordrohungen zu besonderer Vorsicht.

Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi hatte den Ausnahmezustand am Sonntagabend angekündigt. Zuvor waren bei den schwersten Terrorangriffen auf die christliche Minderheit in Ägypten seit Jahren mehr als 40 Menschen getötet und 110 verletzt worden. Die Terrormiliz Islamischer Staat reklamierte die Bombenexplosionen in zwei Kirchen in den Städten Tanta und Alexandria im Norden des Landes für sich.

Die koptische Gemeinde in der Hafenstadt Alexandria gedachte der Opfer am Montag in einer Trauerfeier. Zahlreiche Särge wurden an Trauernden und Weinenden vorbei in eine Kirche getragen. Ein Selbstmordattentäter hatte am Sonntag außerhalb der St. Markus-Kathedrale in Alexandria 17 Menschen mit in den Tod gerissen und 48 verletzt.

Angesichts der IS-Drohung mit weiteren Angriffen schloss Israel seinen Grenzübergang zur ägyptischen Sinai-Halbinsel aus Furcht vor unmittelbar bevorstehender neuer Gewalt. Der Übergang in Taba werde nur für Israelis geöffnet, die aus der Touristenregion zurückkehrten, teilte ein Sprecher des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Montag mit. Er rief Landsleute auf, den Sinai sofort zu verlassen.

Das Außenministerium in Moskau forderte russische Touristen in Ägypten auf, Menschenansammlungen zu meiden und vorsichtig zu sein. Es gebe eine erhöhte Terror-Gefahr, hieß es. Das Auswärtige Amt weist in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen schon länger auf ein bestehendes Terrorrisiko hin, von dem auch Ausländer nicht ausgenommen seien.

Rund zwei Wochen vor dem geplanten Besuch von Papst Franziskus in Kairo lösten der Doppelanschlag auch Sicherheitsbedenken im Vatikan aus. Der Papst werde aber trotzdem wie geplant am 28. und 29. April fahren, sagte Kurienerzbischof Giovanni Angelo Becciu, Leiter für Allgemeine Angelegenheiten im Staatssekretariat, der Zeitung "Corriere della Sera" (Montag).

In den vergangenen Jahren war nach Gewaltausbrüchen wiederholt der Ausnahmezustand in Ägypten oder Teilen des Landes ausgerufen worden. Dies war verbunden mit der Möglichkeit von Festnahmen ohne Haftbefehl und Hausdurchsuchungen ohne richterliche Anordnung sowie nächtlichen Ausgangssperren. Allerdings haben die Sicherheitskräfte in Ägypten auch gegenwärtig schon oftmals freie Hand bei ihrer Arbeit.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Steinmeier verurteilt Aggression im Wahlkampf

In wenigen Tagen wird gewählt. Der Bundespräsident verurteilt Übergriffe und Randale rechter Gruppen. Der Zustand der Gesellschaft macht ihm Sorgen. Die AfD erwähnt er …
Steinmeier verurteilt Aggression im Wahlkampf

Aung San Suu Kyi verurteilt allgemein Gewalt in Myanmar

Aus Furcht vor Gewalt sind schon mehr als 420 000 Muslime aus Myanmar geflohen. Nach wochenlangem Schweigen verspricht Regierungschefin Aung San Suu Kyi nun, sich um …
Aung San Suu Kyi verurteilt allgemein Gewalt in Myanmar

Trump-Rede vor der UN: Für seine Verhältnisse sachlich

Donald Trump tritt vor die Vereinten Nationen: Das allein hat Sprengkraft. Seine Rede fällt für Trump-Verhältnisse sachlich aus, auch wenn es ihr nicht an Härte mangelt.
Trump-Rede vor der UN: Für seine Verhältnisse sachlich

Berliner Landgericht nennt Mietpreisbremse verfassungswidrig

Die Mietpreisbremse soll, was der Name sagt: den Anstieg von Mieten begrenzen. Das Berliner Landgericht hält das Instrument für verfassungswidrig. Ändern wird sich aber …
Berliner Landgericht nennt Mietpreisbremse verfassungswidrig

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.