Zurückrudern in NRW

AfD lädt ausgewählte Journalisten zu „exquisitem Dinner“ ein - darum gibt es nun Süppchen

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Seine Partei lud zum Dinner: Der Vorsitzende der AfD-Landtagsfraktion in NRW: Markus Wagner.

Die nordrhein-westfälische AfD-Landtagsfraktion wollte mit einem „exquisiten mehrgängigen Dinner“ ausgewählte Journalisten zu einem „informativen Austausch“ locken. Doch nun kommt es anders.

Düsseldorf - Die nordrhein-westfälische AfD-Landtagsfraktion hat mit der Einladung zu einem besonderen „Journalisten-Dinner“ für Skepsis bei potenziellen Gästen gesorgt. Nach entsprechenden Signalen aus der Landespressekonferenz revidierte die Fraktion ihre Einladung. Wurde den Journalisten zunächst ein „exquisites mehrgängiges Dinner“ in Aussicht gestellt, wird es nun „ein Süppchen und ein paar belegte Brötchen geben“, so ein Sprecher der AfD-Fraktion. Vorsitzender der AfD-Landtagsfraktion in NRW ist Markus Wagner.

Ende vergangener Woche war eine Einladung - so der Text - „an ausgewählte Journalisten und Redaktionen“ versandt worden, darunter auch die Deutsche Presse-Agentur. In der E-Mail wurde „neben einem hoffentlich informativen Austausch ein exquisites mehrgängiges Dinner“ angekündigt.

In der Landespressekonferenz (LPK), dem Zusammenschluss der Landtagskorrespondenten, stieß das auf Skepsis. Tobias Blasius, der Vorsitzende der LPK, sagte der dpa: „Journalisten müssen heute mehr denn je schon den bloßen Anschein vermeiden, befangen zu sein oder empfänglich für Gefälligkeiten.“ Geschenke und luxuriöse Einladungen „vertragen sich nicht mit der Unabhängigkeit von Berichterstattung“, so Blasius, selbst Landeskorrespondent der Funke Mediengruppe NRW.

AfD-Sprecher will „die Sensibilität akzeptieren“

Die AfD reagierte und verschickte am Dienstag eine neue Einladung mit dem Titel „Umwandlung zum Journalisten-Infoabend“. Böse Unterstellungen seien ihm bei seiner ursprünglichen Einladung gar nicht in den Sinn gekommen, schrieb Pressesprecher Michael Schwarzer. Gleichwohl habe er „die Sensibilität“ zu akzeptieren.

Lesen Sie auch: Immer wieder versucht die AfD, einen der ihren zum Vizepräsidenten des Bundestages wählen zu lassen. Ohne Erfolg. Auch der vierte Kandidat scheiterte nun.

Und: Ein ehemaliges Hamburger AfD-Mitglied rechnet mit der Partei ab. Zuerst habe ihm die Partei imponiert, später bereute er seinen Eintritt.

dpa

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