Nach Insolvenzantrag

Affäre um „Gorch-Fock“: Verteidigungsministerin verkündet Wende

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Die „Gorch Fock“ sol wohl weiter saniert werden - der Zahlungsstopp soll aufgehoben werden.

Nachdem die Kosten der „Gorch Fock“-Sanierung in die Höhe schnellten, wurde ein Insolvenzantrag gestellt. Nun verkündet Verteidigungsministerin von der Leyen eine Wende in der Affäre.

Update 14. März, 12.56 Uhr: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will den Zahlungsstopp für die Sanierung des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ aufheben. Das ist eine Wende in der Affäre. Ziel sei es, am Montag wieder mit den Arbeiten zu beginnen, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin nach Gesprächen ihres Ministeriums mit der neuen Führung der Elsflether Werft. Der grundsätzlichen Einigung über die Aufhebung des Zahlungsstopps müssen formal noch die am Insolvenzverfahren Beteiligten zustimmen.

Affäre um „Gorch-Fock“: Verteidigungsministerium räumt gravierende Fehler ein

Update 1. März, 9.21 Uhr: In der Affäre um die "Gorch Fock" hat das Bundesverteidigungsministerium einem Medienbericht zufolge gravierende Fehler eingeräumt. Die Welt berichtet, das Ministerium habe nach einer umfangreichen Prüfung der internen Revision die schweren Vorwürfe des Bundesrechnungshofes weitgehend bestätigt.

In einer Stellungnahme, die dem Bundestag am Donnerstag übermittelt wurde, heißt es demnach, obwohl die Prüfungen noch nicht abschließend aufgearbeitet worden seien, erlaube der bisherige Wissensstand "bereits festzustellen, dass wir dem überwiegenden Teil der Darstellungen des Bundesrechnungshofes sowie den Empfehlungen im Wesentlichen folgen und die zusammenfassenden Bemerkungen teilen".

Insolvenzantrag der „Gorch-Fock“-Werft: Haarsträubende Verhältnisse

Update 20. Februar, 19.19 Uhr: 

Der neue Aufsichtsratchef der Elsflether Werft AG sieht trotz des gestellten Insolvenzantrages Chancen, dass das Marine-Segelschulschiff „Gorch Fock“ bald wieder Wasser unterm Kiel hat. Das Schiff sei komplett neu gebaut. „Es wäre ein Jammer, es wegzuschmeißen“, sagte Pieter Wasmuth der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am Mittwoch. Nach der Entlassung der alten Vorstände seien in den vergangenen drei Wochen alle Bücher der Werft geprüft und durchforstet worden. Jetzt herrschten wenigstens geordnete Verhältnisse.

Die Prüfung habe ergeben, dass mit Stand Mitte Februar die Summe der Verbindlichkeiten bei 24 Millionen Euro gelegen habe, wovon 22,3 Millionen Euro länger als 130 Tage überfällig gewesen seien. Dies hatte Wasmuth auch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) geschildert. Auch habe sich gezeigt, dass die Werft seit 2016 keine Steuererklärung abgegeben habe. „Ich kann das nicht verstehen. Es handelt sich schließlich um eine AG und Kapitalgesellschaft“, sagte Wasmuth, der vor drei Wochen das Amt des Aufsichtsratschefs übernahm. Neuer Vorstand ist seitdem Axel Birk.

Der Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung sei vom Amtsgericht Nordenham am Mittwoch genehmigt worden. Der Antrag bedeute nicht das Ende aller Tage, betonte Wasmuth weiter. Die weitere Planung werde eng mit der Marine abgestimmt. Ins Wasser müsse die in einem angemieteten Dock in Bremerhaven liegende „Gorch Fock“ auf jeden Fall. Dies könnte aus Sicht Wasmuths Mitte/ Ende Juni soweit sein.

„Gorch-Fock“-Werft will Insolvenzantrag stellen

Elsfleth - Die durch die Sanierung der „Gorch Fock“ in die Schlagzeilen geratene niedersächsische Elsflether Werft AG will einen Insolvenzantrag stellen. Ziel sei ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung, sagte der neue Vorstandschef Axel Birk am Mittwoch bei der Abfahrt von der Werft zum Amtsgericht Nordenham. „Wir werden es versuchen.“ Zuvor war die Belegschaft über die Lage informiert worden.

Die Kosten für die Sanierung des Dreimast-Seglers sind über die Jahre in die Höhe geschnellt. Ursprünglich waren 10 Millionen Euro vorgesehen, dann wurde auf 75 Millionen Euro erhöht, inzwischen ist der Kostenansatz auf bis zu 135 Millionen Euro gestiegen. Bis zum 2. Januar 2019 seien rund 69 Millionen Euro ausgegeben worden, schreibt die Bundesregierung. Offen ist zunächst, welche Auswirkungen das Insolvenzverfahren für die „Gorch Fock“ haben wird.

Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung zielt auf Sanierung des Unternehmens ab

Unternehmen, die gute Aussichten auf eine Fortführung des Geschäftsbetriebs sehen, können bei Gericht ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragen. Das ist eine Variante des Insolvenzrechts, die statt einer Abwicklung auf die Sanierung eines Unternehmens zielt.

Wichtigster Unterschied: Die Geschäftsleitung bleibt dann im Amt, ihr wird allerdings ein sogenannter Sachwalter von außen zur Seite gestellt. Die alte Geschäftsführung behält damit große Teile der Verfügungsgewalt über das Unternehmen. Zugleich ist die Firma aber vor Vollstreckungen und Zwangsmaßnahmen von Gläubigern geschützt.

„Gorch Fock“-Sanierung ist der wichtigste Auftrag der Werft

Die Werft in der Wesermarsch macht rund 80 Prozent ihres Umsatzes mit Aufträgen von der Marine. Der „Gorch Fock“-Sanierung ist derzeit der wichtigste Auftrag. Allein in der über 100 Jahre alten Traditionswerft geht es um rund 130 Arbeitsplätze.

Zwei Staatsanwaltschaften - Hamburg und Osnabrück - sind mit Ermittlungen beschäftigt. Es geht um den Verdacht der Untreue gegen einen Ex-Vorstand, um den sich die Ermittler in Hamburg kümmern, zudem um einen Korruptionsverdacht, der in die Zuständigkeit von Osnabrück fällt. Ende Januar wurde der alte Werft-Vorstand ab- und ein neuer eingesetzt. Neuer Aufsichtsratsvorsitzender der Werft ist der Hamburger Manager Pieter Wasmuth, neuer Werft-Vorstandschef Birk.

FDP und Grüne beantragen Einfrieren der Arbeiten an „Gorch-Fock“

FDP und Grüne im Bundestag wollen, dass die Sanierung des maroden Segelschulschiffs „Gorch Fock“ zunächst auf Eis gelegt wird. Die Arbeiten an dem Schiff seien bis „zur Klärung aller offenen Fragen sofort einzustellen“, hieß es am Mittwoch in einem für die Sitzung des Haushaltsauschusses vorbereiteten Antrag. Die Bundesregierung solle zudem bis zum 15. März berichten, welche finanziellen und zeitlichen Auswirkungen eine Insolvenz der Elsflether Werft AG auf die Fertigstellung der „Gorch Fock“ habe.

Grünen-Verteidigungspolitiker Tobias Lindner warf dem Verteidigungsministerium vor der Sitzung vor, in dem Sanierungsfall eine „Salami-Taktik“ zu fahren.

„Jetzt implodiert die Gorch-Fock-Sanierung. Wenn die Werft Insolvenz anmeldet, dann kommt die Sanierung des Schiffs womöglich zum Vollstopp“, teilte FDP-Haushaltspolitiker Karsten Klein mit. „Es ist zu befürchten, dass die Kosten dann noch einmal massiv steigen, alleine schon wegen des Eigentumsvorbehalts nicht bezahlter Subunternehmer.“ Die Bundesregierung müsse sicherstellen, dass der Steuerzahler für Teile der Gorch Fock nicht zweimal bezahlt.

Lesen Sie auch: "Gorch Fock" - Rechnungshof erhebt Vorwurf gegen Bundeswehr

Auch interessant: Die marode "Gorch Fock" erlebt den schwersten Sturm an Land

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