Twitter

Aggressive Trump-Tweets wegen Nachrichtenwert nicht gelöscht

+
Trump hatte am Wochenende getwittert, Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und seine Regierung könnten „nicht mehr lange hier sein“.

Twitter will seine Nutzungsregeln anpassen, nachdem aggressive Tweets von US-Präsident Trump dem Kurznachrichtendienst den Vorwurf einer Sonderbehandlung einbrachten.

San Francisco - Trump hatte am Wochenende getwittert, Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und seine Regierung könnten „nicht mehr lange hier sein“. Nordkorea bezeichnete dies als „Kriegserklärung“, diverse Twitter-Nutzer kritisierten, dass Trumps Botschaft als eindeutige Drohung gegen Nutzungsbedingungen des Dienstes verstoße.

Twitter kündigte nun in der Nacht zum Dienstag an, dass die bisherige interne Praxis, bei Entscheidungen zum Löschen von Tweets auch „Nachrichtenwert“ und „öffentliches Interesse“ abzuwägen, in den Nutzungsregeln festgeschrieben werden solle. Der Kurznachrichtendienst wolle in dieser Hinsicht transparenter werden.

Twitter-Chef Jack Dorsey hatte bereits vor zwei Wochen in einem dpa-Interview gesagt, für Trump gälten zwar die gleichen Regeln und der Dienst würde nicht davor zurückschrecken, den Präsidenten zu sperren. Er schränkte aber auch ein: „Wir hinterfragen zugleich in Zusammenarbeit mit Journalisten unsere Nutzungsbedingungen, wenn es um Tweets mit Nachrichtenwert geht.“

Eine grundsätzliche Änderung der Nutzungsbedingungen könnte bedeuten, dass Twitter mehr Inhalte mit Drohungen oder Gewaltdarstellung auf der Plattform stehen lassen müsste, wenn sie eine öffentliche Resonanz erzeugen. Facebook macht bereits seit längerem eine Ausnahme für Inhalte, die Gewalt zeigen, wenn Beiträge zeitgeschichtlich relevant sind.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Hamas feuert 220 Geschosse auf Israel

Militante Palästinenser feuern 220 Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Gebiet. Israel bombardiert Dutzende Hamas-Ziele in dem schmalen Küstenstreifen. Hält eine …
Hamas feuert 220 Geschosse auf Israel

Nach Italiens Appell: Deutschland nimmt 50 Flüchtlinge auf

Die Regierung in Rom kennt kein Pardon: Wieder lässt sie gerettete Migranten stundenlang im Mittelmeer ausharren. Die Taktik scheint aufzugehen.
Nach Italiens Appell: Deutschland nimmt 50 Flüchtlinge auf

Donald Trump bezeichnet EU als „Feind“ – und leistet sich weiteren Queen-Fauxpas

Donald Trump hat bei seinem Großbritannien-Besuch die Gastgeber irritiert. Bei der Queen patzte er gleich mehrfach. Und dann bezeichnete er auch noch die EU als „Feind“. …
Donald Trump bezeichnet EU als „Feind“ – und leistet sich weiteren Queen-Fauxpas

Trumps Weltsicht: US-Präsident bezeichnet EU, Russland und China als "Gegner“

US-Präsident Donald Trump hat die EU, Russland und China in einem Interview als "Gegner" bezeichnet.
Trumps Weltsicht: US-Präsident bezeichnet EU, Russland und China als "Gegner“

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.