Verhandlungen über Flugkonzern

Air Berlin-Insolvenz: Schulz ist eine Sache besonders wichtig

+
Martin Schulz.

Die Insolvenz von Air Berlin beschäftigt auch die deutsche Politiklandschaft. Dem SPD-Kanzlerkandidaten ist besonders eins wichtig.

Berlin -  Nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin fordert SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz, auch die Interessen der Mitarbeiter zu berücksichtigen. Die Sozialdemokraten würden die Verhandlungen über die Zukunft der Fluggesellschaft "sehr intensiv und aufmerksam begleiten, vor allem im Interesse der Belegschaft", sagte Schulz am Dienstag in Berlin. Im Interesse der Mitarbeiter und eines fairen Wettbewerbs in Europa müsse "mit besonderer Sorgfalt" gehandelt werden. Von einer Pleite wären rund 7200 Mitarbeiter bei Air Berlin in Deutschland betroffen.

"In diesem Insolvenzverfahren wird es jetzt darauf ankommen, dass rational und ruhig gehandelt wird", sagte Schulz. Der Kanzlerkandidat dankte Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) für das schnelle Handeln beim Überbrückungskredit der Bundesregierung für Air Berlin. Damit seien die Voraussetzungen dafür geschaffen worden, dass der Flugbetrieb weitergehen und "die soziale Sicherheit des Personals gewährleistet werden kann".

Lindner: Insolvenz kam nicht überraschend

FDP-Chef Christian Lindner warnte vor einer dauerhaften Finanzierung von Air Berlin durch Steuerzahler. "Die Insolvenz von Air Berlin war nach Jahren der ständigen Strategiewechsel und hoher Verluste absehbar", erklärte er. Die Bundesregierung wäre gefordert gewesen, früher auf einen geordneten Prozess der Übernahme gesunder Unternehmensteile zu drängen. "Dann wären Staatshilfen möglicherweise vermeidbar gewesen."

Der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) begrüßte unterdessen den 150 Millionen schweren Übergangskredit für Air Berlin durch die Bundesregierung. "Mit dieser Unterstützung können alle Flüge von Air Berlin weiterhin stattfinden, Flugpläne und Tickets bleiben gültig", erklärte BDF-Geschäftsführer Michael Engel. Mit der Unterstützung der Bundesregierung werde dem Unternehmen und den Mitarbeitern "eine Perspektive für die Zukunft ermöglicht".

afp

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Neue Unruhe um Wahlkampf türkischer Politiker in Deutschland

Schon in etwas mehr als zwei Monaten wird voraussichtlich in der Türkei gewählt - wieder einmal. Wahlkampf türkischer Politiker in Deutschland ist inzwischen verboten. …
Neue Unruhe um Wahlkampf türkischer Politiker in Deutschland

Kubas neuer Präsident Díaz-Canel: "Sozialismus oder Tod"

Erstmals seit fast 60 Jahren steht auf der sozialistischen Karibikinsel kein Castro mehr an der Spitze. Der neue Präsident ist ein treuer Parteikader. Radikale …
Kubas neuer Präsident Díaz-Canel: "Sozialismus oder Tod"

Merkel und Macron wollen bei EU-Reform im Sommer liefern

Der Franzose musste wegen der zähen Regierungsbildung in Berlin lange auf eine Antwort warten. Nun will die Kanzlerin in der Debatte um Macrons ehrgeizigen …
Merkel und Macron wollen bei EU-Reform im Sommer liefern

Alice Weidel postet ungewöhnliches Selfie - Twitter-User rätseln über ihr Motiv

AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel hat auf Twitter ein Selfie veröffentlicht, das sie mit einem Künstler zeigt. Für viele passt das nicht zusammen, denn der engagiert …
Alice Weidel postet ungewöhnliches Selfie - Twitter-User rätseln über ihr Motiv

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.