Unterbesetzte Corona-Teststationen

Aiwanger fordert Soziales Jahr verpflichtend für alle - „Abschaffung des Wehrdienstes ein Fehler“

Hubert Aiwanger steht hinter einem Mikrofon und schaut gedankenversunken nach vorne
+
Bayerns Wirtschaftsminister fordert verpflichtendes soziales Jahr für alle

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger will die Lehren aus der Corona-Krise ziehen und ein soziales Jahr verpflichtend für alle einführen.

München/Augsburg - Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ist bekannt für seine klaren Worte. Dies hat der bayerische Wirtschaftsminister nun in einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen (Mittwochsausgabe) einmal mehr nachgewiesen. Demnach sei die Abschaffung der Wehrpflicht und des Zivildienstes ein Fehler gewesen. Er fordert nun die Lehren aus der Corona*-Krise zu ziehen und will ein soziales Jahr verpflichtend für alle einführen.

Im Dezember 2010 hatte das Bundeskabinett die Aussetzung der Wehrpflicht zum 1. Juli 2011 beschlossen. Das Wort „Aussetzung“ beinhaltet, dass rein formal die Wehrpflicht in Deutschland weiter besteht, in Friedenszeiten werden jedoch keine Wehrpflichtigen mehr eingezogen. Genau hier will der bayerischen Wirstschaftsminister nun ansetzen.

Aiwanger will verpflichtendes soziales Jahr - Lehren aus Corona-Krise ziehen

Ein „attraktives, gut bezahltes soziales Jahr für alle“ sei eine der Lehren aus der Corona*-Krise. Denn aktuell sei es in dieser Krisenzeit schwierig, genügend Menschen für die Corona*-Teststationen zu finden. Wäre die Wehrpflicht nicht abgeschafft - oder besser ausgesetzt - worden, gäbe es diese Engpässe nicht: „Das wäre zu Zeiten der Wehrpflicht kein Problem gewesen. Da hätten wir früher eine Sanitätsstaffel der Bundeswehr hingeschickt oder eben Zivildienstleistende. Doch hier haben wir nicht mehr genug Reserven“, kritisiert Aiwanger* die derzeitige Situation. Sein Fazit lautet: Die Abschaffung der Wehrpflicht war ein Fehler.

Junge Menschen haben die Möglichkeit durch ein freiwilliges soziales Jahr sich in sozialen Bereichen zu engagieren. Auch bei der Bundeswehr freiwillige Bewerbungen möglich. Wie die dpa berichtet, war das Interesse am Angebot der Bundeswehr auf extrem niedrigem Niveau. Im ersten Halbjahr bewarben sich nur rund 5200 Männer und Frauen für den 7 bis 23 monatigen Dienst, im gesamten vergangenen Jahr waren es 11.200.

Aiwanger fordert verpflichtendes soziales Jahr - „Abschaffung der Wehrpflicht war Fehler“

Im Zeitungsinterview äußerte sich Aiwanger aber nicht nur zur Wehrpflicht, auch ein Fahrverbot für Motorräder an Sonn- und Feiertagen lehnt Bayern Wirtschaftsminister ab: „Ich will den Menschen das Motorradfahren nicht verbieten. Man muss nicht alles reglementieren und man muss mal alle Fünfe gerade sein lassen. Sonst schleicht sich eine Verbotskultur ein, wo Menschen alles stört, vom krähenden Gockel bis zum Läuten der Kirchenglocken.“ Wegen der Lärmbelästigung, den einige Motorräder machen, will der Bundesrat sich für ein Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen einsetzen. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Umfragen für Trump ein Desaster: Will er deshalb die Briefwahl erschweren?

Im November stehen in den USA die 59. Präsidentschaftswahlen an. Donald Trump verteidigt seinen Posten dann gegen Joe Biden. Aktuell spricht mehr für eine Wachablösung.
Umfragen für Trump ein Desaster: Will er deshalb die Briefwahl erschweren?

Corona-Gipfel: Merkel stellt neue Regeln für Deutschland vor - erstes Bundesland schießt sofort quer

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigt sich alarmiert und will mit neuen Corona-Regeln „brachial" durchgreifen. Unter anderem steht ein neues Bußgeld auf der Agenda.
Corona-Gipfel: Merkel stellt neue Regeln für Deutschland vor - erstes Bundesland schießt sofort quer

TV-Duell wird zur Schlammschlacht: Trump als „Rassist" beschimpft - Attacke gegen Bidens Familie folgt

Am Dienstagabend haben US-Präsident Donald Trump und Joe Biden ihr TV-Duell ausgetragen. Die Stimmung war von Anfang an vergiftet und die Vorwürfe hart.
TV-Duell wird zur Schlammschlacht: Trump als „Rassist" beschimpft - Attacke gegen Bidens Familie folgt

Zwei Wahlkämpfer im Streitgespräch - ein Faktencheck

US-Präsident Trump und sein Herausforderer Biden stehen erstmals vor der Wahl im November gemeinsam auf einer Bühne. Sie liefern sich eine chaotische Debatte und …
Zwei Wahlkämpfer im Streitgespräch - ein Faktencheck

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.