Right Livelihood Award

Alternativer Nobelpreis in Stockholm verliehen

Raed al Saleh nimmt den Preis aus den Händen von Jakob von Uexküll (l) für die syrische Hilfsorganisation Weißhelme entgegen. Foto: Frederik Sandberg
+
Raed al Saleh nimmt den Preis aus den Händen von Jakob von Uexküll (l) für die syrische Hilfsorganisation Weißhelme entgegen. Foto: Frederik Sandberg

Sie suchen in Trümmern nach Verletzten, kämpfen für die Rechte von Frauen, helfen Flüchtlingen und schreiben gegen einen autoritären Staat an. Für die Gewinner des Alternativen Nobelpreises soll die Auszeichnung eine Ermutigung sein, ihre Arbeit fortzusetzen.

Stockholm (dpa) - In Stockholm sind vier Preisträger mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden. Es seien Menschen, die trotz aller Widrigkeiten für die grundlegenden Rechte auf Leben, Gleichheit, Bildung und Meinungsfreiheit kämpften.

Das sagte der Gründer des Right Livelihood Award, Jakob von Uexküll. «Sie haben keine Angst, den Mächtigen die Wahrheit zu sagen.»

Der Right Livelihood Award wird traditionell an Kämpfer für Menschenrechte, Umweltschutz und Frieden vergeben. In diesem Jahr gab es vier Gewinner, die sich das Preisgeld von drei Millionen schwedischen Kronen (rund 313 000 Euro) teilen müssen.

Doch nicht alle Preisträger konnten die Auszeichnung bei der Zeremonie im Vasa-Musum persönlich entgegennehmen. Die ägyptische Frauenrechtlerin Mozn Hassan durfte nicht nach Schweden reisen. Sie wurde per Video zugeschaltet und sagte, die Auszeichnung bedeute für sie, dass die Welt Feministinnen in Ägypten nicht als Randfiguren, sondern als wesentliche Akteure für den Wandel wahrnehme.

Auch die Journalisten der türkischen Oppositionszeitung «Cumhuriyet» konnten nicht persönlich an der Verleihung teilnehmen. Sie sitzen wegen Terrorverdachts im Gefängnis. Zeynep Oral, die Präsidentin der türkischen Pen-Gesellschaft, die die Auszeichnung stellvertretend entgegennahm, sagte: «Der Preis zeigt, dass wir nicht allein sind in diesen schwierigen Zeiten, die von Aggression und Gewalt dominiert sind. Dass wir keine Angst haben sollten.» Die Auszeichnung zeige der ganzen Welt, dass sie nicht aufgeben und ihre Werte nicht verleugnen werden, weil sie unterdrückt werden, so Oral.

Raed al Saleh von der syrischen Hilfsorganisation Weißhelme sagte, er nehme die Auszeichnung stellvertretend für die syrischen Zivilisten entgegen, die jeden Tag schrecklichen Bombenangriffen ausgesetzt sind. Hinter den Weißhelmen stecken 3000 Freiwillige, die Verletzte aus Bombentrümmern retten und die Infrastruktur wieder instandsetzen.

Die Russin Svetlana Gannushkina, die in ihrer Heimat Flüchtlingen hilft, warnte vor den rechten, politischen Kräften in der Welt. Sie würden mit Anti-Einwanderungs-Slogans vorgeben, ihre Landsleute schützen zu wollen. «Radikalisierung ist eine ernsthafte Herausforderung an die zivile Gesellschaft», sagte sie.

Right Livelihood Award

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meist Gelesen

Karl Lauterbach warnt vor verheerender Super-Corona-Variante
Politik

Karl Lauterbach warnt vor verheerender Super-Corona-Variante

Gesundheitsminister Lauterbach warnt bei Markus Lanz vor möglicher Super-Mutante – und fordert eine Impfpflicht. Lanz wirft dem Bundeskanzler thematische Schizophrenie …
Karl Lauterbach warnt vor verheerender Super-Corona-Variante
Habeck: Kapitel Corona-Boni wird bald abgeschlossen
Politik

Habeck: Kapitel Corona-Boni wird bald abgeschlossen

Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Anfangsverdachts der Untreue im Zusammenhang mit Corona-Boni gegen den Bundesvorstand der Grünen.
Habeck: Kapitel Corona-Boni wird bald abgeschlossen
Russland: Nawalny mischt sich ein und rügt USA für Umgang mit Putin
Politik

Russland: Nawalny mischt sich ein und rügt USA für Umgang mit Putin

Putin-Gegner Nawalny kritisiert die USA und die Nato scharf für die Toleranz gegenüber Russland. Stattdessen schlägt er Gegenmaßnahmen vor.
Russland: Nawalny mischt sich ein und rügt USA für Umgang mit Putin
Ukraine-Konflikt: Joe Biden sorgt mit Äußerungen für Irritationen
Politik

Ukraine-Konflikt: Joe Biden sorgt mit Äußerungen für Irritationen

Deutschland will keine Waffen in die Ukraine liefern. Die USA schon, sagt Außenminister Anthony Blinken in Kiew. Äußerungen von Joe Biden lösen derweil Irritationen aus.
Ukraine-Konflikt: Joe Biden sorgt mit Äußerungen für Irritationen

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.