"3000 gingen freiwillig"

Altmaier verteidigt Afghanistan-Abschiebungen

+
Der Kanzleramtsminister und Flüchtlingskoordinator der Bundesregierung, Peter Altmaier, beim Integrationsforum Berlin 2017. Foto: Christina Sabrowski

Berlin (dpa) - Kanzleramtschef Peter Altmaier hat Abschiebungen nach Afghanistan in bestimmte Gebiete verteidigt. Im vergangenen Jahr seien rund 3000 Afghanen freiwillig zurückgekehrt, sagte der CDU-Politiker bei einem Symposium zur Flüchtlingspolitik in Berlin.

"Das würden sie nicht tun, wenn es dort nicht sichere Gegenden gebe." Afghanistan sei ein Land in einer "ganz schwierigen Verfassung", räumte der Minister.

Teilweise gebe es bürgerkriegsähnliche Zustände, Terroranschläge und Gewalt gegen Frauen sowie religiöse Minderheiten. Aber all das werde bei der Entscheidung über Abschiebungen berücksichtigt. "Es wird nicht einfach nach Afghanistan abgeschoben", sagte der Minister. Bislang seien rund 100 Menschen abgeschoben worden.

In der vergangenen Woche hatte es die dritte Sammelabschiebung aus Deutschland nach Afghanistan gegeben. Menschenrechtsorganisationen und die Opposition hatten das kritisiert. Einige Bundesländer weigern sich, Afghanen in deren Heimat abzuschieben

Abschiebungen nach Syrien schloss Altmaier aus. Dort sei "so ziemlich alles kaputt", und es bestehe derzeit keine Chance auf ein sicheres Leben. "Ich glaube nicht, dass wir in irgendeiner absehbaren Zeit auf den Gedanken kämen, Menschen nach Syrien zurückzuführen."

Programm

Deutsche Gesellschaft e.V.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Sondergipfel Islamischer Staaten in Istanbul

Istanbul (dpa) - Eine Woche nach der Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA kommt heute die Organisation für Islamische Kooperation (OIC) zu einem …
Sondergipfel Islamischer Staaten in Istanbul

Große Koalition? Erstes Spitzengespräch von Union und SPD

Berlin (dpa) - Rund 80 Tage nach der Bundestagswahl startet heute mit einem Spitzengespräch von Union und SPD der zweite Anlauf für eine Regierungsbildung in Deutschland.
Große Koalition? Erstes Spitzengespräch von Union und SPD

US-Kongress lässt Frist zu Iran-Sanktionen verstreichen

US-Präsident Donald Trump hält das Atomabkommen mit dem Iran für einen schlechten Deal. Er überließ es dem Kongress, sich mit dem unliebsamen Thema auseinanderzusetzen. …
US-Kongress lässt Frist zu Iran-Sanktionen verstreichen

Pariser Gipfel drängt Wirtschaft zum Klimaschutz

Die Weltbank will die Öl-Förderung nicht mehr finanzieren und Axa keine Kohlekraftwerks-Projekte mehr versichern: In Paris wird Klimaschutz konkret. Deutschland bleibt …
Pariser Gipfel drängt Wirtschaft zum Klimaschutz

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.