Am Tag der Amtseinführung

Anti-Trump-Proteste in Washington: Fast 100 Festnahmen

+
Ein Arbeiter beseitigt an einem Gebäude in Washington nach Steinwürfen von Demonstranten Scherben.

Washington - Am Tag der Amtseinführung von Donald Trump randalierten vermummte Demonstranten im Stadtzentrum von Washington. Proteste gab es auch in New York. 

Bei Protesten gegen den neuen US-Präsidenten Donald Trump in Washington sind dutzende Demonstranten festgenommen worden. Wegen Vandalismus und Sachbeschädigung wurden rund 95 Menschen abgeführt worden, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Bei Auseinandersetzungen zwischen wütenden Demonstranten wurden zwei Polizisten verletzt.

Die meisten Proteste blieben friedlich, doch es kam auch zu Randale.

Vermummte Demonstranten lieferten sich in der Innenstadt von Washington gewalttätige Zusammenstöße mit der Polizei. Rund 400 bis 500 Demonstranten warfen Gegenstände auf die Beamten. Diese setzten Pfefferspray ein. Die Proteste fanden mehrere Straßenblocks von der offiziellen Parade zu Trumps Amtseinführung statt. Bereits zuvor waren mehrere hundert schwarz gekleidete und vermummte Demonstranten randalierend durch das Stadtzentrum gezogen, hatten Schaufenster zerstört und Steine geworfen. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Amtseinführung: Tumulte auch in New York

Auch vor dem Trump Tower in New York kam es zu Protesten und Tumulten. Mehrere Gruppen von Demonstranten versammelten sich am Freitagmittag vor dem Wolkenkratzer in Manhattan und protestierten mit Plakaten und Sprechchören gegen Trump. Eine Gruppe schaffte es kurzzeitig, die noble Fifth Avenue zu blockieren, bis sie von einem großen Polizeiaufgebot wieder von der Straße verdrängt wurde.

„Trauer in Amerika“ oder einfach nur „Nein!“ stand auf den Plakaten. Eine Gruppe trug einen Trump-Kopf aus Pappe, der durchgestrichen war. Zwei Frauen hielten ein Plakat, auf dem sie sich beim vorherigen Präsidenten Barack Obama bedankten. Vereinzelt mischten sich auch Trump-Befürworter unter die Menge.

Hunderttausende wollen demonstrieren

Zu einer großen Demonstation gegen Trump wird es am Samstag kommen: Hunderttausende Menschen werden zu einer Anti-Trump-Kundgebung in Washington erwartet. Die Demonstration ist als "Million Women March" angekündigt und wird über die National Mall ziehen. Angekündigt haben sich unter anderem die Sängerinnen Cher und Katy Perry sowie Hollywoodstar Scarlett Johansson.

Nach Angaben der Organisatorinnen wird es im ganzen Land rund 300 weitere Demonstrationen für Frauenrechte geben. Zahlreiche Teilnehmerinnen wollen mit gestrickten pinkfarbenen Mützen mit Katzenohren erscheinen. Sie werden vom "PussyHat Project" als Zeichen gegen frauenverachtende Aussprüche Trumps propagiert.

Amtseinführung von Donald Trump: Die Fotos vom Kapitol

dpa/AFP

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesene Artikel

Sie soll Trumps Kurzzeit-Pressesprecher ersetzen - übergangsweise

Donald Trumps Beraterin Hope Hicks übernimmt interimsweise die Rolle der Kommunikationschefin im Weißen Haus.
Sie soll Trumps Kurzzeit-Pressesprecher ersetzen - übergangsweise

Die Waffen sind weg: Farc-Krieg ist endgültig Geschichte

Seit 1964 erschütterte der Konflikt Kolumbien, über 220 000 Menschen starben bei Kämpfen zwischen Guerilla, Soldaten und Paramilitärs. Nun sind die letzten Waffen der …
Die Waffen sind weg: Farc-Krieg ist endgültig Geschichte

YouTuber-Interview mit Merkel - die wichtigsten Aussagen im Überblick

Vier YouTuber haben Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch interviewt. Die wichtigsten Fragen und Antworten haben wir hier zusammengefasst. 
YouTuber-Interview mit Merkel - die wichtigsten Aussagen im Überblick

Mutmaßlicher Putschistenführer Adil Öksüz angeblich in Deutschland

Die türkische Regierung dringt seit langem auf die Auslieferung von aus ihrer Sicht Terrorverdächtigen aus Deutschland. Nun verlangt sie nach einem hochrangigen …
Mutmaßlicher Putschistenführer Adil Öksüz angeblich in Deutschland

Kommentare

Hinweise für das Kommentieren

Von Mo. bis Fr. in der Zeit von 18 bis 9 Uhr und am Wochenende werden keine neuen Kommentare freigeschaltet.
Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.