„Unrechtmäßige Inhaftierung“

Amnesty: Steudtner und andere Menschenrechtler sofort freilassen

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Der deutsche Menschenrechtler Peter Steudtner in einer undatierten Aufnahme.

Hundert Tage nach der Festnahme des Deutschen Peter Steudtner und anderer Menschenrechtler in der Türkei hat Amnesty International deren Entlassung aus der Untersuchungshaft gefordert.

Istanbul - Hundert Tage nach der Festnahme des Deutschen Peter Steudtner und anderer Menschenrechtler in der Türkei hat Amnesty International deren Entlassung aus der Untersuchungshaft gefordert. Die Menschenrechtsorganisation verurteilte die „unrechtmäßige Inhaftierung“ der Betroffenen und forderte am Donnerstag deren „sofortige und bedingungslose Freilassung“.

Die Staatsanwaltschaft wirft Peter Steudtner, seinem schedischen Kollegen Ali Gharavi und neun weiteren Menschenrechtlern Terrorunterstützung beziehungsweise Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vor. Neun der Beschuldigten sind in Untersuchungshaft, zwei sind unter Auflagen auf freiem Fuß.

Drei Amnesty-Mitarbeiter unter den elf Angeklagten

Unter den elf Angeklagten sind insgesamt drei Amnesty-Mitarbeiter. Zehn der Menschenrechtler - darunter Steudtner, sein schwedischer Kollege Ali Gharavi und die Amnesty-Landesdirektorin Idil Eser - waren am 5. Juli bei einem Seminar auf der Istanbul vorgelagerten Insel Büyükada festgenommen worden. Der Amnesty-Vorsitzende in der Türkei, Taner Kilic, war schon davor in Untersuchungshaft gewesen, sein Fall wurde der Anklageschrift überraschend hinzugefügt.

Amnesty nannte die Anklageschrift „eine toxische Mischung aus Anspielungen und Unwahrheiten, die nicht der geringsten Prüfung standhält“. Die darin enthaltenen Vorwürfe seien „grotesk und widersprüchlich“. Es sei wenig überraschend, dass die Ermittlungen nach drei Monaten keine belastenden Beweise aufbieten könnten.

Die Human Rights Watch hatte zuvor die Folter in türkischer Polizeigewahrsam angeprangert.

dpa

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