„Man muss die Wahrheit berichten“

ZDF-Moderatorin Kiewel fassungslos nach „Tagesschau“-Bericht über Israel - ARD kontert jetzt

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Andrea Kiewel liegt im Clinch mit der Tagesschau.

Die „Tagesschau“ berichtete über einen Vorfall in der Grenzregion zwischen Israel und dem Gazastreifen. Moderatorin Andrea Kiewel warf den Journalisten eine Falschmeldung vor. 

München - Moderatorin Andrea Kiewel ist besonders durch ihre Auftritte beim ZDF-Fernsehgarten bekannt. Nicht selten wird sie im Netz von Zuschauern heftig kritisiert - seien es ihre Outfits oder falsche Aussprachen von Namen, die Liste ist lang.

In einem aktuellen Beitrag in der „Jüdischen Allgemeine“ wechselte die Moderatorin nun die Seiten und wurde selbst zur Kritikerin. Ziel waren jedoch keine Zuschauer, sondern die Journalisten der ARD-„Tagesschau“. Dort begann ein Beitrag über einen neuen Vorfall in der Grenzregion zwischen Israel und dem Gazastreifen mit den Worten: „Nach schweren Angriffen der israelischen Armee auf den Gazastreifen...“

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Kiewel kritisiert „Tagesschau“: Israels Raketen kein Angriff, sondern eine Reaktion

Diese Aussage sei laut Andrea Kiewel falsch. Wie sie selbst berichtet, sei die Moderatorin während des Vorfalls persönlich vor Ort gewesen. Ihren Informationen nach soll es sich bei den Raketen jedoch nicht um einen Angriff von Israel, sondern um eine Reaktion gehandelt haben. Demnach sollen zunächst Raketen von Gaza aus abgefeuert worden sein.

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Dazu schreibt Kiewel: „Man muss Israel nicht mögen. Man kann diesen Staat kritisieren, sich zur Brust nehmen und ihm viele Fragen stellen. Man muss aber, wenn man Journalist ist, die Wahrheit berichten.“ Sie persönlich läge beide Hände dafür ins Feuer, dass ihre Aussage der Wahrheit entspricht.

Andrea Kiewel zur ARD-Tagesschau: „Ich unterstelle Ihnen gewiss keine bewusste Falschmeldung“

In ihrem Beitrag wendet sich die Moderatorin direkt an die Journalisten der „Tagesschau“ und erinnert diese unter anderem an ihre Aufgabe, wahrheitsgemäß zu berichten und dabei besonders die zeitlich korrekte Reihenfolge einzuhalten. „Liebe Kolleginnen und Kollegen der "Tagesschau", ich unterstelle Ihnen gewiss keine bewusste Falschmeldung. Dennoch komme ich nicht umhin, mich zu fragen, wie gestandenen Journalisten so ein Fehler unterlaufen kann?“, schreibt Kiewel außerdem. 

Andrea Kiewel, Moderatorin der des ZDF-Fernsehgartens.

Video: Militante Palästinenser feuern erneut Raketen aus Gaza

ARD-Tagesschau-Chef Gniffke weist Kiewels Vorwürfe zurück

Mittlerweile hat die Tagesschau in Person ihres Chefs Kai Gniffke reagiert. Via Facebook wies er Andrea Kiewels Vorwürfe zurück. „Die Tagesschau hat am 26.3.2019 selbstverständlich darauf hingewiesen, dass die israelischen Angriffe auf den Gaza-Streifen eine Reaktion auf den Beschuss eines Gebäudes in Israel durch die Hamas am Tag zuvor darstellten." Davon habe sich jeder Zuschauer überzeugen können: "In der 28-sekündigen Meldung vom Dienstag hieß es wörtlich: 'Am Montag hatte die Hamas bei einem Raketenangriff ein Haus in Israel zerstört.'"

Allerdings muss man festhalten: Der von Gniffke zitierte Satz wurde erst in den letzten Sekunden des Beitrags gesagt. So richtig kann Gniffke damit Kiewels Vorwürfe also nicht entkräften.

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nz

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