Protest gegen Reformpolitik

Anhänger der "Gelbwesten" protestieren wieder in Frankreich

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Polizisten vor Demonstranten und Anhängern der "Gelbwesten"-Bewegung, die an einer Protestkundgebung in Paris teilnehmen. Foto: Thibault Camus/AP

Paris (dpa) - In Frankreich sind erneut zahlreiche Anhänger der "Gelbwesten"-Bewegung auf die Straße gegangen. An den Protesten dieses 20. Protest-Samstags in Folge nahmen 33 700 Menschen teil, davon 4000 in Paris, wie die AFP unter Berufung auf das französische Innenministerium mitteilte.

Damit ging die Zahl der Demonstranten im Vergleich zur Vorwoche zurück. Am vergangenen Samstag waren laut Innenministerium landesweit 40 500 Menschen auf die Straße gegangen. Von "Gelbwesten" werden weitaus höhere Zahlen genannt.

Nach schweren Ausschreitungen in Paris vor zwei Wochen galten in der Hauptstadt erneut stellenweise Demonstrationsverbote. So durften die "Gelbwesten" nicht auf dem Prachtboulevard der Champs-Élysées und im Umkreis des Élyséepalastes protestieren.

Auch in anderen französischen Städten waren Demonstrationen in bestimmten Bereichen verboten, wie der Sender Franceinfo berichtete. Darunter waren Saint-Etienne, Epinal und Rouen. Mancherorts kam es demnach zu Zusammenstößen zwischen "Gelbwesten" und Sicherheitskräften.

Seit Mitte November protestiert die dezentral organisierte Bewegung gegen die als zu niedrig empfundene Kaufkraft in Frankreich und auch gegen Präsident Emmanuel Macron und dessen Reformpolitik. Mit einer "Großen Debatte" versucht der Staatschef derzeit, Antworten auf die Wut der "Gelbwesten" zu finden. Die Opposition wirft ihm vor, diese Aktion unnötig in die Länge zu ziehen, ohne Ergebnisse zu liefern.

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