Mutter von Masood äußert sich

Anschlag in London: Keine Hinweise auf IS-Verbindung

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Blumen für die Opfer des Anschlags unweit des Tatorts in London. Foto: Matt Dunham

Von einer "Gräueltat" ihres Sohnes spricht die Mutter von Khalid Masood. Die Polizei dementiert derweil das IS-Bekenntnis zum London-Attentat. Einem Bericht zufolge wurde gegen den Täter schon einmal im Zusammenhang mit Terrorismus ermittelt.

London (dpa) - Die Mutter des Attentäters von London hat den Anschlag mit deutlichen Worten verurteilt. "Seit ich erfahren habe, dass mein Sohn dafür verantwortlich war, habe ich viele Tränen für die Menschen vergossen, die in diesen entsetzlichen Vorfall verwickelt wurden", teilte sie mit.

Sie sei zutiefst schockiert, traurig und wie betäubt, hieß es weiter von der Mutter von Khalid Masood. "Ich möchte absolut deutlich machen, damit es keine Zweifel geben kann, dass ich weder seine Tat billige, noch den Glauben unterstütze, der ihn dazu gebracht hat, diese Gräueltat zu begehen."

Die Londoner Polizei erklärte am Montag, es gebe keine Hinweise auf eine Verbindung zwischen Masood und der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder der Terrororganisation Al-Kaida. "Bereits aus der Propaganda des IS unmittelbar nach dem Anschlag, die meine Kollegen und ich genau verfolgt haben, war zu erkennen, dass die Gruppe von dem Anschlag überrascht war", sagte der Terrorismusexperte Peter Neumann vom Londoner King's College der Deutschen Presse-Agentur. Der IS hatte die Tat für sich reklamiert. "Der Anschlag passte zwar in das von ihr propagierte Muster, und er war zweifellos dschihadistisch motiviert, aber vom Attentat selbst hatte die Gruppe keine Ahnung."

Die Zeitung "Daily Telegraph" berichtete am Montag unter Berufung auf den britischen Inlandsgeheimdienst MI5, gegen Masood sei bereits im Jahr 2010 im Zusammenhang mit einem geplanten Anschlag auf einen Armeestandort in Luton nördlich von London ermittelt worden. Der 52-Jährige habe möglicherweise Kontakte zu vier von dem Terrornetzwerk Al-Kaida inspirierten Männern gehabt, die 2013 für den Komplott verhaftet worden seien. Danach habe man ihn aus den Augen verloren.

Masood war am Mittwoch mit einem Wagen gezielt in Passanten auf der Westminster-Brücke in London gefahren. Er tötete drei Menschen, anschließend erstach er einen Polizisten vor dem Parlament. Der Attentäter wurde von Sicherheitskräften erschossen. 50 Menschen wurden teils schwer verletzt. Der Angriff habe nur 82 Sekunden gedauert, berichtete am Montag die BBC. Masood sei mit bis zu 122 Stundenkilometern über die Brücke gefahren.

Es wurden zudem weitere Details über die Vergangenheit Masoods bekannt. So soll ihn seine zweite Frau nur drei Monate nach ihrer Hochzeit 2004 verlassen haben. Er habe Gewalt gegen sie angewendet und sie kontrollieren wollen, sagte ein Verwandter britischen Medien.

Zwei weitere Verdächtige im Zusammenhang mit dem Anschlag waren am Montag noch in Haft. Ein 30-Jähriger war am Sonntag in Birmingham festgenommen, ein 58-Jähriger bereits am Donnerstag bei Razzien in Englands zweitgrößter Stadt gefasst worden. Neun weitere Menschen, die nach dem Anschlag zeitweise festgehalten worden waren, sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Eine in Manchester gefasste Frau ist auf Kaution bis Ende März wieder frei.

Bericht "Daily Telegraph" (Englisch)

Bericht "The Guardian" (Englisch)

BBC-Bericht (Englisch)

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