Verzögerte Erhebung

Arbeitslosenquote in den USA steigt wegen Coronavirus an

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Infolge der Zuspitzung der Corona-Pandemie in den USA sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sprunghaft angestiegen. Foto: John Locher/AP/dpa

Das neuartige Coronavirus hat das Leben in weiten Teilen der USA zum Stillstand gebracht. Inzwischen machen sich die Auswirkungen auch schmerzhaft am Arbeitsmarkt bemerkbar.

Washington (dpa) - Die Arbeitslosenquote in den USA ist infolge der Corona-Krise deutlich angestiegen. Sie kletterte von 3,5 Prozent im Vormonat auf 4,4 Prozent im März, wie die US-Regierung am Freitag mitteilte.

Die Zahl der Beschäftigten sei um 700.000 gesunken. Vor allem im Hotel- und Gastgewerbe machten sich die Auswirkungen der Epidemie demnach bemerkbar, allein dort fielen 460.000 Stellen weg.

Aufgrund einer verzögerten Erhebung der Statistik vermitteln die neuen Daten jedoch ein zu rosiges Bild. Die jüngste Zuspitzung am Arbeitsmarkt ist davon nur begrenzt widergegeben: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind seit Mitte März auf rund 10 Millionen in die Höhe geschnellt. Experten gehen daher davon aus, dass die Arbeitslosenquote daher eigentlich bereits bei 10 Prozent oder sogar darüber liegen könnte.

Die rasante Ausbreitung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 hat das öffentliche Leben in weiten Teilen der USA zum Erliegen gebracht. Rund drei Viertel der rund 330 Millionen Amerikaner unterliegen inzwischen von Bundesstaaten verhängten Ausgangsbeschränkungen. Viele Geschäfte sind geschlossen, Restaurants und Hotels bleiben leer, zahllose Reisen wurden abgesagt. Viele Mitarbeiter geschlossener Unternehmen müssen Arbeitslosenhilfe beantragen.

Viele Mitarbeiter geschlossener Unternehmen müssen daher Arbeitslosenhilfe beantragen. Entlassungen sind in den USA in der Regel wesentlich schneller möglich als etwa in Deutschland. In den USA gab es bislang auch keine Regelung wie das Kurzarbeitergeld, um den in Krisensituationen zu stabilisieren.

Mit einem Konjunkturpaket, mit dem der US-Kongress rund 2 Billionen Dollar in die Wirtschaft pumpen will, wurde die bislang sehr begrenzte Arbeitslosenhilfe vergangene Woche ausgeweitet. Nun soll es Arbeitgebern auch möglich sein, Angestellte für bis zu vier Monate zu beurlauben anstatt sie zu entlassen. In dieser Zeit würde der Staat für das Gehalt aufkommen. Die Neuregelung hatte jedoch wohl noch kaum Auswirkungen auf die jüngsten Daten vom Arbeitsmarkt.

Im Februar - also noch vor der rasanten Ausbreitung des Virus in den USA - lag die Arbeitslosenquote noch bei 3,5 Prozent, dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. Die US-Konjunktur brummte, an der Börse wurden Höchststände vermeldet. Präsident Donald Trump, der sich im November um eine Wiederwahl bewirbt, rühmte sich seiner erfolgreichen Wirtschaftspolitik. Doch der Coronavirus machte die guten Aussichten zunichte. Trump verspricht derweil, die Wirtschaft werde nach dem Ende der Epidemie wieder "wie eine Rakete" durchstarten. Viele Analysten rechnen jedoch mit einer langsamen Erholung.

Das gesamte Ausmaß der wirtschaftlichen Verwerfungen der Coronavirus-Pandemie für die USA ist noch nicht absehbar. Trotzdem rechnen viele Analysten inzwischen mit einem dramatischen Einbruch im zweiten Quartal und einer Rezession aufs ganze Jahr betrachtet.

In den USA gab es bis Freitagmorgen (Ortszeit) Forschern der Universität Johns Hopkins zufolge rund 250 000 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Mehr als 6000 Menschen sind infolge der vom Virus ausgelösten Erkrankung Covid-19 gestorben.

Pressemitteilung zum Arbeitsmarkt im Februar, Englisch

Pressemitteilung zum Arbeitsmarkt im März, Englisch

John Hopkins-Daten zu den weltweiten Corona-Fällen, Englisch

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