In den Tagesthemen

Wegen Merz‘ AfD-Versprechen: ARD-Journalist warnt Kramp-Karrenbauer

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Tagesthemen-Kommentator macht Druck auf Kramp-Karrenbauer.

Die CDU scheint gespalten. Kramp-Karrenbauer wurde mit nur wenigen Stimmen Vorsprung vor Friedrich Merz zur Parteivorsitzenden gewählt. Das setzt sie unter Zugzwang, meint ARD-Journalist Rainald Becker.

München - Nur 18 Stimmen fehlten Friedrich Merz zum Sieg und damit zum Vorsitz der CDU. Es war denkbar knapp. Journalist Rainald Becker vom ARD-Hauptstadtstudio kommentierte in den Tagesthemen entsprechend deutlich.

ARD-Tagesthemen: „Kramp-Karrenbauer muss den CDU-Riss kitten“

„Die CDU hat sich heute knapp gegen das größere Risiko entschieden, gegen die radikalere Erneuerung. Und gut 48 Prozent für den Verlierer zeigen, wie gespalten die Partei derzeit ist. Genau da muss Annegret Kramp-Karrenbauer jetzt ansetzen, den Riss muss sie kitten“, begann er. „Es ist ein schweres Erbe, das Kramp-Karrenbauer heute angetreten hat. Aber sie wollte es so - und sie hat sich heute als Macherin angeboten. Als eine, die Mut hat.“

Der Ticker vom Parteitag in Hamburg

Becker widersprach der teils landläufigen Meinung, wonach AKK nur der Abklatsch von Kanzlerin Angela Merkel sei. „Nein, Kramp-Karrenbauer ist weder Merkel-Klon noch Mini-Merkel, solche Bezeichnungen hat sie nicht verdient. Die neue Parteichefin besitzt genug politische Klugheit, um zu wissen: Ab sofort muss sie liefern. Für die Partei und für das Land. Infrastrukturausbau, bezahlbarer Wohnraum in Städten, Digitalisierung, ja, und auch das vielzitierte 5G-Netz an jeder Milchkanne, all das hat Kramp-Karrenbauer heute versprochen.“

ARD-Journalist Becker: „... dann ist AKK ganz schnell geschwächt“

Daran wird sie nun gemessen, glaubt er. „Vor allem die Konservativen, die Merz-Anhänger, der Wirtschaftsflügel werden sie jetzt beim Einlösen dieser Versprechen argwöhnisch beäugen. Auch wenn Kramp-Karrenbauer mehrfach betont hat, dass Angela Merkel bis zum Ende der Legislaturperiode im Kanzleramt bleiben darf, erwarten viele, dass die Kanzlerin vorzeitig Platz macht für ihre Nachfolgerin.“

Zum Schluss seines Kommentars warnt ARD-Mann Becker AKK. „Spätestens mit den Wahlen in drei ostdeutschen Ländern im kommenden Jahr dürfte die parteiinterne Schonfrist für die neue Chefin zu Ende sein. Friedrich Merz hat versprochen, die AfD zu halbieren.“ Von Kramp-Karrenbauer werde genau das erwartet, so Becker. „Heißt also, gewinnt die CDU unter ihrer Führung nicht deutlich Wähler zurück, ist sie sehr schnell als Parteivorsitzende geschwächt.“

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