ARD-Talk

Dieser Politiker „sollte sich schämen“ - Putzfrau mit knallharter Ansage bei Anne Will

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Petra Vogel und Anne Will in der ARD-Talksendung am Sonntagabend. 

Beim ARD-Talk mit Anne Will drehte es sich in der Sendung um das Thema Rente und faire Löhne. Petra Vogel, eine Reinigungskraft aus Bochum, spricht Klartext. 

Update vom 10. März 2019: Auch eine Woche nach dem turbulenten Renten-Talk könnten in der Talkrunde von Anne Will die Fetzen fliegen: Zum Thema „Mehr Nationalstaat oder mehr EU“ hat die ARD-Moderatorin unter anderem Yanis Varoufakis, Beatrix von Storch (AfD) und Manfred Weber (CSU) geladen.

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Update vom 4. März 2019: „Niedriger Lohn, magere Rente - was ist uns Arbeit wert?“ - über dieses Thema diskutierten Malu Dreyer, Mike Mohring, Katrin Göring-Eckardt, Petra Vogel, Reinhold von Eben-Worlée und Publikumsgast Guido Fahrendholz am Sonntagabend bei Anne Will. Vor allem Petra Vogel, Reinigungskraft aus Bochum, verdeutlichte das akute Problem in der Bundesrepublik. Während Malu Dreyer zugab, in ihrem Leben niemals existenzielle Sorgen gehabt zu haben, verdeutlicht Vogel: „Ich kann mich an ein halbes Jahr erinnern, in dem ich mir keine finanziellen Sorgen machen musste.“ 

Rund 1.200 Euro hat Vogel monatlich netto zur Verfügung. Dankbar ist sie vor allem für die Kulanz ihres Vermieters, der auf eine Erhöhung ihrer monatlichen Miete verzichtet. Eine neue Waschmaschine könne sich die Reinigungskraft dennoch nicht einfach kaufen. Auf die Sorgen der Reinigungskraft geht die Runde jedoch kaum ein. Während Anne Will versucht zu verdeutlichen: „Frau Vogels Situation ist beschissen“, diskutierten vor allem Mike Mohring von der CDU und Malu Dreyer von der SPD über alternative Möglichkeiten wie beispielsweise die Grundrente. Während die SPD eine vorherige Bedürftigkeitsprüfung ablehnt, fordert die Union eine solche. So war es kein Wunder, dass sich besonders an diesem Punkt die Gemüter erhitzten. 

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Anne Will (ARD) zur Rente: Putzfrau kritisiert Altbundeskanzler Schröder 

„Ich glaube alle wissen inzwischen, dass die Menschen spüren, dass sie nicht alle partizipieren an dem Wohlstand unserer Gesellschaft. Das spaltet unser Land“, versucht Malu Dreyer die Sympathien auf ihre Seite zu bringen. Doch auch hier schaltet sich Petra Vogel ein und entgegnet unter lautem Applaus: „Solange immer nur daran rum gedoktort wird, hier mal ein bisschen und da mal ein bisschen, wird sich überhaupt nichts für die Rentner verbessern.“ 

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Video: Vor allem Rentner sind von Wohnungsnot bedroht

Während Anne Will dann einen kurzen Exkurs über die aktuelle Wohnungssituation in Deutschland gibt und ihre Gäste dankend auf den Themen-Umschwenk eingehen, kämpft Vogel erneut um ihr Anliegen. Obwohl die Reinigungskraft an eine Grundrente glaubt, ist sich Vogel sicher: „Die wird nicht ausreichen. Ich habe am Ende dann 40 Euro mehr als ein Hartz-IV-Empfänger. Da möchte ich wissen: Wo ist der Respekt? Ich möchte keine Respekt-Rente, ich möchte eine Rente, mit der ich in Würde altern kann.“ 

Und auch gegen Altbundeskanzler Gerhard Schröder teilt die Reinigungskraft ordentlich aus: „Wenn ich höre, dass ein Herr Schröder damals gesagt hat, wir haben den besten Niedriglohnsektor geschaffen in ganz Europa, dann soll sich dieser Mann schämen. Ein Niedriglohnsektor kann niemals gut sein.“ Eine Aussage, für die Vogel vor allem in den sozialen Netzwerken viel Zuspruch erfährt. 

Meldung vom 3. März: Darum geht es im Renten-Talk bei Anne Will (ARD)

München - Das Rentenkonzept der Zukunft spaltet nicht nur die Große Koalition. Während die SPD um Arbeitsminister Hubertus Heil eine Grundversorgung unabhängig von der Lebensarbeitsleistung plant, sträubt sich die Union um die CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer gegen diesen Weg. Das ewige Thema beschäftigt an diesem Sonntagabend auch Anne Will in ihrer ARD-Sendung. Ebenso wird über faire Löhne debattiert, die Sozialdemokraten etwa wollen den Mindestlohn auf zwölf Euro pro Stunde erhöhen. Der Titel der Ausgabe des Polit-Talks lautet „Niedriger Lohn, magere Rente - was ist uns Arbeit wert?“

Göring-Eckardt und Dreyer sitzen in der ARD-Talkrunde bei Anne Will (ARD)

Will begrüßt ab 21.45 Uhr Gäste aus Politik und Wirtschaft. Katrin Göring-Eckardt mischt als Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag mit und vertritt die Opposition. Aus den Reihen der SPD sitzt Malu Dreyer in der Runde. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin leitete in ihrem Heimatland einst das Ressort Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie. Die CDU wird durch den Parteivorsitzenden aus Thüringen, Mike Mohring, vertreten. Er war von 2004 bis 2013 geschäftsführender Gesellschafter eines Handwerksbetriebs. Vor kurzem hatte Mohring seine Krebserkrankung öffentlich gemacht und ein bewegendes Video gepostet. 

Vier Jahre von ihrer Rente entfernt steht Petra Vogel. Die Reinigungskraft aus Bochum arbeitet seit 1986 in einem Klinikum und engagiert sich seit 25 Jahren in der IG Bau. Vor zwölf Jahren wurde sie in den Vorstand der Bundesfachgruppe Gebäudereinigerhandwerk gewählt, schon 2004 trat sie in die Linkspartei ein. Mit Reinhold von Eben-Worlée ist auch der amtierende Präsident des Verbandes „Die Familienunternehmer“ zu Gast. Der gebürtige Hamburger steht der Worlée-Gruppe vor, die chemische, natürliche und kosmetische Rohstoffe vertreibt. Die Runde wird komplettiert durch Guido Fahrendholz. Der gebürtige Berliner arbeitet als Koordinator einer Notunterkunft für Obdachlose in der Hauptstadt. Früher verdiente Fahrendholz sein Geld auch als Bauer sowie als selbständiger Fotograf, unterstützte zehn Jahre lang die Obdachlosenzeitung „Straßenfeger“.

Zu Gast bei Anne Will: Katrin Göring-Eckardt vertritt die Grünen und die Opposition im Bundestag.

Dobrindt legt im Rentenstreit mit der SPD nach: „An Streit interessiert“

Zum Thema Rente legte Alexander Dobrindt in der Montagsausgabe des Merkur noch einmal nach. „Man fragt sich, was die SPD eigentlich umtreibt, wenn sie die Einkommenssituation nicht prüfen will, bevor sie zusätzliche Leistungen verteilt“, kritisierte der CSU-Landesgruppenchef. Der ehemalige Verkehrsminister lobte den von Karl-Josef Laumann aus der CDU vorgebrachten Vorschlag, selbstgenutztes Wohneigentum nicht in eine Bedürftigkeitsprüfung einzubeziehen. Den Weg der SPD nannte Dobrindt eine „Rentenpolitik mit der Gießkanne“, was unterstreiche, „dass die SPD an keiner Problemlösung sondern an einem Rentenstreit interessiert ist“.

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mg

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