Rätselhafter Kriminalfall

Argentinischer Richter: Staatsanwalt Nisman wurde ermordet

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Demonstranten erinnern im Februar vergangenen Jahres in Buenos Aires an die Ermordung von Alberto Nisman. Foto: David Fernández

Buenos Aires (dpa) - Der Fall hatte weltweit Aufsehen erregt: Der argentinische Staatsanwalt Alberto Nisman hatte viel belastendes Material gegen Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner und wurde Anfang 2015 erschossen in seiner Wohnung aufgefunden.

Nun hat der Richter Julián Ercolini in einem Urteil zum ersten Mal festgestellt, dass Nisman ermordet worden sei.

Die Tatwaffe hatte Nisman von seinem Mitarbeiter Diego Lagomarsino bekommen - angeblich, um sich und seine Familie im Notfall zu schützen. Kirchner vertrat die Suizidtheorie. "Nisman wurde mit der Waffe von Diego Lagomarsino ermordet", urteilte der Richter.

Lagomarsinos Rolle ist weiter unklar. Er wurde von dem Richter wegen der Beschaffung der Waffe zu einer hohen Geldstrafe verurteilt und muss sich regelmäßig bei den Behörden melden.

Nisman war am 18. Januar 2015 mit einer Schusswunde am Kopf gefunden worden. Als Sonderstaatsanwalt war er mit der Untersuchung des verheerenden Bombenanschlags auf ein jüdisches Gemeindehaus 1994 in Buenos Aires betraut gewesen. Hinter dem Attentat mit 85 Toten werden iranische Drahtzieher vermutet. Nisman warf der damaligen Regierung Kirchners Vertuschung und Zurückhalten von Informationen vor. Er sollte am Tag nach seinem Tod die Vorwürfe im Kongress erläutern.

Der Nachfolger der linken Präsidentin Kirchner, der liberale Mauricio Macri, hatte nach seinem Amtsantritt der Familie Nismans Gerechtigkeit versprochen. Er gab alle Verschlusssachen zum Fall Nisman frei und enthob Mitarbeiter des Geheimdienstes von ihrer Schweigepflicht.

Informationen zu dem Urteil

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